Mit Maske hat Bürgermeister Klaus Meixner den Offenen Brief der Unternehmer unterschrieben.
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Mit Maske hat Bürgermeister Klaus Meixner den Offenen Brief der Unternehmer unterschrieben.

NACHGEFRAGT mit Klaus Meixner

Bürgermeister von Irschenberg zum Maskenverstoß beim Unternehmertreffen: „Es geht bei Corona um die Verhältnismäßigkeit“

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Irschenberg – Die Unternehmerversammlung, die die Kaffeerösterei Dinzler am Samstag in ihren Räumen in Irschenberg veranstaltet hat, steht nun im Fokus wegen mehrerer Verstöße gegen die Maskenpflicht. Einer, der an dem Treffen teilgenommen hat, ist Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner (CSU).

Wir fragten ihn, wie er den Fall rund um die Unternehmerversammlung in der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg beurteilt.

Herr Meixner, das Treffen in der Kaffeerösterei hat einigen Unmut erzeugt, weil während der Versammlung nicht alle Teilnehmer Masken getragen haben. Wie beurteilen Sie das?

Es stimmt, dass nicht alle Teilnehmer Masken getragen haben. Auch ich habe sie am Platz abgenommen, weil ich davon ausgegangen bin, dass das in Ordnung ist. Was ich dabei nicht verstehe, dass von den Polizeibeamten, die die gesamte Veranstaltung über anwesend waren, keiner uns einen entsprechenden Hinweis gegeben hat. Dann hätten sicher alle die Maske wieder aufgesetzt. Das ist ja etwa eine halbe Stunde nach Veranstaltungsbeginn auch passiert – allerdings auf Bitten der Veranstalter.

Haben Sie Verständnis, dass das Landratsamt tätig wird?

Ehrlich gesagt nicht so ganz. Natürlich ist es ein Verstoß, aber mit einem einfachen Hinweis wäre das Problem gar nicht entstanden. In Sitzungen ist die Maske ja auch nicht zwingend vorgeschrieben, weil der Sicherheitsabstand von mindestens 1,50 Meter eingehalten wird. Außerdem geht es darum, dass man seine Meinung sagen können muss. Jetzt, mit dieser nachträglichen Aufarbeitung und Verfolgung, entsteht der Eindruck, dass es auch ums Inhaltliche geht – dass Kritik geäußert wurde.

Inwiefern?

Ich habe beispielsweise nach der Veranstaltung auch Polizeibeamte gefragt, ob aus deren Sicht alles in Ordnung war – und sie haben gesagt, es war in Ordnung. Ich finde, man muss auch die Möglichkeit haben, sich kritisch auszutauschen.

Warum waren Sie dabei?

Ich war als Bürgermeister und ehemaliger Zimmerei-Inhaber eingeladen, und aus dieser Position heraus stehe ich auch dazu, dass ich vieles nicht mehr nachvollziehen kann. Zum Beispiel, warum Gastronomie und Einzelhandel nicht öffnen dürfen – trotz guter Hygienekonzepte. Wir werden nur mit Horrorszenarien konfrontiert. Keine Frage, dass man auf die Pandemie reagieren muss, aber bitte mit Maß und Ziel. Es geht letztlich um die Verhältnismäßigkeit. Diese Überwachung der Leute, die Hinhaltetaktik durch die Politik, die den Lockdown scheibchenweise immer weiter verlängert: Das belastet die Menschen, und es macht unsere Wirtschaft kaputt. Wo soll das noch hinführen? Viele Leute machen sich Sorgen, und diese Meinung muss man auch noch sagen dürfen – trotz Corona.

ddy

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