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Gut sichtbar: einer der beiden Ställe an der B 307 zwischen Miesbach und Agatharied, der andere befindet sich rechts dahinter.

Hühnerställe in Agatharied: Das Gezerre ist beendet

Hausham - Das Hickhack ist vorbei: Die zwei Hühnerställe an der B 307 zwischen Miesbach und Agatharied bekamen nun den Segen des Haushamer Bauausschusses. Das Ende eines langen Gezerres zwischen Hofbetreiber und Behörden.

Die beiden Hühnerställe sind zwar klein, doch ihre prominente Lage macht sie zum Blickfang: Entlang der B 307 zwischen Miesbach und Agatharied westlich der Bundesstraße hat die Familie Schaberl die jeweils sechs mal zehn Meter großen Gebäude gebaut. Seit etlichen Jahren schon stehen die Holzkonstruktionen mit Blechdach dort, doch irgendwie sind sie lange niemandem aufgefallen. Seit April 2012 aber erregen die Ställe die Aufmerksamkeit der Gemeinde.

„Dieser Fall kommt immer wieder“, sagt Bauamtsleiter Florian Ruml. Seit eineinhalb Jahren gilt es zu klären, ob die Bauten erlaubt sind. Hintergrund: Die Landwirte wollten die Hühnerställe auch nach dem Hof-Umzug auf die andere Straßenseite nutzen. Als Unterstand für Enten, Gänse, Schafe und Lämmer – um so die Hühner vor der Salmonellengefahr durch das andere Geflügel zu schützen.

Die Anfrage schmetterte der Bauausschuss im Dezember 2012 und Februar dieses Jahres ab. Das Gremium wollte die Ställe wegen ihres Standorts, ihrer Gestaltung und ihres Blechdachs nicht. Weitere Hühnerställe sollten laut Ausschuss beim neuen Hof östlich der Bundesstraße entstehen. Eine Genehmigung brauchten die Schaberls, weil die Tiere ganzjährig in den Ställen untergestellt waren. Wenn dort hingegen nur vorübergehend Geflügel lebt oder Material lagert, ist der Bau genehmigungsfrei. Und so hat sich die Sachlage mittlerweile geändert: Die Familie beantragte nun, die Ställe nicht als dauerhaften, sondern nur als vorübergehenden Unterstand zu nutzen. „Damit ist kein Bauantrag nötig“, erklärte Ruml in der Bauausschusssitzung.

Allerdings hatte das Gremium noch über die Abweichung von der Gestaltungssatzung zu entscheiden. Denn die beiden Dächer besitzen keine Ziegel. Die Blechdächer aber sind nur im Ausnahmefall legitim. Laut Ruml sei der gegeben: Die beiden Ställe sind als fahrbare Fertigställe in Leichtbauweise konzipiert, was gemäß Familie Schaberl Dachziegel statisch nicht zulasse. Die Verwaltung schlug daher vor, der Ausnahme zuzustimmen. Zumal das gewellte, rot-braune Blechdach „Ziegeln ähnlich sehe“, wie Ruml meinte.

Die Ausschussmitglieder votierten ohne Wortbeiträge einstimmig dafür – wenn auch mit einem Schmunzeln. Zu oft hatten sie bereits über die Hühnerställe diskutiert, sich darüber geärgert. Jetzt, wo die Gebäude den gemeindlichen Segen haben, ist es daher fast schon Ironie: Einer der Ställe wird bald entfernt, da eine Firstpfette gebrochen ist.

Vera Markert

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