Ein Holzarbeiter schneidet einen Baumstamm.
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Auf Kahlschläge verzichtet wird im Haushamer Gemeindewald (Symbolfoto).

9300 Euro Fördermittel fließen

Wegen nachhaltiger Bewirtschaftung: Hausham erhält Prämie für 110 Hektar Gemeindewald

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Hausham hat jede Menge Holz vor der Hütte: 110 Hektar Fläche umfasst der Gemeindewald. Jetzt gibt‘s dafür einen Zuschuss des Bundes.

Hausham – 110 Quadratmeter Wald hätte jeder der rund 8500 Haushamer Bürger rein theoretisch zur Verfügung. Mit 94,3 Hektar Forstbetriebsfläche sei die Gemeinde Hausham nach der Stadt München der größte Waldbesitzer im Landkreis Miesbach, teilte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) nun im Gemeinderat mit und fügte launig hinzu: „Wir haben also einen Haufen Holz vor der Hütte.“ Da sich der Forst laut des für die Bewirtschaftung zuständigen Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Holzkirchen in einem „sehr guten und sehr hochwertigen Zustand“ befindet, erhält die Gemeinde nun 9300 Euro aus dem im Zuge der Corona-Hilfen aufgelegten Programm der Bundeswaldprämie.

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Peter Lechner vom Forstbetrieb Schliersee war in den Gemeinderat gekommen, um die frohe Botschaft zu überbringen. Insgesamt 700 Millionen Euro habe der Bund in seinem Konjunktur- und Zukunftspaket für den Sektor Forst und Holz bereitgestellt, berichtete Lechner. Bereits im Dezember 2020 habe er zusammen mit Kämmerer Martin Reisberger und dem Referenten für Wald- und Grünlandbesitz, Hans Bramböck (FWG), den Zuschussantrag eingereicht. Da pro Hektar 100 Euro ausbezahlt werden, habe die Gemeinde den Maximalbetrag erzielt. Die Voraussetzung der zertifizierten, nachhaltigen Waldbewirtschaftung habe man allein schon durch die Mitgliedschaft in der Waldbesitzervereinigung (WBV) Holzkirchen nachgewiesen, erklärte Lechner.

Kein Kahlschlag aber viel Pflege

Tatsächlich habe man in den vergangenen 30 Jahren viel im Gemeindewald rund um Huberspitz und Wallenburger Kogel bewegt, sagte der Experte. „Wir haben jeglichen Kahlschlag eingestellt und die gesamte Fläche aufgelichtet und gepflegt.“ Das Motto: ein guter Altholzvorrat und darunter natürliche Verjüngung.

Letztlich habe die „einzelstammweise Nutzung“ nicht nur ein schönes Waldbild ergeben, sondern sich auch wirtschaftlich bewährt, berichtete Lechner. Die hochwertigen Tannen hätten Preise von bis zu 107 Euro pro Festmeter Holz erzielt. Ein Erfolg, den man auch dem jagdlichen Engagement zu verdanken habe, das die Bestände von Reh- und Rotwild kontrolliere.

Zuschüsse sollen in Rückeweg am Wallenburger Kogel fließen

Die Bundeswaldprämie soll – wie die 2019 und 2020 erhaltenen Zuschüsse in Höhe von insgesamt rund 23 000 Euro – in die Befestigung eines Rückwegs am Wallenburger Kogel fließen, erklärte Lechner, der auch gleich noch Werbung für weitere Baumspenden für die kürzlich angelegte Streuobstwiese am Brenten machte. „Die Knospen treiben schon aus“, berichtete der Forstexperte stolz. Bürgermeister Zangenfeind versprach, sich mal bei den Betrieben in seiner Gemeinde umzuhören.

Lechner lud die Gemeinderäte dann noch zu einem gemeinsamen Waldspaziergang im frisch prämierten Haushamer Forst ein – natürlich erst, wenn die Corona-Regeln ein solches Treffen wieder zulassen. „Da draußen kann man sich viel leichter ein Bild machen als hier drinnen im Sitzungssaal.“

sg

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