Maibaum, Aufstellen, Irschenberg
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Harte Arbeit mit teuren Folgen: Vor drei Jahren haben die kräftigen Burschen einen neuen Maibaum auf dem Kirchplatz in Irschenberg aufgestellt. Jetzt steht der TÜV-Prüfer vor der Tür.

"Das ist Angstmacherei von Staats wegen"

Bürgermeister stocksauer über Maibaum-TÜV

  • Sebastian Grauvogl
    VonSebastian Grauvogl
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Irschenberg - Wenn ein Sturm kommt, wird ein alter Maibaum zum Sicherheitsrisiko. Deshalb interessiert sich auch der TÜV dafür. Im Gemeinderat Irschenberg gab's dafür kein Verständnis.

Früher war alles einfacher. Zu seiner Zeit, erzählte Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer im Gemeinderat, habe man einfach ein Loch gegraben, den Maibaum reingesteckt und wieder aufgefüllt. „Und umgefallen ist meines Wissens nie einer“, sagte Schönauer. Dass sich die Vereine heutzutage mit dem TÜV herumschlagen müssen, kann er nicht nachvollziehen. „Das ist Angstmacherei von Staats wegen“, schimpfte der Rathaus-Chef.

Tatsächlich muss jeder Maibaum regelmäßig auf Standfestigkeit überprüft werden. Nach zwei Jahren darf dies ein ausgebildeter Zimmerer tun, nach drei Jahren nur noch ein Sachverständiger. Weil letzterer mit erheblichen Kosten verbunden ist, hatten die in den Vereinen engagierten Gemeinderäte Maria Lettenbichler (FWG Niklasreuth) und Klaus Meixner (CSU) das Thema auf den Ratstisch gebracht.

„Die Maibäume tragen zu unserem Landschaftsbild bei“, sagte Lettenbichler und warb damit für eine finanzielle Unterstützung der Gemeinde. Gut 350 Euro würden für eine Prüfung fällig. Geschäftsleiter Josef Bögl rechnete sogar noch mit deutlich mehr. So bräuchten die Prüfer eine Hebebühne, um den Maibaum an verschiedenen Stellen anbohren zu können. Bei insgesamt vier weiß-blauen Stangen im Gemeindegebiet komme da ganz schön was zusammen, sagte Schönauer.

Dass man den Vereinen unter die Arme greifen sollte, zweifelte im Gremium niemand an. Nur das „Wie“ sorgte für Diskussion. Schönauer schlug vor, pro Maibaum 800 Euro zu zahlen. „Wenn aber ein Verein alle drei Jahre einen aufstellt, hat er einen Vorteil“, gab Thomas Stadler (FWG Irschenberg-Reichersdorf) zu bedenken. „Dafür hat er auch das Risiko, dass er gestohlen wird“, konterte Schönauer schmunzelnd.

Am Ende setzte sich Hans Nirschls (FWG Irschenberg-Reichersdorf) Vorschlag durch, höchstens alle fünf Jahre und auf Antrag eine Prüfung oder eine Neuaufstellung zu bezuschussen. Klaus Waldschütz (CSU) brachte die Stimmung im Gemeinderat auf den Punkt. „Eigentlich traurig, dass wir über so was reden müssen."

sg

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