Bürgermeisterwahl Irschenberg, Podiumsdiskussion
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Alle Augen auf die Bühne gerichtet: Voll besetzt war das Irschenberger Trachtenheim bei der Podiumsdiskussion des Miesbacher Merkur mit den drei Bürgermeisterkandidaten.
Bürgermeisterwahl Irschenberg, Podiumsdiskussion
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Entspanntes Podium: (v.l.) Marcus Hermann (FDP/Aktive Bürger), Hans Nirschl (FWG Irschenberg/Reichersdorf), Moderator Stephen Hank und Klaus Meixner (CSU).
Bürgermeisterwahl Irschenberg, Podiumsdiskussion
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Angeregte Diskussion: die Kandidaten auf dem Podium.
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Angeregte Diskussion: die Kandidaten auf dem Podium.
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Angeregte Diskussion: die Kandidaten auf dem Podium.
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Angeregte Diskussion: die Kandidaten auf dem Podium.
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Angeregte Diskussion: die Kandidaten auf dem Podium.
Bürgermeisterwahl Irschenberg, Podiumsdiskussion
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Voll besetzt: der Saal im Trachtenheim.

Die besten Zitate, die griffigsten Aussagen

Bürgermeisterwahl Irschenberg: So haben sich die Kandidaten auf dem Podium geschlagen

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Bei der Podiumsdiskussion des Miesbacher Merkur sind die Irschenberger Bürgermeisterkandidaten aufeinander getroffen. So haben sie sich vor Publikum geschlagen.

Irschenberg – Allen wäre es lieber gewesen, Hans Schönauer hätte den Schlagabtausch um seine Nachfolge aus der ersten Reihe mitverfolgt. Durch seinen unerwarteten Tod Ende Januar blieb dem Irschenberger Bürgermeister dies jedoch verwehrt. Und doch hatten ihn die Kandidaten und das Publikum bei der Podiumsdiskussion des Miesbacher Merkur im Trachtenheim stets im Blick: Schönauers Porträt hängt über dem Seiteneingang.

Dass die Irschenberger nicht nur der Abschied von ihrem langjährigen Gemeindeoberhaupt bewegt hat, sondern auch die Frage, wer ihn im Chefsessel des Rathauses beerben soll, zeigte der große Andrang. Selbst die hintersten Plätze der Empore waren besetzt. „Mit Ihrem Besuch zeigen Sie ihr Interesse an der weiteren Entwicklung der Gemeinde“, sagte Stephen Hank, Redaktionsleiter des Miesbacher Merkur und Moderator des Abends.

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Dies liegt auch den Kandidaten am Herzen. Wiederholt versprachen Klaus Meixner (CSU), Hans Nirschl (FWG Irschenberg/Reichersdorf) und Marcus Hermann (FDP/Aktive Bürger), Irschenberg als lebenswerten Ort zu erhalten und noch besser an die nächste Generation zu übergeben. Großes Wachstum brauche es nicht mehr, weder durch neue Gewerbegebiete, noch durch einen Supermarkt oder neue Hotels.

Entspanntes Podium: (v.l.) Marcus Hermann (FDP/Aktive Bürger), Hans Nirschl (FWG Irschenberg/Reichersdorf), Moderator Stephen Hank und Klaus Meixner (CSU).

Drängender sei da die Schaffung von neuem Wohnraum. Hier schlugen die Kandidaten die Nutzung von Leerstand (Nirschl), Nachverdichtung im Bestand (Meixner) und Mehrgenerationenbauen (Hermann) vor. Mit dem Häuslebauen kennen sich die drei Herren ohnehin aus: Alle führen ihren eigenen Handwerksbetrieb. Um ihre Nachfolge im Fall einer Wahl ins Rathaus hätten sie Sorge getragen, erklärten sie.

Einen Vorgeschmack hat Meixner in den vergangenen Monaten als amtierender Bürgermeister bekommen. In die Rolle des Amtsinhabers fand der Zimmerermeister im Lauf der Diskussion immer besser hinein. Als es um Projekte wie das Wohnbauvorhaben beim Postwirt (hier kündigte Meixner die Prüfung einer Art Vorkaufsrecht für Irschenberger an) ging, taute der 60-Jährige auf. Auch die schwierigen Abwägungen zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung leugnete er nicht. „Das beißt sich leider manchmal.“ Entscheiden müsse der Gemeinderat, dem Meixner seit 2002 angehört.

