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Ihre ganz eigene Klangwelt schaffen Ganes. In der Kaffeerösterei Dinzler spielten sie vor vollem Haus.

Das sagen die Zuschauer

Musikalischer Sagenzauber: Ganes spielte in Kaffeerösterei Dinzler

Das Folk-Pop-Trio Ganes entführte das Publikum in der Irschenberger Kaffeerösterei Dinzler in eine Traumwelt. Die Zuschauer sagen: „Das ist eine Musik, bei der man die Augen schließen kann.“

Irschenberg – In der voll besetzten Kaffeerösterei Dinzler bescherte das Trio Ganes seinem Publikum ein Konzert der ganz besonderen Art. Die drei Damen sind nicht gerade leicht in musikalische Schubladen einzuordnen, singen und spielen sie doch in ihrer ureigenen Klangwelt. Zwei Stunden entführten sie in eine unbekannte Traumwelt voller Poesie und Fantasie.

Die Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling sind Ganes. Sie stammen aus dem kleinen Südtiroler Dolomitendorf La Val (Wengen), wo noch Rätoromanisch, genauer gesagt: Ladinisch gesprochen wird. Ihre Heimat liegt inmitten einer atemberaubenden Natur, ihr Liedgut ist gespeist von der märchenhaften ladinischen Sagenwelt. Ganes hat diese Geschichten im Programm „An cunta che“ („Man erzählt, dass...“), wie auch die fünfte CD des Trios heißt, in die Gegenwart geholt und in eine wundersame musikalische Schatzkiste gepackt.

Die drei von einer geheimnisvollen Aura umhüllten Musikerinnen trugen die Lieder in glockenreinem, mehrstimmigem Gesang vor, mal leicht und fröhlich, mal dunkel und geheimnisvoll. Ihre Instrumente waren Geige, Gitarre, Hackbrett, Schlagwerk, Synthesizer und Steel-Gitarre. Dazu kommen noch Keyboard und Orgel der männlichen Verstärkung Alex Trebo. Dabei wirkten die Eigenkompositionen wie aus einer anderen Welt – modern, intelligent und raffiniert arrangiert. Musik, wie man sie selten, vielleicht sonst gar nicht hört, eine wohltuende Abwechslung im sonstigen Einerlei.

Ganes versetzte das Publikum, dessen kräftiger Beifall von Bewunderung und Begeisterung getragen war, in einen gefühlsmäßigen Ausnahmezustand. Dabei verstand man so gut wie nichts, zu fremd klingt das Ladinische. Aber gerade das schien die verwunschene Magie der Musik noch zu verstärken. Alt und Neu prallen aufeinander und vermischen sich geschmeidig.

Sie sangen über Königstöchter, Zwerge und Zauberer, Adler und Drachen, Höhlen und Stürme, Feen und Schätze. Die Titel heißen etwa „La pêsc gnará“ („Der Frieden wird kommen“), „Tëmp impormetü“ („Die versprochene Zeit“) oder „Ey de Net“ („Nachtauge“). „Crëps slauris“ („Die bleichen Berge“) erzählt die Geschichte der Mondprinzessin, die bei ihrem Geliebten auf der Erde bleiben kann, nachdem die Zwerge das Mondlicht über die schroffen Felsen der Dolomiten sponnen. Bis heute erscheinen die Dolomiten im bleichen Licht des Mondes. In „Lech dl ergobando“ („Regenbogensee“) entdeckt ein junger Mann im See eine Meerjungfrau, verliebt sich und lässt für sie einen Regenbogen von der Spitze des Berges bis über den See erstrahlen. Doch die Nixe beachtet ihn nicht. Gekränkt bricht der Mann den Regenbogen in tausend Teile, deren Farben der See annimmt. Diese Liebe hat keine Zukunft, aber die Farbe des Sees hält sie ewig fest. „Romantisch, oder?“, fragte Elisabeth Schuen ins Publikum.

Die Musik ist alt und neu zugleich: Traditionelle Instrumente vermischen sich mit modernen elektronischen, kraftvolle, melodische Klänge und Rhythmen mit sphärischen, sehnsuchtsvollen zu einem weit aufgefächerten Klangspektrum. Zum Eintauchen und Zurücklehnen.

Das sagen die Zuschauer zum Konzert von Ganes in Irschenberg

Michal Gross (37), Controller aus Osnabrück: „Ich bin schon seit Jahren Fan von Ganes und habe auch einige CDs von ihnen. Ich höre keine Charts, eher Musik aus den 70er und 80er Jahren. Die Musik von Ganes ist ganz anders als die, die man sonst hört. Sie verbreiten immer eine besondere Grundstimmung, mal nachdenklich, mal gefühlvoll. Für mich ist das Musik, bei der man die Augen schließen kann und in eine andere Welt versetzt wird. Man kann träumen und sich entspannen.“

Sabine Stempfle (53), Bankkauffrau aus Zorneding: „Ich habe Ganes vor ein paar Jahren auf Schloss Kaltenberg zusammen mit Hubert von Goisern gehört und gesehen. Seitdem bin ich begeistert von ihnen. Es sind Vollblutmusikerinnen, die mit traditionellen Instrumenten moderne Musik machen. Mir gefällt auch das Ladinische. Ich kenne diese besondere Gegend vom Skifahren her, man kann sich das so vorstellen und sich in die Situation hineinversetzen. Ganes entlässt einen mit einem guten Gefühl nach Hause.“

Von Reinhold Schmid

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