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Dinzler Kaffeerösterei will wieder bauen: Kommt jetzt ein Hotel neben der A8 an den Irschenberg?

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Von: Dieter Dorby

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Bereit für ein neues Kapitel: Direkt neben der Bundesstraße 472 im Irschenberger Gewerbegebiet Wendling will die Dinzler Kaffeerösterei ein weiteres mehrstöckiges Gebäude errichten – dem Vernehmen nach ein Hotel. Es soll im Anschluss an den Parkplatz (l. mit den roten Fahnen) entstehen.
Bereit für ein neues Kapitel: Direkt neben der Bundesstraße 472 im Irschenberger Gewerbegebiet Wendling will die Dinzler Kaffeerösterei ein weiteres mehrstöckiges Gebäude errichten – dem Vernehmen nach ein Hotel. Es soll im Anschluss an den Parkplatz (l. mit den roten Fahnen) entstehen. Zur Nachbarschaft gehören bereits der Fanshop des FC Bayern München und McDonald‘s sowie in Kürze Kentucky Fried Chicken. © Thomas Plettenberg

Die Dinzler Kaffeerösterei in Irschenberg will sich ein weiteres Mal vergrößern. Nach dem Bau des Tagungshauses Otto soll nun – ebenfalls neben dem Hauptgebäude – bald ein weiteres Gebäude entstehen. Wird es ein Hotel?

Der Gemeinderat hat am Montag die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans eingeleitet.

Die Dinzler Kaffeerösterei baut offenbar ihre dritte Säule auf. Nach dem Hauptstandbein – Kaffeerösterei und Gastronomie, mit denen das Unternehmen im Dezember 2010 im Gewerbegebiet Wendling startete – und dem Tagungs- und Veranstaltungsgebäude namens Otto, das Anfang 2018 fertiggestellt wurde, folgt nun der nächste Schritt: Dem Vernehmen nach will das Unternehmen seine Palette um einen Hotelbetrieb erweitern. Ein folgerichtiger Schritt, denn so können Tagungsgäste möglichst nah untergebracht werden – eine Komplettlösung.

Details bleiben unter der Decke

Auf mehrmalige Nachfrage unserer Zeitung erfolgte seitens der Dinzler-Geschäftsführung keine Reaktion, was genau auf der freien Fläche an der Bundesstraße 472 entstehen und in welchem Zeitrahmen das Projekt umgesetzt werden soll. Auch in der Sitzung des Irschenberger Gemeinderats am Montagabend gab es kaum Fakten zu erfahren. Angeblich weiß die Gemeinde selbst nicht genau, was die Kaffeerösterei dort plant. Dennoch hat man bei zwei Gegenstimmen die notwendigen Weichen gestellt zur „Erweiterung“ mit einem „mehrgeschoßigen Neubau“.

Einer Grafik war jedenfalls zu entnehmen, dass Gebäude im Anschluss an den bestehenden Parkplatz oberhalb der B 472 entstehen sollen. Die Nutzfläche – also der Anteil ohne Verkehrsflächen wie Treppenhaus oder Eingangsbereich – soll 3650 Quadratmeter betragen.

Bettenschwund in Irschenberg

Was zusätzlich für die Hotelpläne spricht: In Irschenberg herrschte zuletzt ein merklicher Bettenschwund, sodass das Beherbergungsangebot in der Gemeinde aktuell recht übersichtlich ist. Im Hauptort gibt es noch den Kramerwirt und den Wirt in Loiderding, die mehrere Zimmer anbieten. Der Gasthof Moar in Wilparting soll nach der Unterzeichnung des Erbpachtvertrags zwischen Gemeinde und dem Herzoglichen Brauhaus Tegernsee erst neu gebaut werden (wir berichteten). Und das Landhotel wurde zwischenzeitlich – wirtschaftlich geschwächt durch die Corona-Beschränkungen – in ein Wohnhaus umgenutzt. Die Umbauarbeiten sind derzeit noch am Laufen. Kurz gesagt: Die Situation der Gästebetten in der Gemeinde an der A 8 ist übersichtlich geworden.

Erfolgreiche Strategie am Irschenberg

Dass die Dinzler Kaffeerösterei ein Gespür für Produkte, Lifestyle und Marketing hat, hat sich in den vergangenen Jahren bestätigt. „Mit Kaffee Gäste in den Landkreis locken“ – dieser programmatische Satz stammt aus dem Jahr 2010 und beschreibt, welche Zugkraft der damalige Bürgermeister Hans Schönauer dem Unternehmen attestierte, das er aus dem Nachbarlandkreis Rosenheim ins Gewerbegebiet Wendling gegenüber von McDonald’s gelotst hatte. Über 15 Millionen Euro soll der Neubau damals gekostet haben. 2014 lag der Jahresumsatz bei rund 20 Millionen Euro. Damals reifte der Entschluss, mit einem Tagungs- und Veranstaltungsgebäude zu erweitern.

Nun folgt das nächste Projekt, und das war nicht so ohne Weiteres absehbar. Wie berichtet, hatte die Corona-Pandemie mit all ihren Lockdowns, Beschränkungen und wirtschaftlichen Einbußen, die das Unternehmen 2021 öffentlichkeitswirksam bei mehreren sogenannten Unternehmerversammlungen angeprangert hatte (wir berichteten), die Pläne offenbar nicht beeinträchtigen können. Jetzt bringt die Zeit der sinkenden Inzidenzen offenbar das richtige Klima, um wieder mehrere Millionen Euro zu investieren.

ddy

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