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Hat ab Ende November geschlossen: der Gasthof Moar in Wilparting.

Bürgermeister: „Sie hätten noch bis März bleiben können“

Gasthof Moar in Wilparting: Wirte hören schon Ende November auf

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In Wilparting geht bald eine Ära zu Ende. Das Wirtspaar Anian Köll und Marion Münchmeyer verlässt das Café zum Moar schon Ende November. Der Grund: Unsicherheit über die Sanierung.

Irschenberg– Das vorläufige Ende des Moar kommt früher als von manchen gedacht. Schon Ende November wird der Gasthof in Wilparting seine Türen schließen. Vor allem der bei Ausflüglern beliebte Einkehrschwung nach dem Besuch des Wallfahrtskircherl fällt damit bis auf Weiteres weg.

Dem Wirtspaar Anian Köll und Marion Münchmeyer ist die Entscheidung nicht leicht gefallen, betonen sie. Seit 2011 haben sie den Gasthof gepachtet, den die Gemeinde einst von Kölls Eltern gekauft hat. Im Januar sei ihnen aber wegen des anstehenden Umbaus des Hauses der unbefristete Vertrag gekündigt worden. „Das war ein Schock für uns“, sagt Köll. In sieben Jahren habe man alles dafür getan, das Geschäft hochzufahren. „Und jetzt stehen wir auf der Straße.“ Den einstigen Familienbetrieb noch über den Winter weiterzuführen, hätte sich nicht mehr rentiert.

Bürgermeister Hans Schönauer kann das nicht nachvollziehen. „Sie hätten noch bis März drinnen bleiben können“, sagt er über die Entscheidung der Pächter. Um einen Leerstand bis zur bevorstehenden Baumaßnahme zu vermeiden, bemüht sich die Gemeinde bereits um einen Nachfolger. „Wir sprechen auch mit Brauereien“, berichtet Schönauer.

Optimal wäre in seinen Augen, wenn sich ein Betreiber finden würde, der den Gasthof nicht erst nach der Sanierung, sondern auch schon in den kommenden Monaten bewirtet. „Dann könnte er sich gleich etwas aufbauen“, meint der Bürgermeister. Überstürzen werde man die Entscheidung aber nicht. Ein guter Pächter sei entscheidend für den langfristigen Erfolg des Moar. „Ein zweiter Schuss ist nicht drin“, sagt Schönauer.

Zu hoch sind die Ausgaben, die die Gemeinde in den Umbau im kommenden Jahr stecken will. Zuletzt war von drei Millionen Euro für einen Abriss und Neubau des vorderen Gebäudeteils die Rede. Wie berichtet, ist das Dach undicht und das Mauerwerk nass. Im neuen Moar sind derzeit 140 Sitzplätze im Gastronomiebereich und 300 im Biergarten geplant. Die 18 Zimmer mit 35 Betten im ersten Obergeschoss sollen vermietet werden. Die Tenne mit dem großen Saal bleibt unangetastet. Beschlossen ist aber noch nichts, wie Schönauer betont. Ziel sei es, die finanziell tragfähigste Lösung zu finden. „Es ist noch alles offen“, sagt der Rathaus-Chef.

Genau das empfinden die jetzigen Wirte aber als Last. Die Unsicherheit über das Ausmaß des Umbaus und die damit verbundene künftige Höhe der Pacht erschwert der Familie die Planung. Deshalb haben sie sich bislang auch nicht erneut für den Gasthof zum Moar beworben.

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