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Die Wahl ist entschieden: Die Mitbewerber (v.l.) Marcus Hermann und Hans Nirschl gratulieren Klaus Meixner zur absoluten Mehrheit im ersten Wahlgang.

Bürgermeisterwahl in Irschenberg

Der Sieger war mit am meisten überrascht

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Es ist ein Ergebnis, das überrascht: Klaus Meixner (CSU) hat im ersten Durchgang die Bürgermeisterwahl in Irschenberg gewonnen – und das bei zwei Gegenkandidaten. Mit 52,4 Prozent setzte sich der Zweite Bürgermeister gegen Dritten Bürgermeister Hans Nirschl (FWG Irschenberg/Reichersdorf) und Marcus Hermann (FDP/aktive Bürger) durch.

Als Wahlleiter Franz Gasteiger gestern Abend gegen 19.20 Uhr im Sitzungssaal der Gemeinde Irschenberg das Ergebnis der Bürgermeisterwahl verlas, überraschte er einen damit ganz besonders: den Sieger Klaus Meixner. „Das ist überraschend“, stellte der Kandidat der CSU sichtlich verblüfft fest und gab zu: „Ich habe mit einer Stichwahl gerechnet.“

Deutlich über der 50-Prozent-Marke

Doch statt eines knappen Ergebnisses hatte der Zweite Bürgermeister, der seit dem plötzlichen Tod von Bürgermeister Hans Schönauer die Amtsgeschäfte im Rathaus führt, einen deutlichen Vorsprung eingefahren. 972 Stimmen hatte er bekommen, Dritter Bürgermeister Hans Nirschl (Freie Wählergemeinschaft Irschenberg/Reichersdorf) verzeichnete 698 Stimmen und holte damit 37,6 Prozent. Der dritte im Bunde, Marcus Hermann (FDP/aktive Bürger), erhielt 186 Stimmen, was in der Endabrechnung 10,0 Prozent ausmachte. Die Wahlbeteiligung lag bei 74,8 Prozent, 1862 der 2490 Stimmberechtigten hatten gewählt.

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Die beiden Mitbewerber gratulierten dem neuen Bürgermeister zum Wahlsieg und betonten den stets fairen Wahlkampf, der laut Nirschl eher „eine Wahlvorbereitung“ gewesen sei – „es ist immer sachlich geblieben“, was auch Meixner und Hermann bestätigten.

Alle drei Bewerber sind zufrieden

Vor allem der kommunalpolitische Neueinsteiger Hermann, den wohl niemand so recht bei seiner Nominierung auf dem Zettel gehabt hatte, zeigte sich begeistert von seinem Ergebnis: „Ich bin total glücklich, das ist perfekt. Damit habe ich nicht gerechnet.“ Immerhin sei er gegen zwei „alteingesessene Gemeinderäte“ angetreten. „Ich habe so mit fünf bis maximal zehn Prozent gerechnet.“ Entsprechend dankbar sei er seinen Unterstützern.

Die Grafik zur Bürgermeisterwahl in Irschenberg - zur Ansicht bitte anklicken.

Nirschl, der für viele der zweite Kandidat für eine Stichwahl gewesen wäre, zeigte sich fair und gefasst: „Ich nehme das Ergebnis so an. das ist der Wille der Wähler – das passt.“ Sicher sei er auch etwas enttäuscht, „ich hätte es ja gerne gemacht“. Aber auch so freue er sich vor allem über die Unterstützung, die er bekommen habe.

Meixner brauchte etwas Zeit, bis die Freude richtig spürbar wurde. Siegesgesten gab es keine, dafür war die Überraschung für ihn doch zu groß. „Stark, echt super. Dass es gleich beim ersten Mal geklappt hat, ist großartig.“ Dies habe er seinen Wählern zu verdanken, aber auch vielen Unterstützern, die ihm im Hintergrund geholfen hätten. „Da war so viel Zusammenhalt, nicht nur in der Familie. Dafür bin ich allen dankbar, denn den braucht man, wenn man etwas erreichen will.“

Gemeinsamer Einsatz für die Gemeinde

Unter dem Strich ist es eine Wahl, die keinen wirklichen Verlierer hat, dafür aber eine große Siegerin: nämlich die Gemeinde. Denn alle drei Kandidaten wollen sich künftig für Irschenberg einbringen. So ist für Hermann klar, dass er 2020 wieder für den Gemeinderat kandidieren will. „Ich bin stolz auf das, was wir hier erreicht haben. Da ist der Gemeinderat jetzt eine Verpflichtung.“ Das sei er seinen Wählern schuldig.

Nirschl indes will „die vielen guten Ideen, die ich habe“, dennoch einbringen. „Bei uns im Gemeinderat geht es ja nicht um Parteien, sondern um die Gemeinde.“ Ob dann als Zweiter oder Dritter Bürgermeister oder als einfaches Mitglied, werde sich zeigen.

Vereidigung am 24. Juni

Für Meixner, der als neuer Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung am Montag, 24. Juni, vereidigt wird, ist das neue Amt eine Verpflichtung: „Für mich gilt es nun, das Vertrauen all jener zu bestätigen, die mich gewählt haben. Und alle übrigen, die sich anders entschieden haben, möchte ich mit der Ausführung dieses Amtes überzeugen.“

ddy

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Redaktionsleiter Stephen Hank

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