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Dinzler-Produktionsleiter über Cold-Brew-Verfahren: „Viel mehr als kalter Kaffee“

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Von: Sebastian Grauvogl

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Hat den Kaltstart mitentwickelt: Max Bauer, Produktionsleiter bei der Dinzler Kaffeerösterei.
Hat den Kaltstart mitentwickelt: Max Bauer, Produktionsleiter bei der Dinzler Kaffeerösterei. © Dinzler

Der Produktionsleiter der Dinzler Kaffeerösterei erklärt im Interview, warum der erste Cold-Brew-Kaffee aus Irschenberg kein Schnellschuss ist.

Irschenberg – Eine eiskalte Premiere feierte die Dinzler Kaffeerösterei in Irschenberg am 16. Mai: An diesem Tag bringt das Unternehmen seinen ersten trinkfertigen Cold-Brew-Kaffee auf den Markt. Zu kaufen gibt es den „Kaltstart“ nicht nur beim Dinzler selbst, sondern auch im Online-Shop, bei verschiedenen Bäckereien und später auch in ausgewählten Supermärkten – als Tetrapak. Warum sich Dinzler erst jetzt an das Trendgetränk Cold-Brew-Kaffee herangewagt hat, was es bei der Produktion zu beachten gilt und warum der Kaltstart viel mehr ist als nur ein kalter Kaffee, verrät Produktionsleiter Max Bauer im Interview.

Herr Bauer, es dauert rund 48 Stunden, bis Ihr neuer Cold-Brew-Kaffee „Kaltstart“ trinkfertig ist. Wäre es nicht einfacher, heiß gebrühten Kaffee über Nacht in den Kühlschrank zu stellen?

Dann wäre es nur kalter Kaffee. Der ist aber geschmacklich in keiner Weise mit unserem Kaltstart zu vergleichen.

Wo liegen denn die Unterschiede?

Die lange Extraktionszeit des gerösteten Mahlguts im kalten Wasser nimmt dem Produkt die Bitterkeit und arbeitet die süßlichen Fruchtaromen unserer sortenreinen Bio-Arabica-Bohnen aus dem äthiopischen Hochland erst so richtig heraus. Gleichzeitig treten die Bitterstoffe in den Hintergrund. Der Koffeingehalt hingegen steigt. Der Kaltstart ist also schon ein echter Wachmacher.

Dinzler steigt also in den Energydrink-Markt ein?

Auf keinen Fall. Klassische Energydrinks (auch die zuckerfreien) enthalten eine Menge künstliche Zusatzstoffe. Unser Cold-Brew-Kaffee ist ein natürlicher Koffeinkick. Das gilt sogar für die Variante mit Hafermilch beziehungsweise Agavendicksaft. Wir verwenden ausschließlich Bio-Zutaten, die auch zu einer veganen Ernährung passen. Die junge und sportliche Zielgruppe des Kaltstart erwartet das.

Wie trinkt man den denn nun am besten?

Das kann jeder so machen wie er mag. Kühlschranktemperatur sollte er aber schon haben. Fürs volle Geschmackserlebnis empfehlen wir, den Kaffee mit zwei Eiswürfeln in ein Weinglas zu gießen. Sogar Cocktails und Longdrinks lassen sich mit ihm mixen. Man kann ihn aber auch unterwegs aus dem 0,2 Liter-Tetrapak trinken.

Tetrapak? Wie passt das in die Nachhaltigkeitsphilosophie von Dinzler?

Tatsächlich haben wir die Verpackung des Kaltstart intensiv und durchaus auch kontrovers diskutiert. Die von uns gewählten Tetrapaks sind aber zu 99,9 Prozent recyclefähig und haben deutlich weniger Transportgewicht und -volumen als Glasflaschen. Auch das muss man ja in die Bilanz einrechnen. Das uns das Thema sehr am Herzen liegt, zeigt unsere mittlerweile komplett CO2-neutrale Kaffeerösterei.

Das heißt, auch der Kaltstart wird am Irschenberg hergestellt?

Zum Teil. Wir rösten und mahlen den Kaffee bei uns am Irschenberg. Abgefüllt und verpackt wird der Kaltstart bei einem Partnerunternehmen in Mitteldeutschland.

Können Sie verraten, worauf es bei der Produktion besonders ankommt?

Klar. Bei der Rezeptur des Kaltstarts sind unter anderem der Kalkgehalt des Wassers, die richtige Temperatur sowie die Extraktionszeit entscheidend. Damit sich das Mahlgut nicht am Boden des Tanks absetzt, wird dort regelmäßig umgerührt. All diese Komponenten beeinflussen die Qualität des Produkts maßgeblich. Wir haben gut eineinhalb Jahre gebraucht, um dahinter zu kommen… Wie Sie sehen, ist der Kaltstart also wirklich viel mehr als kalter Kaffee.

Das Gespräch führte Sebastian Grauvogl.

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