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Checkliste am Nida-Pad ausfüllen und in die Klinik übermitteln: das Rote Kreuz und das Krankenhaus Agatharied arbeiten an einem Projekt, das Pilotcharakter für Bayern haben soll. Es kommt vor allem den Patienten zugute. 

Pilotprojekt

Der schnelle Draht ins Krankenhaus

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Agatharied - Im Ernstfall zählt jede Minute. Die Zeitspanne von der medizinischen Erstversorgung bis zur Behandlung in der Klinik soll sich deshalb im Landkreis entscheidend verkürzen. Rotes Kreuz und Krankenhaus Agatharied basteln an einem Projekt, das Pilotcharakter für ganz Bayern haben soll.

Ob Akuttraumatologie, Stroke Unit oder Chest Pain Unit – schon heute erfahren Unfallopfer oder Patienten mit Schlaganfall oder Herzinfarkt am Krankenhaus Agatharied eine rasche Notfallbehandlung. Und doch: Jede Minute, die es noch schneller geht, hilft Langzeitschäden zu vermeiden. Die Lösung heißt Telematik.

„Derzeit werden die Patienten bei ihrer Einlieferung zunächst im Schockraum untersucht und anschließend zur Behandlung weitergeleitet“, berichtet Robert Kießling, Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). „Künftig können Patienten am Schockraum vorbei direkt zur Computertomographie oder in den Herzkatheter gebracht werden.“ Möglich macht dies eine technische Vernetzung von Rettungsdienst und Klinik.

Heißt: Die Vitaldaten werden bereits im Krankenwagen erfasst und laufend ans Krankenhaus übermittelt. Überdies erfassen die Sanitäter nach einer Art Checkliste die Beschwerden oder Verletzungen des Patienten. Auch diese Daten werden übertragen und vermitteln dem Arzt im Krankenhaus ein umfassendes Bild der Lage. „Hier soll nicht die ärztliche Kompetenz ersetzt werden, es geht schlichtweg um Zeitgewinn“, stellt Kießling klar. „Auf Basis der Daten kann der Arzt im Krankenhaus bereits die notwendigen Behandlungsschritte veranlassen.“

Voraussetzung für das Zusammenspiel ist die Ausstattung des Krankenhauses und der Rettungswagen mit entsprechenden Geräten, sogenannten Nida-Pads und Nida-Servern. Ganz neu ist die Sache mit dem Notfall-Informations- und Dokumentations-Assistenten nicht. Allerdings fehlt dem Projekt in Bayern etwas der Schwung. „Es gibt noch nicht allzu viele Kliniken, die mitmachen“, weiß Michael Kelbel, Geschäftsführer des Krankenhauses Agatharied.

Die Miesbacher wollen das ändern und planen zugleich eine Art Pilotprojekt. Denn bislang ist die Technik dort, wo sie bereits im Einsatz ist, nur in den sogenannten Vorhaltungsfahrzeugen zu finden. Das sind jene Rettungswagen, die gemäß der Vorgabe des Innenministeriums in einem Landkreis einsatzbereit sein müssen. Im Landkreis will der BRK-Kreisverband über diese vier Sanitätsfahrzeuge hinaus auch die drei Rettungswagen ausstatten, die von Ehrenamtlichen betreut werden und immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Vorhaltungsfahrzeuge ausgelastet sind.

„Die Idee, auch die Ehrenamtlichen in dieser Technik zu schulen, ist neu“, sagt Kießling. „Wenn wir es für die Patienten gut machen wollen, kommen wir daran aber nicht vorbei.“ Allein im vergangenen Jahr fuhr der BRK-Rettungsdienst im Landkreis 5259 Einsätze. Von den 70 800 geleisteten Stunden absolvierten die Ehrenamtlichen fast 20 Prozent.

Um dem Projekt Gehör – und vor allem Geld – zu verschaffen, findet im Rahmen des Weltrotkreuztages eine Charity-Veranstaltung im Waitzinger Keller in Miesbach statt. Festredner bei dem Abend am Sonntag, 8. Mai, ab 18 Uhr sind Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner und BRK-Präsident Theo Zellner. „Wir hoffen, dass wir Unternehmen und Privatleute finden, die das Projekt mit einer Patenschaft finanziell unterstützen“, sagt Kießling. Für technische Ausstattung und Schulung rechnet er mit Kosten von rund 100 000 Euro. Wenn das Projekt im Laufe dieses Jahres im Landkreis umgesetzt ist, soll es über das BRK möglichst auf ganz Bayern ausgerollt werden. Kießling: „Die ganze Sache ist eigentlich nicht so schwierig. Sie muss nur angepackt werden.“

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