Auf einmal ist Schluss: Der Geh- und Radweg entlang der B 472 in Richtung Irschenberg endet am Ortsende des Ortsteils Schwaig. Aktuell heißt es, in den Autoverkehr einzufädeln. Das soll mit dem Ausbau des Wegs vorbei sein.
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Auf einmal ist Schluss: Der Geh- und Radweg entlang der B 472 in Richtung Irschenberg endet am Ortsende des Ortsteils Schwaig. Aktuell heißt es, in den Autoverkehr einzufädeln. Das soll mit dem Ausbau des Wegs vorbei sein.

An der B 472

Radweg-Lücke in Irschenberg soll geschlossen werden

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Der Bau des Radwegs an der Bundesstraße 472 auf Höhe der Ortschaft Schwaig mutete vor drei Jahren als Schildbürgerstreich an. Denn der Weg führt an beiden Enden ins Nichts. Nun soll der Bau in beiden Richtungen angeschlossen werden. So steht es zumindest im aktuellen Radwegebauprogramm 2020 bis 2024.

Irschenberg – Auf einer Länge von 700 Metern hat das Staatliche Bauamt in Rosenheim im Sommer 2017 entlang der B 472 beim Irschenberger Ortsteil Schwaig einen Geh- und Radweg errichtet. Ein isolierter Luxus, denn weder aus Richtung Miesbach noch aus Richtung Irschenberg ist das Teilstück angebunden. Was damals von vielen als Schildbürgerstreich bezeichnet wurde, hatte einen überlegten Hintergrund.

Radweg ohne Anschluss - das war der Grund

Bereits 2017 gab es Pläne, den Geh- und Radweg in beiden Richtungen fortzuführen. Zum Zeitpunkt des Umbaus der B 472 in Schwaig waren diese aber noch nicht entscheidungsreif. Nun sieht die Situation anders aus. Das Grundproblem hat sich jedoch nicht geändert: Die Trassenfindung an dieser Stelle ist kompliziert.

Schwierige Planung

In Fahrtrichtung Irschenberg führt die B 472 den Berg hinauf zum Ortsteil Jedling. Zu beiden Seiten der Straße ist eigentlich kein Platz für einen Geh- und Radweg. Noch eklatanter ist die Topografie im Süden in Richtung Miesbach. Am Riedgasteig liegt die Bundesstraße direkt an einer Stützmauer. Auf der anderen Seite liegt ein Abhang. Hier bleibt eigentlich nur eine Lösung: den Engpass über Privatgrund zu umfahren.

Problem Grunderwerb

Laut Ursula Lampe, Sprecherin des Staatlichen Bauamts, wird der Ausbau des Geh- und Radwegs entlang der B 472 zwischen Schwaig und Riedgasteig seitens des Bauamtes seit mehreren Jahren verfolgt. Entsprechende Planungen und Abstimmungen mit weiteren Fachbehörden lägen bereits vor. „Leider ist mit einer zeitnahen Realisierung derzeit nicht zu rechnen“, sagt Lampe. „Dies liegt am schwierigen Grunderwerb sowie an der vorhandenen Topografie und der naturschutzfachlichen Situation.“ Besagte Flächen liegen im FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat).

Für einen Ausbau des Geh- und Radwegs zwischen Schwaig und Jedling müsse zuerst ein ausreichender Straßenquerschnitt auf der Leitzach-Brücke erstellt werden. Das Staatliche Bauamt prüfe derzeit dazu notwendige Maßnahmen an der Brücke. Da man noch sehr am Anfang stehe, könnten Kosten und Realisierungszeiträume derzeit nicht seriös benannt werden.

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