Nirschl hat hingegen erst 2014 die kommunalpolitische Bühne betreten. Auf der Bühne im Trachtenheim fühlte sich der Theaterspieler von Anfang an am wohlsten. Der 54-Jährige gestikulierte locker, sprach das Publikum direkt an und brachte es auch zum Lachen, machte Notizen und meldete sich zu Wort, um auf die Beiträge seiner Konkurrenten zu reagieren. Eine politische Duftmarke setzte Nirschl beim Gasthof zum Moar in Wilparting – ein emotionales Thema, das auch die Leser der Heimatzeitung in ihren Fragen angesprochen hatten. Sollte der Vertrag mit einer Brauerei nicht binnen eines Vierteljahrs fix sein, seien für ihn „alle Optionen wieder offen“ – also auch ein Verkauf.

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Hermann hat die bisherigen Entscheidungen aus Bürgersicht verfolgt. Auf dem Podium machte der Elektrikermeister deutlich, dass er nicht mit allen von ihnen einverstanden ist. So sollte man beim Moarwirt lieber eine Sanierung statt einen Neubau planen, und Gewerbebetriebe nicht – wie beim Sondergebiet Transport beabsichtigt – auf der grünen Wiese ansiedeln. Seine mangelnde politische Erfahrung fiel weder in der Diskussion auf, noch sah sie der erst 40-jährige Hermann als Nachteil – im Gegenteil. „Die Jugend wünscht sich frischen Wind im Rathaus“, so Hermann.

Der soll auch durch den Sitzungssaal wehen. Alle drei Kandidaten machten sich für mehr Öffentlichkeit und Transparenz stark. Meixner plädierte für die Wiedereinführung der Gemeinderatsausschüsse, Nirschl für mehr Infos und Bürgerbeteiligung vor Entscheidungen, Hermann für Rathaussprechstunden und eine Live-Übertragung der Sitzungen im Internet. Die Irschenberger spürten deutlich: Am 26. Mai beginnt eine neue Ära.

Die besten Zitate des Abends:

„Vorstellen könnte ich es mir schon, aber ich möchte es nicht.“

Hans Nirschl auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, woanders als in Irschenberg zu leben.

„Ich werde nach wie vor freundlich gegrüßt.“

Marcus Hermann über die Auswirkungen seiner Kandidatur auf sein Privatleben.

„Ich bin weniger fürs Einkaufen zuständig, sondern mehr für die Verwertung.“

Klaus Meixner hält einen Supermarkt in Irschenberg nicht für notwendig.

„Ich bin ein stilles Mitglied. Aber ich bin da, wenn man mich braucht.“

Hermann über seine Vereinsaktivitäten.

„Von Bäumen allein können wir nicht leben.“

Meixner zum Spannungsfeld Gewerbe und Naturschutz.

„Konkurrenz belebt das Geschäft.“

Elektrikermeister Hermann hätte mit Ansiedlung eines Elektro-Betriebs kein Problem.

„Er hat viel versprochen und viel verdient. Nur leider hat er nichts gehalten.“

Nirschl über den ersten Investor beim Postwirt.

„Hey!“

Meixner widerspricht Nirschls Aussage, Irschenberg habe aktuell keinen Bürgermeister.

„Wer nichts verändern will, wird auch das verlieren, was er bewahren möchte.“

Nirschl zitiert den ehemaligen Bundespräsidenten Heinemann.

„Guad.“

Meixner auf die Frage, wie das Aroma einer Kaffeesorte „Klaus“ beim Dinzler wäre.

„Zustimmen natürlich.“

Nirschls Reaktion auf die Frage, wie er abstimmen würde, wenn der Antrag käme, Irschenberg in „Nirschlberg“ umzutaufen.

„Ich würde sie zum Kramerwirt laufen lassen und den mitnehmen, der als Erster da ist.“

Hermann auf die Frage, wen seiner beiden Mitbewerber er vom Mitfahrbankerl auflesen würde, wenn nur noch ein Sitzplatz in seinem Auto frei wäre.

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