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Sorgt für Gesprächsstoff: die Anzeige im Online-Portal Immobilienscout 24.

Anzeige führt zu Kaffeerösterei Dinzler

Jetzt ist klar: Hier steht die ominöse „Irschenberger“ Villa für 15 Millionen Euro

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Wer verkauft in Irschenberg eine Villa für 15 Millionen Euro? Und noch dazu mit der Adresse der Kaffeerösterei Dinzler? Wir haben beim Makler nachgefragt. Die Antwort überrascht.

Update, 7. September 2018:

Inzwischen hat der Starnberger Merkur herausgefunden, wo die Villa wirklich steht: Es handelt sich um das Gut Rößlberg am Rande von Tutzing. Hier sagt der Besitzer, ebenfalls ein Immobilienmakler, warum er das schöne Stück veräußern will.

Ursprünglicher Artikel, 31. August 2018

Irschenberg – Ein „herrschaftlicher Landsitz vor den Toren Münchens“ für 15 Millionen Euro: So ein Immobilienangebot weckt Interesse. Vor allem, wenn sich das 47 Hektar große Anwesen – angeblich – im beschaulichen Irschenberg befindet. Und das sogar an einer durchaus bekannten Adresse: Wendling 15, die Anschrift der Kaffeerösterei Dinzler.

Ein Facebook-Nutzer hat unsere Zeitung auf die Anzeige beim Online-Portal Immobilienscout 24 aufmerksam gemacht. Als Bild springt einem ein Teil der Fassade eines repräsentativen Herrenhauses entgegen, geschickt durch rosa Blüten fotografiert. Eine Gesamtansicht oder gar Innenaufnahmen der laut Anzeige zwölf Zimmer im Haupthaus und weiteren Räumen in den Nebengebäuden fehlen. Die Erklärung steht im ersten Satz der Beschreibung: „Ein diskretes Angebot“, ist dort zu lesen. Ein ausführliches Exposé gebe es nur nach einem „Bonitätshinweis“.

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Viel Geheimniskrämerei also. Aber wie passt da die Adresse dazu? Unser Informant mutmaßt, dass sich die Firma Dinzler vielleicht mit ihrem Neubau überschätzt hat und jetzt ihr Tafelsilber veräußert. Wir fragen – auch ohne Bonitätshinweis – beim Makler nach. Der Rückruf erfolgt prompt. Es meldet sich Oliver Herbst vom Immovision, laut eigener Auskunft nicht weniger als der „erfolgreichste Luxusmakler Oberbayerns“. Und der löst das Rätsel auf.

Kuriose Immobilienanzeige in Irschenberg: Verkäufer verlangt absolute Diskretion

„Wir wurden vom Verkäufer explizit gebeten, das Objekt aus Diskretionsgründen anders zu verorten“, erklärt Herbst. Es handle sich um ein „nahezu einzigartiges Anwesen in Allein- und Weitblicklage“, der jetzige Eigentümer wolle daher unbedingt „unter dem Radar“ bleiben. Tatsächlich, verrät Herbst, befinde sich das Objekt irgendwo zwischen Ammersee und Starnberger See. Mit der Kaffeerösterei Dinzler habe es rein gar nichts zu tun.

Eigentlich, meint der Makler, habe er nur eine beliebige Adresse an der Autobahn ausgewählt, weil hier erfahrungsgemäß viele potenzielle Kunden nach Luxusimmobilien, bevorzugt in Form von früheren Bauernhöfen oder Landsitzen, fahnden würden. Die Bilder und alle anderen Angaben in der Anzeige seien aber absolut echt, betont Herbst. Wie auch die Referenzen auf seine Internetseite. Hier listet der Makler, der auch Burgen und Schlösser im Angebot hat, unter anderem auch den erfolgreichen Verkauf eines teuren Bauernhofs in Frauenried auf.

Um die Gerüchteküche in Irschenberg nicht weiter anzuheizen, verspricht Herbst, die Adresse in seiner aktuellen Ausschreibung zu ändern. Mit Dinzler habe er noch keine Berührungspunkte gehabt. Außer privat: „Ich mache hier natürlich immer gerne Halt, wenn ich entlang der Autobahn im Einsatz bin.“

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