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Lärmschutz: Ein Wall bei Wöllkam wurde bereits errichtet.

Aktionsplan an der Autobahn

Lärmgeplagte sollen Laut geben

Irschenberg - Dauerhafte Lärmbelastung ist schädlich für die Gesundheit. Irschenberger, die von den Geräuschen der Autobahn betroffen sind, sollen sich bis 7. März bei der Regierung von Oberbayern melden.

Tag und Nacht rauschen sie vorbei: Pendler, Urlauber, Berufskraftfahrer. Und alle passieren sie die Gemeinde Irschenberg. Vor allem tagsüber, wenn viele Lastwagen auf der Autobahn unterwegs sind, ist der Geräuschpegel hoch. Einen Lärmwall bei Wöllkam gibt es bereits, weitere Maßnahmen sollen folgen.

Die Regierung von Oberbayern hat einen Lärmaktionsplan aufgestellt. Betroffene Bürger sind aufgerufen, sich hierzu zu äußern. Der Aktionsplan liegt ab sofort in der Gemeinde Irschenberg aus. Zudem ist er auf der Homepage einsehbar. „Die Bevölkerung hat nun einen Monat Zeit, sich das anzusehen“, erklärt Geschäftsleiter Josef Bögl.

Im Plan sind Vorschläge seitens der Regierung aufgeführt, wie die Lärmsituation verbessert werden soll. Unter Maßnahme fünf steht dort: „Prüfung der Anliegen von Bürgern [...]“. Das bedeutet: „Betroffene Bürger können Vorschläge zum Lärmschutz unterbreiten“, erklärt Bürgermeister Hans Schönauer (FWG).

Die Belastung ist hoch. Andere Ortsteile und die Gemeinde selbst sind nach wie vor von extrem hohen Pegeln belastet, wie  die Grafik zeigt.

Mehr als 50 Einwohner in Irschenberg sind tagsüber von einem Lärmpegel über 67 Dezibel (dB) betroffen. „Deshalb liegt nach der Lärmkartierung des Bayerischen Landesamtes für Umwelt ein Lärmbrennpunkt vor“, erläutert Michaela Krem von der Regierung von Oberbayern. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) stuft Belastungen über 65 dB als gesundheitsgefährdend ein. „Die Anwesen direkt an der A8 melden sich immer wieder, ob wir etwas tun können“, erzählt Bögl. Die Gemeinde sei wiederholt bei Anhörungen vertreten gewesen und habe eine Lärmminderung gefordert.

Damit ein solcher Aktionsplan wie in Irschenberg zustande kommt, muss das Gebiet erst überprüft werden. Das Landesamt für Umwelt (LfU) übermittelt Brennpunktgebiete, die dann von der Regierung von Oberbayern genauer untersucht werden. „Für die Gemeinde Weyarn wird derzeit ebenfalls die Aufstellung eines Lärmaktionsplans geprüft“, sagt Krem.

Die Irschenberger haben diesen Schritt schon hinter sich. Bis einschließlich Montag, 7. März, können die Bürger nun Stellungnahmen und Anregungen einreichen. „Beispielsweise können sie einen Zuschuss von 75 Prozent auf Lärmschutzfenster beantragen“, erklärt der Irschenberger Geschäftsleiter.

Doch nicht nur diejenigen, die direkt an der Autobahn wohnen, sind angesprochen. „Die Empfehlung ist, sich auf alle Fälle zu melden, damit es in die Planung einfließt“, betont Bögl. Denn schließlich soll es in Zukunft nicht leiser werden auf der Autobahn – der vierspurige Ausbau wird früher oder später kommen.

Im Hinblick darauf ist es Bögl wichtig, dass sich auch die Bürger melden, die nur gering belastet sind „Keiner soll vergessen werden“, erklärt er. Wann es zum Ausbau kommt, weiß Bögl nicht. „Eine Jahreszahl steht noch nicht fest“, sagt er. Doch im Rahmen des Lärmaktionsplans sei ein interessanter Aspekt aufgekommen: „Als erster Schritt beim Ausbau wird der Abschnitt bei Irschenberg gemacht“ erklärt der Geschäftsleiter. Das ganze Ausmaß der Belastung zu erfassen, liegt nun am Engagement der Bürger.

 

Der Lärmaktionsplan  kann auf der Homepage der Gemeinde abgerufen werden unter www.irschenberg.de. Anträge zu diesem Thema sollen bis 7. März schriftlich bei der Regierung von Oberbayern eingehen, versehen mit dem Stichwort „Lärmaktionsplan Bundesautobahnen Gemeinde Irschenberg“.

 

Von Nina Probst

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