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Casanova bezieht Prügel

Nebenbuhler niedergestreckt, Haftstrafe kassiert 

Miesbach – Nachdem ihm ein Bekannter gleich zweimal Hörner aufgesetzt hat, ist einem 26-jährigen Haushamer der Kragen geplatzt. Er schlug zu. Weil dies aber nicht das erste Mal war, kann er sein Mütchen nun im Gefängnis kühlen.

Wenn ein Mann einem anderen die Freundin ausspannt, werden die beiden wohl keine Freunde mehr. Wenn aus dem Seitensprung dann auch noch ein Kind entsteht, ist dies umso schlimmer für den Betrogenen. Wenn dasselbe aber zwei Jahre später mit der neuen Freundin wieder passiert, dann gibt es für den Gehörnten womöglich nur eine Konsequenz: Rache. So sah dies zumindest ein 26-jähriger Haushamer, der sich nun wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten musste.

Auf dem Parkplatz des Miesbacher Oberlandcenters soll der Haushamer einem 28-jährigen Miesbacher im vergangenen Oktober aufgelauert und ihn mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt, ihn gewürgt und sich auf ihn gesetzt haben. „Den Faustschlag gebe ich zu“, gestand der Angeklagte, „den Rest hab’ ich nicht gemacht“. Und weiter: „Ich weiß, dass es falsch war, was ich gemacht habe. Aber er hat mich provoziert.“ Wie dies genau, wusste der Haushamer nicht mehr. Erst als drei Jugendliche am Tatort vorbeikamen und dem Miesbacher zur Hilfe eilten, ließ der Angeklagte von seinem Opfer ab. „Ich bin danach einfach abgehauen“, sagte der Geschädigte vor Gericht aus.

Doch der Haushamer bekräftigte auch, dass sein Handeln nicht grundlos passiert sei. „Verdient hat er den Schlag theoretisch schon“, erklärte er. „Und praktisch aus Ihrer Sicht auch“, ergänzte Amtsrichter Walter Leitner. „Sonst hätten Sie ja nicht zugeschlagen.“

Zwei Vorfälle aus den Jahren 2012 und 2014 hatten den Angeklagten offenbar so sehr erzürnt, dass er seine Wut auf den Miesbacher einfach auslassen wollte. „Er hatte vor vier Jahren mit meiner damaligen Freundin was, als ich im Gefängnis war. Dann hat er sie auch noch geschwängert.“ Es folgte der Kontaktabbruch, nicht aber ohne vorherige Drohung. „Wenn’s nochmal passiert, dann pack’ ich mir Dich“, soll der Angeklagte gesagt haben, wie der Geschädigte vor Gericht angab. Zwei Jahre später aber das gleiche Spiel mit der neuen Freundin des Haushamers. Der Miesbacher begann eine Affäre mit ihr – immerhin ohne anschließende Schwangerschaft. Die Revanche folgte auf dem Parkplatz des Oberlandcenters.

Was der Aggressor bei seiner Tat offenbar nicht bedacht hat, war, dass gegen ihn noch drei Bewährungen offen waren. Zudem hat er schon acht Einträge im Bundeszentralregister vorzuweisen, die von gemeinschaftlichem Diebstahl über gefährliche Körperverletzungen bis hin zu unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln reichen.

Vor allem aus diesem Grund plädierte die Staatsanwaltschaft auf eine achtmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Es habe zwar eine besondere Konfliktsituation vorgelegen, was aber keine Rechtfertigung für eine Körperverletzung ist. „Die Lösung von Konfliktbewältigungen ist bei Ihnen Gewalt“, schloss der Staatsanwalt.

„Mein Mandant hat erkannt, dass falsch war, was er getan hat, aber es liegt hier auch eine besondere Vorgeschichte vor“, verteidigte Anwältin Martina Meis ihren Mandanten und bat um ein milderes Urteil. Vergeblich. Leitner schloss sich dem Plädoyer des Staatsanwalts an, Der 26-Jährige muss wegen vorsätzlicher Körperverletzung für acht Monate hinter Gitter. „Es war keine Spontantat, sondern eine lange geplante“, begründete der Richter sein Urteil.

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