Warnung für München: KATWARN löst wieder aus - Heftige Gewitter mit extremem Starkregen kommen

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Hölzerner Hammer auf Richterbank
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Bevor das Urteil fiel, zog der Angeklagte seinen Widerspruch zurück. (Symbolbild)

25-jähriger Viechtacher ist Führerschein drei Monate los

Eingenickt am Steuer

Vehement bestritt der Angeklagte, dass er am Steuer eingenickt war. Doch seine Geschichte passte nicht zu den Zeugenaussagen. Also zog er lieber die Notbremse.

Irschenberg – Wer ist eingeschlafen? Diese Frage war kürzlich der Knackpunkt bei einer Verhandlung wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs am Miesbacher Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß ein 25-Jähriger aus dem niederbayerischen Viechtach. Er war an einem Dezember-Tag im vergangenen Jahr gegen 5.30 Uhr als Fahrer mit einem Kleintransporter auf der Autobahn unterhalb des Irschenbergs kurz vor der Ausfahrt Bad Aibling gegen einen Anpralldämpfer an der Leitplanke gekracht, sein Beifahrer erlitt beim Aufprall Verletzungen an Kopf und Rippen. Der im Strafbefehl angegebene Grund: Übermüdung und damit verbunden Fahruntüchtigkeit.

Der Viechtacher, der gegen den Strafbefehl Einspruch eingelegt hatte, wehrte sich vor Gericht vehement gegen den Vorwurf, dass er vor Übermüdung eingeschlafen sei. Ganz im Gegenteil, behauptete er: „Ich war wach, aber mein Beifahrer hat geschlafen.“ Das würde aus seiner Sicht auch erklären, „dass ich nur eine Prellung am Fuß hatte, er aber etwas schwerer verletzt wurde“.

Nach Darstellung des Angeklagten sei ganz klar Straßenglätte der Grund für den Unfall gewesen. „Immer wieder hat das Warnzeichen für Glatteis am Auto aufgeleuchtet.“ Ob er zu schnell gefahren sei oder gar zuvor Alkohol oder Drogen konsumiert hatte, wollte Richter Walter Leitner wissen. „Sicher nicht, nein“, entgegnete der Viechtacher. Es sei lediglich nass und glatt gewesen. Geschneit habe es nicht, „Minusgrade hatte es aber schon“. Als er kurz vor der Ausfahrt stark bremste, sei der fast neue Firmen-Transporter etwas ins Schleudern geraten und in die Leitplanke gekracht.

Sein Beifahrer, ein 27-jähriger Arbeitskollege auf Zeit aus Geretsried , war dennoch überzeugt davon, „dass er geschlafen hat – sein Kopf hat auch so auf der Seite gelegen und seine Augen waren zu“. Erst als er laut „Pass auf“ geschrien habe, sei der Kollege am Steuer aufgeschreckt und habe gebremst. Das half nichts mehr, Sekundenbruchteile später krachte es. Was dem Geretsrieder aber allem voran ein Dorn im Auge war: „Er ist immer viel zu schnell gefahren, auch an dem Tag.“ Bis heute leide noch immer täglich unter Nackenschmerzen, die ein Resultat des Unfalls seien, schilderte der Geretsrieder.

Überraschend und entgegen ihrer beiden Vorredner erklärte die Sachbearbeiterin der Polizei, eine 29-jährige Beamtin der Autobahnpolizei Holzkirchen, dass die Fahrbahn beim Unfall trocken war und sie keine Glätte feststellen konnte. Das Strafverfahren habe die Polizei eingeleitet, „weil der Zeuge bei seiner Vernehmung sagte, dass der Fahrer eingeschlafen ist“.

Rechtsanwalt Matthias Kopp ging es vor allem darum, das im Strafbefehl nebst einer Geldstrafe verhängte dreimonatige Fahrverbot etwas zu drücken. „Mein Mandant braucht seinen Führerschein täglich“, erklärte Kopp. Richter und Staatsanwaltschaft waren sich aber einig, dass da nichts zu machen sei. „Drei Monate Fahrverbot sind eine übliche Sanktion für sogenannte ‚Einschlafensfälle‘“, so Leitner. In Richtung des Angeklagten ergänzte er: „Damit kommen Sie eigentlich sogar noch gut davon.“

Als der Viechtacher merkte, dass ein Freispruch ganz weit weg war, erklärte er nach kurzer Beratung mit seinem Anwalt, den Einspruch zurückzunehmen.

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