Gemeinde Hausham hat ständige Planänderungen satt

Bebauungsplan Tiefenbach-Holz: Umfrage soll Garagen-Bedarf klären

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Immer wieder landen Anträge für Garagen und Carports aus dem Gebiet Tiefenbach-Holz im Haushamer Rathaus. Jetzt hat sich der Bauausschuss für eine gemeinsame Lösung entscheiden.

Hausham – In regelmäßigen Abständen beschäftigt sich der Haushamer Bauausschuss mit dem Bebauungsplan Tiefenbach-Holz. Das Thema ist fast immer das gleiche: ein Antrag auf Errichtung eines Carports oder einer Garage. In vielen anderen Ortsteilen eine Formalie, jedoch nicht in diesem Bereich. „Der Plan sieht keine Baufenster für Garagen vor“, erklärte Bauamtsleiterin Petra Sperl bei der jüngsten Bauausschusssitzung.

Diesmal hatte ein Anwohner der Rathausstraße einen Carport beantragt. Ein handelsübliches Modell aus dem Baumarkt, mit Außenmaßen von drei mal fünf Metern. „Eine klassische OBI-Garage“, meinte Sperl. Dennoch sei wegen der Festsetzungen im Bebauungsplan weder eine ausnahmsweise Zulassung noch eine Befreiung möglich. An einem Änderungsverfahren führe deshalb kein Weg vorbei.

14 von 28 Anträgen im Gebiet Tiefenbach-Holz würden sich um Garagen drehen, berichtete Sperl. Jedes Mal müsste der Antragsteller die Kosten des Verfahrens tragen, jedes Mal müssten sich Bau- und Landratsamt mit der Satzungsänderung beschäftigen. Die Bauamtsleiterin schlug daher vor, den Bebauungsplan so zu ändern, dass genehmigungsfreie Garagen nach Meldung im Rathaus generell zugelassen werden. Das würde allen das teure und zeitraubende Vorgehen ersparen.

Monika Veicht (SPD) blieb skeptisch. „Mit dem Bebauungsplan Tiefenbach-Holz wollte man wahlloses Bauen da hinten bewusst unterbinden“, mahnte sie. Die Erfahrung habe gezeigt, dass so mancher Carport bald in einen Geräteschuppen umgewandelt werde. „Wir wollen keinen Freibrief schaffen“, beschwichtigte Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG). Man müsse aber auch berücksichtigen, dass sich die Ausgangslage über die Jahre verändert habe. „Die Leute haben nun einfach mehr Autos als früher“, sagte Zangenfeind. Durch den Bau von Garagen würden die Fahrzeuge wenigstens von den Straßen verschwinden.

Als Kompromiss empfahl der Bürgermeister, vor einer Bebauungsplanänderung mittels einer Umfrage unter den Anwohnern zunächst den Bedarf an Carports und Garagen zu erheben. „Dann können wir gleich alle mitnehmen“, erklärte er. Die Bauausschussmitglieder befürworteten diese Vorgehensweise einstimmig. Die Verfahrenskosten könnten sich die Interessenten dann untereinander aufteilen, so Zangenfeind. Bei einem Einzelantrag mit nachfolgender Bebauungsplanänderung stünden die Kosten nämlich meist in keinem Verhältnis zum Preis der Garage. „Vor allem nicht bei einem Carport für 199 Euro.“

Rubriklistenbild: © Thomas Plettenberg

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