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Rund um den McDonald’s bei Irschenberg sind einige Eimer aufgestellt – trotzdem landet der Müll woanders. 

An Autobahnraststätte Irschenberg

Das Problem mit dem Fastfood-Müll ist größer geworden

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Fastfood hinterlässt Müll. Und damit der nicht die Wiesen rund um die Autobahnraststätte Irschenberg verschandelt, sucht die Gemeinde jemanden, der hinter den Schnellessern aufräumt.

Irschenberg – Zerknüllte Pommestüten, Getränkebecher samt Strohhalmen, Pappkartons mit Salatresten und Mayonese am Rand – die Straßengräben und Wiesen rund um die Irschenberger Autobahnraststätte scheinen ein bequemer Mülleimer für Fastfood-Liebhaber zu sein. „Alles Saubären“, schimpfte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (FWG) in der Gemeinderatssitzung. Er will das Problem angehen.

Lange Zeit konnte der Müll gebändigt werden. Ein Rentner aus der Gemeinde hatte das übernommen. Stundenlang ist er über Wiesen und Straßen geradelt und hat aufgeklaubt, was herumlag. Der meiste Müll stammte aus dem McDonald’s-Restaurant – deshalb war der fleißige Müllsammler dort auch auf Minijob-Basis angestellt. Vergangenes Jahr ist er gestorben. Das Müllproblem ist seither wieder präsenter.

Ein Nachfolger muss her. Schönauer hofft, dass er wieder jemanden findet, der gerne ein paar Stunden draußen unterwegs sein und sich der Umwelt widmen will. „Zwei Mal in der Woche wäre toll“, sagt er auf Nachfrage. Eine Entlohnung gibt es schließlich auch. „Wenn wir niemanden finden, dann müssen wir uns echt etwas überlegen.“ Dass Mitarbeiter vom Bauhof den Fastfood-Müll beseitigen, ist derzeit keine Option. „Das ist nicht deren Angelegenheit“, sagt Schönauer. Arbeit sei auch so genügend da.

Der Verantwortung gegenüber der Umwelt stellen will sich auch Michael E. Heinritzi, Franchise-Nehmer von McDonald’s. Er steht mit der Gemeinde in Kontakt. „Wir sind auf jeden Fall bereit, wieder jemanden einzustellen“, sagt er. In der Zwischenzeit würden Mitarbeiter der Filiale den herumliegenden Müll aufsammeln.

Heinritzi will nicht, dass deswegen McDonald’s verteufelt wird. „Das macht mich traurig“, sagt der langjährige Partner der Fastfood-Kette, der über 40 Restaurants betreibt. Er selbst sei sehr umweltbewusst. Heinritzi ärgert sich vielmehr über die Gesellschaft. „Das ist doch eine Erziehungssache.“ Er frage sich, ob in der Schule nicht gelehrt werde, dass Pommestüten und Getränkebecher in einen Mülleimer gehören.

nip

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