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So soll es aussehen: Irschenbergs Pfarrer Tadeusz Kmiec-Forstner und Pfarrsekretärin Christa Niggl zeigen die Pläne für den neuen Pfarrsaal. Der Pfarrhaus-Anbau im Hintergrund soll abgerissen werden.

Baubeginn im Mai

Endlich: Irschenberg bekommt eigenen Pfarrsaal

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Die Geduld der Irschenberger hat sich ausgezahlt. Im Mai starten endlich die Bauarbeiten für ihren neuen Pfarrsaal. Nicht nur der Pfarrer freut sich auf das neue Raumangebot.

Irschenberg – Von einem neuen Pfarrheim will Tadeusz Kmiec-Forstner nicht sprechen. „Wir bekommen nur einen Pfarrsaal und ein Büro“, sagt der Irschenberger Pfarrer. Das soll aber nicht undankbar klingen – im Gegenteil. Ein pompöser Bau, meint Kmiec-Forstner, würde gar nicht zu seinem Pfarrverband passen. „Wir sind bescheiden“, sagt der Geistliche. Vielleicht mussten seine 2700 „Seelen“ auch deshalb mehr als 20 Jahre warten, bis das Ordinariat ihren Wunsch nach einem eigenen Pfarrsaal endlich erhörte.

Der hätte, wie berichtet, bereits im vergangenen Sommer gebaut werden sollen. Doch die Planung verzögerte sich, weil bei den vorbereitenden Arbeiten für den Abriss des Pfarrhaus-Anbaus Schadstoffe gefunden wurden. „Das muss jetzt eine Spezialfirma machen“, erklärt Bettina Göbner, Pressesprecherin am Erzbischöflichen Ordinariat in München. Im Mai geht es nun aber endgültig los, und bis Ende des Jahres soll der Rohbau stehen. „Die Hauptgewerke sind schon vergeben“, sagt Göbner. Aktuell befinde sich die Ausschreibung in den letzten Zügen. Bereits Mitte 2018 soll der Neubau bezugsfertig sein.

Die 450 Quadratmeter Nutzfläche verteilen sich auf drei Stockwerke. Im Obergeschoss werden neben einem Pfarrsaal für 60 Leute eine Küche, ein WC und Lagerräumen untergebracht. Im Parterre ist Platz für das Pfarrbüro und eine Doppelgarage vorgesehen, im Keller verschiedene Funktionsräume und das Archiv. Der Pfarrsaal wird dank einer Fußgängerrampe barrierefrei erreichbar sein. Bei den Materialien setzt das Ordinariat auf eine Kombination aus Massivbau im Keller und Erdgeschoss und Holzbau im ersten Stock. „Es wird überall mit vorgefertigten Bauelementen gearbeitet“, sagt Göbner.

Die Gesamtkosten sind mit 1,8 Millionen Euro eher großzügig veranschlagt, erklärt der Pfarrer. „Da ist ein Sicherheitspuffer eingebaut.“ Man wolle unbedingt vermeiden, dass der Bau wegen einer plötzlichen Kostenüberschreitung gestoppt werde. Normalerweise müssten die Pfarreien bei derartigen Projekten einen Eigenanteil von 30 Prozent aufbringen, erklärt Kmiec-Forstner. Irschenberg kommt mit nur acht Prozent vergleichsweise günstig weg. „Wir sind nur ein kleiner Pfarrverband und haben gut verhandelt.“

Positiv bemerkbar habe sich dabei auch das Angebot der Pfarrei gemacht, beim Abriss des Pfarrhaus-Anbaus und der Garagen mitzuhelfen. Über Kontakte zu den örtlichen Firmen könne man sich die benötigten Maschinen ausleihen, erklärt der Pfarrer. „Die Leute sollen sehen, dass wir mitarbeiten.“ Ein weiteres Plus ist der Zuschuss aus dem Rathaus. Wie berichtet, zahlt die Kommune insgesamt 40 000 Euro für den neuen Pfarrsaal. Im Gegenzug kann sie dort künftig ihre Gemeinderatssitzungen abhalten und kommt um einen Ersatzbau für das alte und beengte Rathaus vorerst herum.

Auch die Pfarrei leidet seit Langem an akutem Platzmangel. Zwar habe man bei Veranstaltungen den Niklasreuther Pfarrsaal, die alte Schule in Frauenried oder den Prälat-Müller-Saal im Kinderdorf nutzen können. „Aber wir waren dort eben nicht zuhause“, sagt Kmiec-Forstner. Zum Improvisieren gezwungen waren auch seine Mitarbeiter. Aufgrund der engen Anbindung an die privaten Bereiche des Pfarrhauses waren vertrauliche, seelsorgerische Gespräche teils mit hohem organisatorischen Aufwand verbunden.

All das wird mit dem Neubau der Vergangenheit angehören. „Jeder wird davon profitieren“, verspricht der Pfarrer. Auch für die „Funktionsräume“ im Keller hat er schon einen Plan. Kmiec-Forstner will hier ein kleines Appartement als „Zufluchtsort“ einrichten. Hier könnten zum Beispiel Frauen mit ihren Kindern übernachten, die sich von ihren Männern bedroht fühlen. Das Ordinariat müsse er davon aber erst noch überzeugen, meint der Pfarrer schmunzelnd. „Die werde ich schon noch katholisch machen.“

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