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Spielfreude pur: Impala Ray sorgte beim Auftritt in der Kaffee rösterei Dinzler in Irschenberg für gute Stimmung. Besonders Frontmann Rainer Gärtner (Mitte) stellte eine Nähe zum Publikum her.

In der Irschenberger Kaffeerösterei Dinzler

Bay-Folk-Band Impala Ray motiviert das Publikum zum Mitmachen

Beim Konzert von Impala Ray in Irschenberg springen und klatschen die Zuhörer mit. Die Musiker der Band überzeugen in der Kaffeerösterei Dinzler mit ihrem Bay Folk.

Irschenberg – Während draußen der Nebel aufzog, herrschte drinnen Sommer-Feeling. Impala Ray gastierte in Irschenberg und brachte zwei Stunden lang mit „From the valley to the sea“ Leben in die Kafferösterei Dinzler. Frontmann Rainer Gärtner bedankte sich strahlend bei den Gästen: „Ernsthaft, Ihr seid ein total geiles Publikum.“ Dem Dank schob er noch ein „ohne Schmarrn“ hinterher und sprang von der Bühne, um mitten im Raum die Zugabe anzustimmen.

Seine klangvolle Stimme und ein dezent zurückhaltendes Gitarrenzupfen – die Zugabe war ein Kontrast zu den kraftvollen, intensiven Instrumentalklängen, die das restliche Konzert dominierten. Man fühlte sich an einen einsamen Strand versetzt. Gärtner, der Mann mit dem Gespür für den besonderen Musikstil, wurde beim Finale von seiner Band unterstützt – frenetisch beklatscht vom begeisterten Publikum.

Es war ein intensiver Abend im kaffeeduftenden Souterrain, der leise und ein bisschen scheppernd begann mit „My last goodbye“. Doch den Sound hatte Impala Ray ebenso rasch im Griff wie das Publikum auf ihrer Seite. Das tanzte, klatschte, sang von Anfang an mit und zeigte auch keine Berührungsängste, als Gärtner sich in die Menge mischte und sie aufforderte, in die Knie zu gehen.

Da hockten sie, und der Vortänzer freute sich wie ein kleines Kind: „De machan des voi ernst.“ Voi ernst schwangen sie auch kollektiv Kappen, Pullis, Jacken oder ähnliches, während von der Bühne der pulsierende Rhythmus drang. Auch der Aufforderung, in die Höhe zu springen, folgten die Gäste.

Wenn auch nicht immer ganz so ausgeprägt, der Abend war geprägt von Bewegung, und die gestellte Frage, ob Irschenberg gut drauf sei, konnte nur rhetorisch sein. Das Publikum ließ sich anstecken von der Spielfreude und staunte dabei immer wieder über die Kraft der ungewöhnlichen instrumentalen Zusammensetzung, die der bärtige Mann mit dem markanten Gesicht um sich scharte.

Ins Auge fiel gleich die Tuba, ein blitzblank glänzendes Ungetüm, hinter dem die zierliche Nicola Missel kaum zu sehen war. Auch beim Verbeugen hat sie schwer mit dem sperrigen Instrument zu kämpfen, dem sie im Spiel eine unglaubliche Leichtigkeit verlieh. Direkt neben saß ihr Dominik Haider. Sein Schlagzeug ist so reduziert, dass er es öfter auch aufs Radl packt, wenn Impala Ray draußen spielen. Auch auf der engen Dinzler-Bühne war das von Nutzen, wo vor allem seine Kick-Drum den Ton angab. Er bearbeitete das Instrument so intensiv, dass sich Band-Kollege Gärtner wunderte, warum seine Unterarme nicht oberschenkeldick seien. Exzellent ergänzte die Klänge das Hackbrett mit seinen klaren, hellen Tönen, die nach Synthesizer klangen. Raphael Missel verlieh den mitreißenden Liedern zusätzlichen Schwung mit der Trompete, und Carmen Unterhofers begeisterte stimmlich.

Der offizielle Teil des Konzerts schloss mit dem bekanntesten Lied des Repertoires: „Stay“, das im Sommer die Radiosender auf und ab spielten, begeisterte auch am Irschenberg und ließ vor dem inneren Auge das entsprechende Musikvideo ablaufen, bei dem Impala Ray in München im Freien Musik macht – im Englischen Garten, im Olympiapark, an der Isar. Draußen sein, die Natur suchen und genießen ist ein fester Bestandteil der Songs. Egal, ob in Bayern oder der Bay Area von San Francicso, die Impala Ray immer wieder als Sehnsuchtsort besingt. Bay Folk eben. 

Heidi Siefert

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