Angela Babl, Kreisbäuerin von 2002 bis 2007

Angela Babl zum 80.: Von der Quereinsteigerin zur Kreisbäuerin

  • Sebastian Grauvogl
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Den Landwirten im Landkreis Gehör verschaffen – das ist Angela Babl bis heute ein großes Anliegen. Vor wenigen Tagen feierte die Irschenbergerin ihren 80. Geburtstag.

Irschenberg – Den Landwirten im Landkreis Gehör verschaffen – das ist Angela Babl bis heute ein großes Anliegen. Und dafür scheute die Irschenbergerin in ihrer Zeit als Kreisbäuerin auch vor ungewöhnlichen Methoden nicht zurück. Als der damalige Landwirtschaftsminister Horst Seehofer bei seinem Besuch auf dem Landfrauentag ankündigte, er habe nur wenig Zeit und müsse schnell wieder weg, kündigte Babl schlagfertig an: „Dann lasse ich die Türen zusperren.“ Die (nicht ganz ernst gemeinte) Warnung zeigte Wirkung: Der Minister blieb und hörte sich die Sorgen und Wünsche der Bäuerinnen an.

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Angela Babl zum 80.: Von der Quereinsteigerin zur Kreisbäuerin

Nur ein Beispiel für Babls unermüdlichen Einsatz für die Belange der Landwirtschaft. Noch heute wird die Irschenbergerin, die vor wenigen Tagen ihren 80. Geburtstag gefeiert hat und 2008 mit der Staatsmedaille für ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurde, leidenschaftlich, wenn sie über die in ihren Augen immer noch oft fehlende Wertschätzung der Leistungen von Bauern und Landfrauen in Politik und Gesellschaft spricht. „Es ist traurig, wie manche Leute aus Unwissenheit auf der Landwirtschaft rumtrampeln“, sagt Babl. Dagegen ankommen könnten die Bäuerinnen und Bauern nur, wenn sie ihre Produkte und ihr Können selbstbewusst präsentieren.

Wie das geht, das hat die 80-Jährige gleich an mehreren Fronten bewiesen. 24 Jahre saß sie für die CSU im Irschenberger Gemeinderat und 24 Jahre im Kreistag (1990 bis 2014). Nach zehn Jahren als Stellvertreterin von Anna Marx aus Fischbachau wurde Babl 2002 zur Kreisbäuerin gewählt. Um das Amt gerissen habe sie sich zwar nicht, erinnert sie sich. „Aber es hat mit sehr viel Spaß gemacht.“ Nur wenn man Verantwortung übernehme, könne man auch etwas bewegen.

Diese Einstellung half ihr auch auf dem heimischen Hof. Denn als Babl 1962 ihren Mann Georg (82) heiratete, war die in Allach aufgewachsene Hotelfachfrau allenfalls eine Quereinsteigerin in der Landwirtschaft. „Damals musste man sich erst mal richtig beweisen“, erinnert sie sich. Dass sich Einsatz und Selbstvertrauen auszahlen, vermittelt Babl auch heute noch den (jungen) Landwirten. Die Ausstellung „Wos i gern dua und sammed“ im Irschenberger Trachtenheim, die sie zusammen mit Sepp Grundbacher gegründet hat, wird alle paar Jahre zur großen Bühne für allerlei Talente aus der Landwirtschaft. Und fördert damit auch den Austausch untereinander und mit den Verbrauchern. Babls Geheimrezept, wie sie sagt: „Wichtig ist immer, dass man im Gespräch bleibt.“ Eine Vehemenz, die einst auch Seehofer beeindruckte. 

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