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Motiviertes Team: der neue Vorstand der Freien Wählergemeinschaft Landkreis Miesbach mit (v.l.) Beisitzer Andreas Hallmannsecker, Schriftführerin Ria Röpfl, Beisitzer Andreas Hagleitner, Vorsitzendem Norbert Kerkel, Beisitzer Klaus Thurnhuber, Vize-Vorsitzendem Jens Zangenfeind und Kassier Anton Lentner.

Klare Worte bei Hauptversammlung

„Zum Fremdschämen“: Freie Wähler kritisieren Debatten im Kreistag

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Sachthemen in den Vordergrund: Diese Strategie wollen die Freien Wähler im Landkreis in Zukunft noch stärker verfolgen. Und sie kritisieren die Diskussionskultur im Kreistag.

Landkreis – Sachverstand vor Parteipolitik: Diese Forderung zog sich wie ein roter Faden durch die Redebeiträge bei der Hauptversammlung der Freien Wählergemeinschaft im Landkreis Miesbach im Agatharieder Staudenhäusl. Vor allem die Diskussionskultur im Kreistag müsse sich deutlich verbessern, betonten Vorsitzender Norbert Kerkel und sein neu gewählter Stellvertreter, Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind, in ihren Berichten aus den Gremien.

Die Parteipolitik spiele oft eine zu große Rolle, kritisierte Zangenfeind. „Das ist schade, denn es blockiert vieles.“ Bei manchen Debatten habe man sich regelrecht „fremdschämen“ müssen. Kerkel verwies dabei auch auf die Tagesordnung. Bei der Durchsicht der Protokolle habe er festgestellt, dass die Verwaltungsthemen in jüngster Zeit überwogen hätten. „Der Landkreis sollte wieder mehr gestalten“, sagte Kerkel. Darauf würden die Freien Wähler künftig verstärkt ein Auge haben.

Bei der Hauptversammlung im Staudenhäusl überwogen klar die Sachthemen. Die Neuwahl des Vorstands ging in wenigen Minuten über die Bühne. Auf eine geheime Abstimmung verzichteten die 36 anwesenden Mitglieder. „Bei uns kann jeder seine Meinung sagen, auch wenn wir uns damit ab und zu auf die Füße steigen“, sagte Wahlleiter Sepp Hartl. So weit kam es jedoch nicht. Alle Posten wurden einstimmig besetzt.

Eine personelle Veränderung ergab sich beim Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Weil sich Michael Pelzer nach vier Jahren nicht mehr zu Wahl gestellt hatte, hatte Kerkel beim Haushamer Rathauschef angeklopft. „Ich musste mir schon überlegen, wie es mit meinen zeitlichen Ressourcen aussieht“, gab Zangenfeind zu. In Zeiten der AfD sehe er das politische Engagement aber als wichtig an. Zumal die Freien Wähler im Landkreis eine lange Tradition hätten, die es fortzuführen und zu stärken gelte.

Was eine sachlich-konstruktive Zusammenarbeit bewirken kann, erklärte Vize-Landrat Klaus Thurnhuber am Beispiel der Arbeitsgruppe Landschaftsschutz, die auf Antrag von FWG und CSU gegründet wurde. „Da war der Sachverstand vorne dran“, sagte Thurnhuber. Ganz im Sinne der Freien Wähler: „Wir setzen wir uns für das ein, was für die Menschen im Landkreis am besten ist.“ Kerkel nannte dabei auch das Verfahren zur Wasserschutzzone. Durch Druck auf Landrat Wolfgang Rzehak sei es gelungen, doch noch mehr Zeit „herauszuschinden“.

An das Lebenswerk von Kerkels Vater erinnerte Klaus Fresenius in seinem Bericht aus dem Aufsichtsrat des Krankenhauses Agatharied. So sei es dem damaligen Landrat ein großes Anliegen gewesen, dass seelisch und körperlich Kranke durch denselben Eingang in die Klinik kämen. Leider sei die Kooperation mit dem Bezirk als Träger der KBO-Lech-Mangfall-Klinik zuletzt immer schwieriger geworden, weil dieser die Eigenständigkeit seiner Einrichtung stärker herausarbeiten wolle. Und das wohl, wie Fresenius vermutete, aus politischen Gründen.

Der neue Vorstand

der Freien Wählergemeinschaft im Landkreis Miesbach: Norbert Kerkel (Vorsitzender), Jens Zangenfeind (stellvertretender Vorsitzender), Anton Lentner (Kassier), Ria Röpfl (Schriftführerin), Hans Lindmeier, Quirin Höß (beide Revisor), Klaus Thurnhuber, Andreas Hallmannsecker, Hans Schönauer, Andreas Hagleitner und Sebastian Marschall (alle Beisitzer).

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