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Sorgen für Unmut: Die Carports (vorne l.) auf dem Privatgrundstück in Markstein im Gemeindebereich Irschenberg wurden ohne Genehmigung gebaut.

„Normalerweise fragt man vorher.“

Aufschrei im Gemeinderat: Fachmann baut privat ohne Genehmigung

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Eine Reihe von Außenanlagen hat ein Hausbesitzer in Irschenberg errichtet - ohne Genehmigung. Der Aufschrei im Gemeinderat war groß - vor allem, weil der Bauherr vom Fach ist.

Irschenberg – Ein Außenschwimmbecken, vier Carports, eine verglaste Terrassenüberdachung und ein Anbau an einen Schuppen: Eine ganze Reihe von baulichen Veränderungen hat das Ehepaar Moser, Gründer der Moser Hausbau GmbH in Miesbach, auf seinem Privatgrundstück in Markstein im Gemeindebereich Irschenberg beantragt.

Obwohl die Fläche im Außenbereich liegt, sei daran baurechtlich an sich nicht viel auszusetzen, erklärte Geschäftsleiter Josef Bögl nun im Gemeinderat. „Es handelt sich ja nur um kleine Anbauten.“ Dass es im Gremium dennoch heftigen Gegenwind gab, lag am Vorgehen des Bauherren. Der nämlich hatte die meisten beantragten Anlagen bereits errichtet – ohne das Einverständnis von Gemeinderat und Landratsamt abzuwarten.

„Das meiste steht schon“, sagte Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth). Hans Maier (FDP/Aktive Bürger) wurde etwas konkreter: „Eigentlich steht da schon alles“, sagte er. Damit nicht genug: Das Thema werde „draußen heiß diskutiert“, berichtete Maier. Zumal der Bauherr „kein Fachunkundiger“ sei. Schönauer konnte die vermeintliche Aufregung nicht recht nachvollziehen. „Ich komme auch oft raus, aber ich habe noch nichts gehört“, sagte er. Falls es ihn so sehr störe, könne er ja dagegen stimmen, meinte der Bürgermeister in Richtung Maier. „Das ist ein demokratischer Prozess.“

Doch Maier war mit seiner Meinung nicht allein. Zwar würden die errichteten Anlagen nicht schlecht aussehen, fand Tom Niggl (CSU) „Aber normalerweise fragt man vorher.“ Franz Anian Nirschl (FWG Irschenberg-Reichersdorf) war der gleichen Meinung. Die feine Art sei die Vorgehensweise des Bauherren nicht. „Das gehört sich nicht“, fand Zweiter Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). „Wenn es jeder so macht, stehen wir ganz schön blöd da.“

Maier betonte, dass es ihm letztlich um eine Gleichbehandlung gehe. So habe der Gemeinderat andernorts Carports durchaus auch mal abgelehnt. „Und hier werden wir einfach vor vollendete Tatsachen gestellt“, ärgerte sich Maier. Die von ihm beantragte namentliche Abstimmung endete mit 5:6 Stimmen – eine knappe Ablehnung des Antrags.

Wie es weitergehe, entscheide das Landratsamt, erklärte Bögl. Nur die Behörde könne ein Bußgeld verhängen oder einen Abbruch anordnen. Auf was es im konkreten Fall hinausläuft, steht noch nicht fest, teilt Sophie Stadler, stellvertretende Pressesprecherin am Landratsamt, auf Nachfrage unserer Zeitung mit. Die planungsrechtlichen Voraussetzungen würden derzeit geprüft und zeitnah bei einem Ortstermin erörtert. Dabei werde auch über mögliche Konsequenzen entschieden.

Grundsätzlich seien bauliche Veränderungen im Außenbereich „fast immer genehmigungspflichtig“. Carports und Schwimmbecken sogar in jedem Fall. „Wird ohne Genehmigung im Außenbereich gebaut, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit“, sagt Stadler.

Der Bauherr Hermann Moser räumt seinen Fehler ein. „Die Vorgehensweise war nicht richtig“, sagt Moser auf Nachfrage unserer Zeitung. Er habe sich bereits beim Bürgermeister entschuldigt. Dass die Carports vorschnell errichtet wurden, begründet Moser mit Blick auf die Sicherheit. So würden in der Nähe seines Grundstücks einige große Bäume stehen. Bei einem Sturm würden regelmäßig dicke Äste in Richtung seines Hauses fliegen. Um die Gefahr für die dort parkenden Autos zu minimieren, habe man die Carports möglichst schnell gebaut. Dennoch ist Moser bereit, für die baurechtlichen Konsequenzen aus seinem Vorgehen einzustehen. Ein etwaiges Bußgeld werde er selbstverständlich umgehend begleichen.

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