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Einsatz im neuen Kreißsaal des Krankenhauses Agatharied: Chefarzt Dr. Stefan Rimbach (l.) und Hebamme Britta Hauber im Gespräch mit jungen Eltern.

Nach Schließung der Geburtshilfe in Bad Tölz

So rüstet sich Agatharied für die vielen Babys

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Seit der Schließung der Geburtshilfe in Bad Tölz ist die Zahl der Entbindungen im Krankenhaus Agatharied deutlich gestiegen. Ist die Versorgung der werdenden Mütter trotzdem noch gewährleistet? Wir haben nachgehakt.

Agatharied – In der Gynäkologie und Geburtshilfe-Abteilung des Krankenhauses Agatharied weiß man von den Gerüchten, die derzeit im Landkreis Miesbach die Runde machen: Von ausgeschöpften Kapazitäten ist da die Rede, und davon, dass nun vermehrt Kaiserschnitte durchgeführt werden, um das Pensum bewältigen zu können.

Tatsächlich sind in Agatharied die Entbindungenseit der Schließung der Geburtshilfe an der Asklepios-Klinik in Bad Tölz „deutlich mehr geworden“, erklärt Dr. Stefan Rimbach, Chefarzt der Geburtshilfe-Abteilung. Er spricht von durchschnittlich 25 Geburten im Monat, die zusätzlich zu bewältigen sind. Damit dürfte Agatharied heuer neue Rekorde schreiben: Statt wie bisher rund 80 Babys kommen hier nun etwa 100 jeden Monat zur Welt.

Und dennoch: Die Ängste der Frauen, hier keine ausreichende Versorgung mehr vorzufinden, seien völlig unbegründet, betont Rimbach. „Es wird niemand abgewiesen und auch niemand überstürzt entlassen“, versichert der Mediziner, der seit 1. März 2016 die Geburtshilfe-Abteilung in Agatharied leitet. Auch die medizinische Maxime habe sich nicht verändert: Das Hauptaugenmerk liege weiterhin auf der natürlichen Geburtshilfe, sagt Rimbach mit Blick aufs Thema Kaiserschnitte.

Um das Mehr an Geburten vernünftig stemmen zu können, hat die Kreisklinik laut Rimbach „einiges unternommen“. So wurde vor etwa sechs Wochen ein zusätzlicher Kreißsaal in Betrieb genommen. Auch neue Räume für die Betreuung schwangerer Frauen sowie vier zusätzliche Betten auf der Station seien geschaffen worden, berichtet Rimbach. „Und es kommen noch weitere Betten dazu, die Umbauten laufen gerade“, sagt er. Dies alles seien effektive Maßnahmen, die auf der anderen Seite aber viel Geld kosten. Stefan Rimbach spricht von Investitionen im sechsstelligen Bereich. Allein ein Bett im Kreißsaal koste um die 25.000 Euro. Darüber hinaus wurde das Personal aufgestockt.

Maßnahmen, welche die Kreisklinik ohne großen zeitlichen Vorlauf und aus eigener Kraft habe stemmen müssen, wie der Chefarzt erklärt. Dass man ein Krankenhaus mit einer solchen Situation künftig nicht alleine lassen könne, habe die überregionale Politik inzwischen erkannt, glaubt Rimbach, der auch Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist. „Auf Landesebene beginnen gerade Gespräche, wie man in Zukunft damit umgeht.“

Fakt ist: Die Ärzte und Hebammen in Agatharied werden ab Mitte August aller Voraussicht nach noch mehr zu tun bekommen. Dann nämlich schließt auch die Entbindungsstation in Bad Aibling. „Das gehört noch eher zu unserem Einzugsgebiet als Bad Tölz“, räumt Rimbach ein. Doch der Chefarzt zeigt sich überzeugt, dass Agatharied auch diese Herausforderung meistern wird.

„Natürlich gibt’s viel zu tun“, meint Rimbach, der seine Station gerne mal mit einem guten Lokal vergleicht: In Spitzenzeiten, wenn alle Tische besetzt seien, könne man entweder Hektik verbreiten oder die Situation gelassen meistern. Die Patientinnen, betont der Chefarzt, würden den Mehraufwand nicht zu spüren bekommen. Sie müssten – im Fall des Falles – höchstens mal „ein wenig zusammenrücken“.

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