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Streitpunkt: der Neubau „Otto“ der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg - hier noch während der Bauphase.

Wegen Neubau „Otto“

Es geht um 2,1 Millionen: Dinzler und Generalunternehmer streiten vor Gericht

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Der Streit zwischen der Kaffeerösterei Dinzler aus Irschenberg und ihrem gekündigten Generalunternehmer Dechant ist vor Gericht gelandet. Es geht um 2,1 Millionen Euro.

Irschenberg/München – Ein Handwerksunternehmen kann im Vorfeld von seinem Kunden eine Sicherheitsleistung verlangen – ähnlich einer Bürgschaft. Und auch bei gekündigtem Vertrag ist das möglich. Auf eben einen solchen gekündigten Vertrag beruft sich nun die Baufirma Dechant und fordert eine Sicherheitsleistung von rund 2,1 Millionen Euro von der Kaffeerösterei Dinzler. Deren Neubau am Irschenberg hat Dechant als Generalunternehmer größtenteils erstellt – bis sich beide Seiten überwarfen. Gestern wurde der Fall am Landgericht München II verhandelt.

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Wie berichtet, hatte die Kaffeerösterei Dinzler den Vertrag mit Dechant am 27. Dezember 2017 gekündigt. Als Grund nannte die Firma die verspätete Fertigstellung des dreistöckigen Gebäudes mit dem Namen „Otto“, in dem unter anderem eine Konditorei und ein Veranstaltungsbereich Platz gefunden haben. Dechant habe mehrere Termine nicht eingehalten. Der Generalunternehmer wies diesen Vorwurf zurück. Vielmehr sei Dinzler selbst für einen Teil der Verzögerungen verantwortlich. Insgesamt beträgt das Auftragsvolumen rund elf Millionen Euro. Rund neun Millionen Euro sind bezahlt.

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Gestern vor dem Landgericht gaben sich die Parteien erneut gegenseitig die Schuld. Er habe immer wieder Vergleichsverhandlungen geführt, sagte der Anwalt von Dinzler. Die seien jedoch an der Emotionalität der Gegenseite gescheitert. „Die Emotionalität ist gegenseitig, wenn nicht von der Beklagtenseite begründet“, sagte dagegen der Anwalt von Dechant. „Es gab offenbar viele Kränkungen“, sagte eine beisitzende Richterin. „Aber wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen.“

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Schließlich wurde vor Gericht lange um Zahlen gerungen und gerechnet. Beide Seiten hatten ganz unterschiedliche Ansichten und Berechnungen. Mit Hilfe des Gerichts gelang es beiden Seiten aber dann doch noch, zusammenzukommen. Sie kamen sie zu einer vergleichsweisen Lösung, die in einem so genannten „Teilanerkenntnisurteil“ niedergelegt wurde: Dinzler leistet eine Sicherheit über 1,6 Millionen Euro. Dafür nimmt Dechant die Forderung über die restlichen 500 000 Euro zurück.

Es ist offen, ob es auch zu einem Hauptsacheverfahren kommt. Erst dort würde es um die tatsächlichen Inhalte des Streits gehen.

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