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Wenn die Schranke unten ist, heißt es warten. Was halten die Autofahrer von einer Zeitanzeige?

Zeitanzeige beim Bahnübergang Hausham

Die Möglichkeit zum Umkehren

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Hausham - Eine Elektronische Tafel soll in Zukunft die Wartezeit am Haushamer Bahnübergang anzeigen. Die Meinungen zu dieser Idee sind gespalten. Besonders im Netz stößt diese Neuerung auf Kritik.

Es klingelt. Der Haushamer Schrankenwärter schließt erst den Fußgängerübergang, dann heißt es auch für die Autofahrer warten. Ein Auto mit Miesbacher Kennzeichen sieht die Schranke, blinkt und fährt einen anderen Weg. Andere Autos sehen die Sperrung zu spät oder wollen schlicht nicht außen herum fahren. Die Schlange am Übergang wird länger und länger.

Bürgermeister Jens Zangenfeind ließ eine Zeitanzeige anbringen. Keine Lösung, aber für den ein oder anderen vielleicht eine Hilfe. „So ein Unsinn! Das Geld kann man sinnvoller verwenden!“, schreibt Helga H. auf der Facebookseite des Miesbacher Merkur. Ein anderer Kommentator auf der Internetseite des Miesbacher Merkur schlägt vor, stattdessen bereits im Vorfeld die Autofahrer, die aus Miesbach kommen, zu warnen – ein Hinweisschild mit „in zehn Minuten schließt die Schranke“.

Jeder kennt die Dauer-Schranke in Hausham. Inzwischen geht's zwar nicht schneller, dafür gibt's jetzt so einen schwarzen...

Posted by Miesbacher Merkur on Donnerstag, 7. April 2016

Die Stimmung an der Schranke ist weniger kritisch. Die Autofahrer stehen dort einer hinter dem anderen, die Motoren sind aus. Noch zeigt die kleine Tafel nicht an, wie lange die Wartezeit noch dauert. Würde das denn etwas ändern? „Nicht wirklich, da ärgert man sich auch nicht weniger“, findet Martina Berwanger (33) aus Schliersee. Mit der kleinen Tochter im Auto steht sie fast in der ersten Reihe am Bahnübergang. Eilig hat sie es nicht, die Kleine ist ruhig und wartet geduldig mit der Mama. „Wenn es mir aber pressiert, dann ärgere ich mich“, sagt Berwanger. Oft fährt die Sonderschullehrerin nicht diese Strecke. Für alle, die regelmäßig fahren, könnte sie sich schon vorstellen, dass die Anzeigetafel praktisch wäre.

Zeitanzeige an der Haushamer Schranke: "Stehen müssen wir eh"

Diejenigen, die nicht aus dem Landkreis kommen, tappen öfter in die Falle. Doch Bahnschranken und Wartezeiten gibt es nicht nur in Hausham. Lorenz Hornsteiner aus Mittenwald erzählt von einem Bahnübergang bei sich zuhause, der ihn das Warten gelehrt hat. Dass eine Zeitanzeige ihm dabei hilft, glaubt er nicht. „Stehen müssen wir eh“, sagt der 63-Jährige. Das sieht ein zweiter Durchreisender anders: „Generell finde ich das gut, dann kann ich mir meine Zeit einteilen“, sagt Jörg Wigger (52) aus Kitzbühel. Er könne dann in Ruhe telefonieren.

Ebenfalls positiv bewertet Werner Saurer aus Schliersee die Idee von Bürgermeister Zangenfeind. „Dann kann man noch ausweichen oder umkehren“, sagt der 72-jährige Rentner. Für einen „Blödsinn“, wie Claudia S. die Schranke auf Facebook bezeichnet, hält er das nicht. Wenn es allerdings nur noch fünf Minuten Wartezeit anzeigen würde, lohne sich das Umkehren nicht mehr. „Dann warte ich eben“, sagt der Rentner entspannt. Er macht den Motor aus, lässt das Fenster ein Stück herunter und wartet, bis der Schrankenwärter die Kurbel wieder betätigt.

Umfrage an Haushamer Schranke: Warten Sie jetzt entspannter?

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