Nicht jeder hält sich dran: Die Parkzeitbegrenzung an der Alten Tegernseer Straße wird von manchen Autofahrern offenbar nicht wirklich ernst genommen.
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Nicht jeder hält sich dran: Die Parkzeitbegrenzung an der Alten Tegernseer Straße wird von manchen Autofahrern offenbar nicht wirklich ernst genommen.

Verkehrsüberwachung

Zu wenig Strafzettel in Hausham? Grüne fordern mehr Kontrollen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Im Haushamer Gemeinderat forderte Grünen-Mitglied Willi Halletz mehr Kontrollen des Parkraums an der Alten Tegernseer Straße. Alle anderen Fraktionen lehnten das ab.

Hausham – Sie stehen da, wo sie eigentlich nicht stehen dürfen. Zumindest nicht länger als zwei Stunden. Wochenlang würden Autos an der Alten Tegernseer Straße in Hausham parken – obwohl dies laut Beschilderung mit Parkscheibe maximal für zwei Stunden erlaubt sei, berichtete Willi Halletz (Grüne) nun im Haushamer Gemeinderat. „Strafzettel bekommt trotzdem keiner“, beschwerte sich Halletz. Da sie dies auch in anderen Teilen Haushams beobachten, hatten die drei Grünen-Gemeinderäte Halletz, Harda von Poser und Sascha Privitera nun eine Ausweitung der Verkehrsüberwachung von derzeit 20 auf 40 Wochenstunden beantragt.

Halletz hält Kontrollen für zu wenig

Nur wenn man auch kontrolliere, würden die erlassenen Regeln Sinn ergeben, fand Halletz, der ein „gesundes Misstrauen“ forderte. So habe er gehört, dass die von der Gemeinde beauftragte Firma K & B letztlich nur fünf Stunden pro Woche im Außendienst unterwegs sei. Viel zu wenig, meinte Halletz und wollte von der Gemeindeverwaltung wissen, wer wann und wo nach Falschparkern Ausschau halte.

Schwerpunkt der Überwachung an anderer Stelle

Geschäftsleiter Rudi Randler klärte auf. Die Verkehrsüberwachung finde sehr wohl 20 Stunden aktiv, wobei hierzu auch Einsätze im fließenden Verkehr (Geschwindigkeitsmessungen) zählen würden. Hinzu kämen noch zehn Stunden im Innendienst. Beispielsweise, um die Halter der geblitzten Fahrzeuge anzuschreiben und das Bußgeld einzufordern. Ein Schwerpunkt der Überwachungstätigkeit liege am Krankenhaus Agatharied, erklärte Randler. Beschwerden, dass an bestimmten Stellen zu wenig kontrolliert werde, seien im Rathaus bislang nicht eingegangen. Bürgermeister Jens Zangenfeind (FWG) ergänzte, dass man auch an der Brentenstraße verstärkt unterwegs sei, um die Anfahrtswege für Feuerwehr und Bergwacht freizuhalten. Seitdem zeige das dort eingeführte Halteverbot Wirkung.

Gemeinderatsmitglieder misstrauten Halletz‘ Vorstoß

Thomas Danzer (SPD) kam der Antrag der Grünen seltsam vor. „Geht es da wirklich um Bedenken wegen einer Gefährdung der Verkehrssicherheit oder eher um Disziplinarmaßnahmen für die Bürger?“, fragte Danzer. Erich Eckmair (CSU) hielt die bestehenden 20 Überwachungsstunden für ausreichend. Er vermutete gar „persönliche Befindlichkeiten“ hinter Halletz’ Vorstoß. „Wohnst du nicht selbst in der Alten Tegernseer Straße?“, fragte Eckmair.

Bürgermeister bietet Kompromiss an

Poser schraubte die beantragte Aufstockung schließlich etwas zurück. „30 Stunden reichen“, sagte sie. Doch auch dafür fand sich – außer den drei Grünen – keine Zustimmung im Gremium. Der Rathauschef versprach aber, Anregungen von Bürgern weiterhin nachzugehen. Bei Auffälligkeiten könnten diese jederzeit im Rathaus Bescheid geben. „Dann gehen wir dem nach.“ In den vergangenen Jahren habe man aber eher Beschwerden erhalten, dass die Kontrollen zu streng seien. So hätten sich etwa manche Geschäftsleute geplagt, dass die Verkehrsüberwachung ihre Kunden „malträtieren“ würde. Letztlich sei es immer ein schmaler Grat, räumte Zangenfeind in der Diskussion ein. „Wir wollen regeln, aber niemanden einfach abkassieren.“ sg

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