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Rechtzeitig die Weichen stellen: Dazu ermuntern (v.l.) August Inselkammer, Wolfgang Janhsen (IHK) und Alexander Schmid (SMG).

Infoveranstaltung beim Dinzler

Firmenübergabe: So wird's gemacht

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Irschenberg - Die eigene Firma einem Nachfolger zu übergeben, braucht Zeit. Zudem sind rechtliche Fallstricke zu beachten. Mit einem Info-Nachmittag wollen IHK und SMG dafür sensibilisieren.

Die eigene Firma aus der Hand geben ist für viele Unternehmensinhaber eine schwere Entscheidung. Zugleich hat sie enorme Bedeutung für die Zukunft des Betriebs und die Sicherung der Arbeitsplätze. Mit drei Vorträgen wollen die Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern sowie die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises Firmeninhaber darüber informieren.

„Das Thema Übergabe wird an Bedeutung gewinnen“, ist Wolfgang Janhsen, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Rosenheim, überzeugt. Pro Jahr sind es im Landkreis etwa 130 Firmen, die übergeben werden. In Oberbayern sind es bis zu 40 000. Dabei sei das Oberland eine klassische Mittelstandsregion mit vielen familiengeführten Unternehmen. Doch der demografische Wandel ist spürbar: Die Zahl der potenziellen Nachfolger sinkt, wie IHK-Betriebsberater Oliver Nerz gestern beim Pressegespräch bei der SMG ergänzte: „In der Gastronomie und Hotellerie kommt auf zwei Unternehmer ein Nachfolger.“ In der Fertigung seien es gar fünf Übergeber pro Unternehmer.

Umso wichtiger sei es, sich früh mit dem Thema auseinanderzusetzen, sagt Janhsen: „Mit drei bis fünf Jahren Vorlauf muss man rechnen.“ Was man dazu generell wissen muss, stellen bei der Infoveranstaltung drei Referenten in ihren Vorträgen vor. Einer davon ist August Inselkammer, der Geschäftsführer der Isartaler Holzhaus GmbH & Co. KG in Holzkirchen. Die Inselkammer-Betriebsgruppe – dazu gehören noch das Traditionswirtshaus Platzl in München sowie die Brauerei in Aying – hat den Generationswechsel vor einigen Jahren vollzogen – mit Erfolg. „Aber es gibt einiges zu beachten“, warnt Inselkammer. Neben einem geeigneten Nachfolger aus der Familie oder von außen gelte es, das Unternehmen so aufzustellen, dass die Erbschaftssteuer nicht die Substanz schädige – und das sei beim Verkehrswert eigenständiger Immobilien im Rahmen der Erbschaftssteuer schnell der Fall.

Zudem gilt es laut Nerz, auf den Ausfall des Geschäftsführers vorbereitet zu sein, damit die Firma handlungsfähig bleibt: „71 Prozent der Betriebe sind das nicht.“

Die Infoveranstaltung

findet am Donnerstag, 21. April, von 16.30 bis 18.30 Uhr im Seminarraum der Kaffeerösterei Dinzler in Irschenberg statt. Anmeldeschluss ist Freitag, 15. April. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Infos, auch zur Anmeldung, gibt es online auf muenchen.ihk.de mit dem Webcode 9145.

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