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Nicht wirklich „angebunden“: das Wolfseegelände. Dank gewisser Strukturen – etwa den Gebäuden – hofft Fischbachau, einen Bebauungsplan hinzubekommen. 

Bebauungsplan in der Mache

Hindernislauf zum Wohngebiet

Fischbachau - Die Gemeinde Fischbachau strickt weiter am Bebauungsplan für das Wolfsee-Gelände, als Alternative für den Campingplatz. 

Die Gemeinde Fischbachau verfolgt weiterhin ihren Plan, eine Alternativ-Nutzung für das Wolfsee-Gelände zu ermöglichen, sollte der Campingplatz einmal verschwinden. Anstatt zweigleisig zu fahren, konzentriert sich Bürgermeister Josef Lechner (CSU) nun aber auf nur einen Weg zum Ziel. Unverändert ist die Unsicherheit bei den Campern.

Bei den Dauercampern hatte die Ankündigung vor eineinhalb Jahren hohe Wellen geschlagen: Die Gemeinde plane ein Wohngebiet auf dem Gelände, hieß es, und das war durchaus auch wahr. Nur, so schränkte Lechner bald ein, handle es sich um einen Plan B – und zwar für den Fall, dass irgendwann einmal Schluss sein sollte mit dem Camping am Wolfsee. Die Dauergäste reagierten mit Unverständnis und Ablehnung. Nicht wenige verließen das Gelände auf Nimmerwiedersehen. Die Unzufriedenheit mit der Verwaltung tat ihr übriges dazu. Der schleichende Exodus der Dauercamper hat sich im Jahr 2015 fortgesetzt, berichten Gäste, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten.

Im Hintergrund waren schon zuvor Gespräche mit potenziellen Investoren gelaufen und auf Bestreben der Dauercamper wurden erneute Treffen anberaumt – ergebnislos. Das Problem laut Lechner: Neben dem nicht gerade geringen Kaufpreis müsste der Interessent auch einiges an Geld für Sanierung und Modernisierung mitbringen. Auch wenn Lechner den Campingplatz liebend gerne behalten will, so glaubt er offenbar nicht so recht an dessen Zukunft – zumindest nicht langfristig.

Der Plan der Gemeinde deshalb: das Gelände samt der nebenan gelegenen Wolfseehalle kaufen und entwickeln. Vor allem letzteres gestaltet sich angesichts der Gesetzeslage schwierig. Denn das Gelände liegt fernab von der nächsten Ortschaft, und im Landesentwicklungsprogramm ist das sogenannte Anbindegebot festgeschrieben. Heißt: Siedlungen sollen nicht isoliert auf der grünen Wiese gebaut werden, sondern an bestehende Strukturen angebunden werden. Damit soll der Flächenfraß eingedämmt werden.

Lechner hatte bislang mit einer Doppelstrategie versucht, diese Hürde zu umgehen. Zum einen gibt es ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren, das Ausnahmen vom Anbindegebot ermöglicht. Doch Lechners Vorstöße verebbten im Behördendschungel. Bleibt noch das Argument, dass am Wolfsee bereits Siedlungsstrukturen – namentlich diverse Immobilien wie zum Beispiel die Wolfseehalle – vorhanden sind und ferner eine Industriebrache droht. Diesen Weg verfolgt Lechner derzeit weiter und versucht, an mehreren maßgeblichen Stellen Überzeugungsarbeit zu leisten. Neben Ämtern und Behörden gehören dazu auch Ministerien. Der Bürgermeister hofft, dass „politische Vernunft über bürokratische Hemmnisse siegt“. Denn am Wolfsee sei ein neues Wohngebiet besser aufgehoben als auf einer anderen freien Fläche („grüne Wiese“), selbst wenn diese näher am Hauptort liegt. Gerade eruiert Lechner, was alles erledigt werden muss, damit ein Bebauungsplan rechtskräftig werden kann. „Wir müssen jetzt die Details abarbeiten“, sagt er.

Insgesamt geht es um gut 70 000 Quadratmeter Fläche. Nur 27 000 davon sollen für eine Wohnbebauung genutzt werden. Die andere Hälfte quasi der Natur zurückgegeben werden – und der Wolfsee der Öffentlichkeit. Aktuell ist er Campingplatzgästen vorbehalten. Das möchte Lechner ändern.

Derweil bleibt unklar, was der Eigentümer vorhat. Belastbare Aussagen hierzu liegen nicht vor. Mindestens heuer wird der Campingplatz weiterbetrieben, so viel steht fest. Und das Geschäft mit den Urlaubern brummt offenbar. „Im Sommer war es voll“, berichten die Gäste.

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