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Reden wir wieder mal über die Ortsmitte: Alois Maichel (r.) moderierte den CSU-Infoabend im Restaurant Charivari. Tags zuvor war das Thema Ortsmitte auch im Gemeinderat zur Sprache gekommen. Seinen Antrag auf Erhalt des alten Schulhauses zog Michael Dürr (vorne l.) derweil zurück. 

Info- und Diskussionsabend

Ein Bürgerzentrum – das wär’s

Das Thema Schlierseer Ortsmitte hat es wieder ins Licht der Öffentlichkeit geschafft. Tendenz: Der Startschuss fällt mit dem Anbau ans Heimatmuseum. Wie es weitergeht, steht ebenso in den Sternen wie – das lehrt die Erfahrung – eine belastbare Antwort auf die Frage nach der weiteren Bürgerbeteiligung.

Gleich an zwei Abenden diese Woche konnten interessierte Bürger Neues über die Zukunft der Schlierseer Ortsmitte erfahren. Wie berichtet, hatte der PWG-Gemeinderat Michael Dürr den Antrag gestellt, dass sich der Gemeinderat per Beschluss zum Erhalt des alten Schulhauses bekennt. Letztlich zog er seinen Antrag zurück. Selbst ihm politisch nahestehende Gemeinderäte hatten bekundet, dass sie eine Entscheidung pro oder contra Abriss zum jetzigen Zeitpunkt nicht treffen können. Egal, letztlich ging es Dürr darum, die Diskussion wieder in die Öffentlichkeit zu bringen, und das war schon zuvor sichergestellt, da die Orts-CSU für den Tag nach der Sitzung zu einem Info- und Diskussionsabend eingeladen hatte. Und ob Dürrs Ansinnen, den Kindergarten ins alte Schulhaus zu verlegen, Sinn ergibt, war am Dienstagabend noch unklar, da keine Anmeldezahlen vorlagen.

Am Mittwoch stellten Moderator Alois Maichel und Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer im Restaurant Charivari das geplante Vorgehen dar, mit dem Ziel, Meinungen und Anregungen zu bekommen. Genannt wird das Konzept Phasen-Modell, was sich etwas gewichtiger anhört, als es tatsächlich ist.

So ist das Vorgehen: Die Gemeinde befasst sich nacheinander mit den relevanten Bereichen Heimatmuseum, altes Schulhaus, Marktplatz, Parkplätze an der Gartenstraße südlich der Bahngleise und Tennisplätze an der Vitalwelt. Erst wenn klar ist, was im einen Bereich passiert, wird der nächste angegangen. Start: eben das Heimatmuseum.

Bekanntlich will die Gemeinde das „verstümmelte Gebäude“ (Florian Guggenbichler, Die Schlierseer) mit einem Anbau versehen. Inzwischen haben auch die Ortsvereine, die dort eine neue Heimstatt bekommen sollen, ihren Bedarf gemeldet. Ergebnis: einen Mehrzweckraum mit gut 100 Quadratmetern für Musik- oder Plattelproben braucht es, ansonsten eigentlich nur Lagerflächen für Vereinsinventar. Platz soll auch für das Gemeindearchiv und für Sonderausstellungen des Museums sein. Damit ist der dreigeschossige Anbau – so wie ihn Architekt Johannes Wegmann im Herbst unverbindlich vorgeschlagen hat (wir berichteten) – aber noch nicht ausgelastet.

Aus der Runde der gut 50 Zuhörer kam eher mehr Kritik als Lob am Phasenplan. Selbst Architekt Heinz Blees, der zusammen mit Wegmann und Gerhard Krogoll ein Brainstorming zur Ortsmitte betreibt, sagte, damit sei er „nicht ganz glücklich“. Er ziehe es vor, alle fraglichen Flächen anzuschauen und Antworten auf die Frage zu finden: Was passt wohin? Mehrfach wurde angeregt, Heimatmuseum und Schulhaus als eine gemeinsame Phase zu betrachten. Schließlich sind die künftigen Nutzer des Anbaus jetzt in der benachbarten Schule untergebracht. Zur Frage Abriss oder nicht war das Meinungsbild ebenso unklar wie zuvor im Gemeinderat.

Einigkeit herrschte derweil darin, dass die Turnhalle hinter der Schule erhalten bleiben oder im Falle eines Abrisses eine Alternative geschaffen werden muss. Recht unbestritten ist auch das Ziel einer Attraktivitäts-Steigerung der Ortsmitte. Die Menschen anlocken, lautet das Ziel – Einheimische und Gäste. Hierzu fielen Stichworte wie „Bürgerzentrum“, „erweitertes Info-Zentrum“ als Tourist-Info-Ableger oder allgemeiner: „soziale Nutzung“.

Einen konkreteren Vorschlag hatte Lantenhammer-Chef Anton Stetter dem Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung vorgestellt: eine Schau-Brauerei im Stile der Whisky-Destillerie Slyrs – bekanntlich ein echter Anziehungspunkt in Neuhaus.

Seitens der CSU geht es laut Maichel nun so weiter: Die CSU wird sich mit den Ergebnissen des Abends befassen und einen Vorschlag in den Gemeinderat einbringen. Das war im Übrigen schon das Ergebnis einer gleichartigen Veranstaltung im Oktober 2014 gewesen. Vom damals noch favorisierten externen Berater – gewünscht auch als Ergebnis einer Bürgerbefragung im Jahr 2013 – ist übrigens nicht mehr die Rede. Moderator Maichel schloss mit den Worten: „Wir werden dieses Jahr sicher noch eine Veranstaltung zu dem Thema machen.“

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