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Die flächendeckende Breitbandversorgung lässt in Irschenberg weiter auf sich warten.

Neustart des Förderverfahrens

Breitbandausbau: Das Warten geht weiter

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Irschenberg - Gleich in zwei Fördertöpfe will die Gemeinde Irschenberg künftig beim Breitbandausbau greifen. Für die Bürger in Buchbichl und Niklasreuth geht das Warten jedoch weiter.

Der Schwarze Peter wanderte in den vergangenen Monaten fleißig hin und her zwischen der Gemeinde und der Firma Avacomm. Für eine vorläufige Entscheidung im Ringen um den Breitbandausbau in Irschenberg sorgte nun die Bundesnetzagentur. Sie erklärte in einem Nachweisverfahren die Reservierung von zwei Kabelverzweigern durch Avacomm für zulässig. Ein schmerzhafter Rückschlag für die Gemeinde, die vom Valleyer Versorger die Freigabe der blockierten Verteiler gefordert hatte, um das bereits angestoßene Förderverfahren zum flächendeckenden Ausbau des schnellen Internets voranzutreiben. „Wir waren da ganz vorn dabei“, ärgerte sich Bürgermeister Hans Schönauer im Gemeinderat.

Tatsächlich sei die Gemeinde nun zu einer Rolle rückwärts gezwungen, erklärte Geschäftsleiter Josef Bögl. Die Absichtserklärung, mit der der Gemeinderat im Juni den Komplettausbau auf den Weg gebracht hatte, sei hinfällig. „Das müssen wir zurücknehmen“, sagte Bögl. Das Gremium folgte seinem Vorschlag einstimmig.

Die Endstation für das schnelle Internet in Irschenberg ist das jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Gemeinde fährt künftig zweigleisig, um die Verzögerungen wieder aufzuholen. Die neue Ausschreibung für den Ausbau – diesmal ohne die blockierten Bereiche Buchbichl und Niklasreuth – läuft laut Bögl bis Ende Oktober. Diesen fördere wie gehabt der Freistaat. Parallel dazu habe man sich für ein Zuschussprogramm des Bundes beworben. Den Bescheid über die ersten 50 000 Euro hat der Bürgermeister am Montag in Berlin in Empfang genommen.

Das Geld soll in die Planung für eine Glasfaseranbindung bis in die Häuser fließen. Sollte sich die Gemeinde für diese Technik entscheiden, stünden bis zu 15 Millionen Euro an Fördergeldern bereit, erklärte Schönauer. „Es ist gut, dass wir da noch reingerutscht sind.“ Laut Bögl ist dies vor allem für Gewerbetreibende interessant. Die Suche nach einem Planungsbüro sei bereits angelaufen.

Zumindest von der technischen Seite her entspricht das auch der Philosophie von Avacomm. „Die Zukunft gehört der Glasfaser und zwar durchgehend bis ins Gebäude“, schreibt das Unternehmen in einem Brief an seine Kunden. Nichts anderes habe man der Gemeinde vor zwei Jahren vorgeschlagen – und deshalb die Kabelverzweiger für einen eigenwirtschaftlichen Ausbau reserviert.

Dass dieser bis heute nicht erfolgt ist, führt Avacomm auf das von der Gemeinde initiierte Nachweisverfahren zurück. „Aufgrund dieser Verzögerungen und der nicht vorhandenen Investitionssicherheit mussten wir die Planungen stoppen“, heißt es in dem Schreiben. Ob der Ausbau aufgrund der „extrem guten Auftragslage im Baugewerbe“ und der fortgeschrittenen Jahreszeit heuer noch begonnen werden kann, könne man derzeit nicht beurteilen. Avacomm werde sich aber bemühen, im Sinne der Bürger schnell zu einer Lösung zu kommen – „die Kooperationsbereitschaft der Gemeinde vorausgesetzt“.

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