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Auf die Gesundheit: Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind gratuliert Elisabeth Schmotz zum Jahrestag.

Jubilarin lüftet ihr Geheimnis

Wie wird man 90 Jahre alt, Frau Schmotz?

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Hausham - Ein 90. Geburtstag ist etwas Besonderes, nicht viele erreichen ein so hohes Alter. Elisabeth Schmotz aus Hausham ist jüngst in diesen Kreis aufgestiegen. Aus einem einfachen Grund. 

Vier Kinder, fünf Enkel und elf Urenkel – mit Langeweile oder gar Einsamkeit hat Elisabeth Schmotz aus Hausham nicht zu kämpfen. Genauso wenig wie ihre Verwandtschaft. Die kümmert sich um die Seniorin, die jüngst ihren 90. Geburtstag feierte. „Jeder hat seine Aufgabe“, scherzt Schmotz. 

„Ich hatte eine glückliche Kindheit, obwohl wir nicht viel hatten“

Das Licht der Welt erblickte die Haushamerin im Jahre 1927, ihre Kindheit verbrachte sie in eher ärmlichen Verhältnissen. „Ich hatte eine glückliche Kindheit, obwohl wir nicht viel hatten.“ Lediglich in die Schule ging Schmotz ungern. Dort seien nämlich immer wieder Vertreterinnen des Bunds Deutscher Mädel aufgetaucht, um diejenigen zu bestrafen, die deren Treffen ferngeblieben waren. „Ich hatte keine Zeit, ich musste die Viecher im Stall versorgen“, erinnert sich Schmotz. „Zur Strafe musste ich an der Tafel mehrere Stunden am Boden knien.“ 

Mit 13 Jahren war Schmotz Eigentümerin des Bauernhofes

Nicht nur mit der Arbeitswelt machte Schmotz früh Bekanntschaft, auch den Tod lernte sie früh kennen. „Ich hatte drei Brüder, die allesamt nicht alt geworden sind.“ Und damit nicht genug. Auch ihr Vater verstarb als Schmotz gerade einmal 13 Jahre alt war. Die Konsequenz: durch das zur NS-Zeit gültige Erbhofgesetz war Schmotz plötzlich Eigentümerin des Bauernhofes. Doch sie meisterte die Situation. „Arbeiten schadet nie, so wird man alt.“ 

„Bei uns haben viele Gefangene mitgeholfen, das waren gute Leute“

Außerdem hatte sie Unterstützung. „Bei uns haben viele Gefangene mitgeholfen, das waren gute Leute.“ Und ein Nachbar, Josef Schmotz. Dem gab sie sieben Jahre später das Ja-Wort, ungeachtet des Altersunterschieds von 19 Jahren. Gemeinsam sorgte das Ehepaar später für vier Kinder. „Meine Kinder mussten auch früh arbeiten, trotzdem hatten sie eine glückliche Jugend. Auch ohne Fernseher.“ 

„Wenn mich etwas interessiert, dann lasse ich mir aus der Zeitung vorlesen“

Im Jahr 1989 verstarb Josef Schmotz im Alter von 81 Jahren. Verbittert ist seine Witwe deswegen aber noch lange nicht. „Ich komme gut alleine zurecht.“ Zwar bringt das inzwischen fortgeschrittene Alter so seine Wehwehchen mit sich. Klagen will Schmotz aber nicht. „Mir geht es gut.“ Zugegeben, an Sehvermögen hat die heute 90-Jährige eingebüßt und auch kochen will sie inzwischen nicht mehr. Die Verwandtschaft steht aber immer mit Rat und vor allem Tat zur Seite. „Meine Tochter putzt meine Wohnung neben dem Hof, meine Schwiegertochter bringt mir das Essen.“ Und auch was in der Gegend los ist, erfährt Schmotz. „Wenn mich etwas interessiert, dann lasse ich mir aus der Zeitung vorlesen.“ Denn: Der Kopf ist noch fit.

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