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Zum Auftakt ins Krankenhaus Agatharied kamen interessierte Zuhörer, um den Akteuren (v.l.) Ralf Huss, Vorsitzender der Norbert-Kerkel-Stiftung, Neurologie-Chefarzt Stefan Lorenzl, Monika Singer, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Aufsichtsratsmitglied Klaus Fresenius und Geschäftsführer Michael Kelbel zu lauschen. 

Zentrale Stelle im Krankenhaus Agatharied

Neues Demenz-Beratungstelefon: Die Nummer bei Vergessen

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Eine Telefonnummer, die den Betroffenen einer Demenz Hilfe verspricht. Vor allem die Angehörigen, die am meisten darunter leiden, sollen bei einem Anruf im Krankenhaus Agatharied unterstützt werden.

Landkreis – Ein 73-Jähriger kommt in die Psychiatrie im Krankenhaus Agatharied. Er erzählt, dass er nachts Tiere und Kinder durch das Haus rennen sieht. Wenn er sie aber anspricht, schweigen sie. Der Mann hat eine Form von Demenz, die mit Sinnestäuschungen einhergeht. Monika Singer, Fachärztin für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, sagt: „Wir haben dem Mann helfen können.“

Dazu ist aber erst einmal wichtig, dass sich Betroffene und Angehörige melden. Komplett heilbar ist eine Demenz-Erkrankung zwar noch nicht. Mit entsprechender Behandlung lässt sich die Situation aber verbessern. Um den von Demenz Betroffenen eine Anlaufstelle zu bieten, gibt es im Krankenhaus Agatharied nun ein Beratungstelefon.

Veranlasst hat das Projekt die Norbert-Kerkel-Stiftung, Schirmherrin ist Herzogin Helene in Bayern. Ralf Huss, der beim Auftaktabend in Agatharied nicht in seiner Funktion als Pathologe, sondern als Vorsitzender der Stiftung referierte, erklärte den Gedanken hinter dem Projekt: „Die Telefonberatung soll verhindern, dass Familien an der Demenz kaputt gehen.“ Vielfach wären es nämlich die Angehörigen, die unter der Belastung leiden.

Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie – viele Organisationen engagieren sich im Landkreis bereits für Demenz-Betroffene. „Wir wollen das im Rahmen einer Netzwerkstruktur optimieren“, sagte Huss. Die Beratung soll auch den Netzwerkpartnern eine Stütze sein. Ihnen allen geht es um eines: Menschen fördern, die unverschuldet in Not geraten sind. „Das Projekt ist ein Schritt, eine Lücke zu füllen.“

Ans Telefon gehen Mitarbeiter vom Patientenservice. Unter 0 80 26 / 3 93 31 11 werden immer mittwochs von 13 bis 15 Uhr Fragen zur Krankheit beantwortet sowie Ansprechpartner und Kontakte vermittelt. „Wir werden das Netzwerk koordinieren“, sagte Astrid Achterberg, Leiterin des Patientenservices. Für sie und alle Partner gilt: Je früher der Anruf, um so hilfreicher die Behandlung.

nip

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