Vom Traualtar rüber zum Wirt: Auf dieses Prinzip will die Gemeinde Irschenberg künftig vermehrt setzen. Die benachbarte Wallfahrtskirche St. Marinus und Anian ist dafür gut geeignet. Abgerissen und neu aufgebaut werden am Anwesen aber nur der vordere, weiße Teil. Der anschließende Saal bleibt bestehen.
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Vom Traualtar rüber zum Wirt: Auf dieses Prinzip will die Gemeinde Irschenberg künftig vermehrt setzen. Die benachbarte Wallfahrtskirche St. Marinus und Anian ist dafür gut geeignet. Abgerissen und neu aufgebaut werden am Anwesen aber nur der vordere, weiße Teil. Der anschließende Saal bleibt bestehen.

Gasthof zum Moar in Wilparting

Gemeinde Irschenberg startet Gespräche mit Brauerei

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Seit Ende 2017 steht der Gasthof zum Moar in Wilparting leer – nun soll es weitergehen: Die Baupläne liegen beim Landratsamt, und die Gemeinde verhandelt mit einer Brauerei.

Laufende Verhandlungen sind eine sensible Phase. Einerseits gilt es, einen Fortschritt zu belegen, andererseits soll das in der Schwebe befindliche Ergebnis nicht gefährdet werden. In dieser Gemengelage befindet sich Irschenbergs Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) in Sachen Gasthof zum Moar in Wilparting. Der steht seit gut zwei Jahren leer, und wie es weitergehen soll, ist immer noch nicht so ganz festgezurrt. Die Pläne, nach denen das Gebäude neu aufgebaut werden soll, liegen beim Landratsamt, aber es fehlt noch eine Brauerei.

Gemeinde Irschenberg startet Gespräche mit Brauerei

Geht es nach dem Bürgermeister, ist auch dieser Punkt in absehbarer Zeit erledigt. „Wir verhandeln mit einer Brauerei“, berichtet er auf Nachfrage unserer Zeitung. Um wen es sich handelt, will er noch nicht verraten. Nur so viel: Es seien gute Gespräche.

Kosten liegen wohl bei vier Millionen Euro

Allerdings bestimmt der Verlauf der Gespräche den Zeitplan. Auf 3,6 Millionen Euro wurden die Kosten von Abriss und Neubau noch zu Lebzeiten von Meixners Vorgänger Hans Schönauer (Freie Wähler Niklasreuth) taxiert, mittlerweile geht Meixner vor rund vier Millionen aus. Viel Geld für die Gemeinde, das durch die Pacht refinanziert werden soll. Das letzte Wort hat der Gemeinderat.

Und dort hat das Projekt nicht nur Befürworter. So hat Gruppe FDP/Aktive Bürger bei der Nominierung ihrer Kandidaten für die Gemeinderatswahl am 15. März, bereits klar formuliert, dass man gegen den Abriss und Wiederaufbau des Gasthofes sei.

Übernachtungsmöglichkeiten sollen Betrieb stärken

Aus Meixners Sicht führt daran jedoch kein Weg vorbei: „Wir müssen etwas tun, wenn wir die Wirtschaft erfolgreich verpachten wollen. Der neue Wirt braucht eine wirtschaftliche Perspektive.“ Und die bieten die 14 neuen Zimmer. „Es ist ja naheliegend, Übernachtungsmöglichkeiten anzubieten“, erklärt Meixner vor allem mit Blick auf Hochzeiten im neben stehenden Wallfahrtskirche St. Marinus und Anianus, die bekanntermaßen zu den am meisten fotografierten Motiven Bayerns zählt. Aber auch für sonstige Feiern könne der Saal, der erhalten bleibt und lediglich einen separaten Eingang bekommen soll, gut genutzt werden. „Dann kann man das Übernachten gleich beim Wirt buchen.“ Bedarf sei am Ort durchaus vorhanden – nicht zuletzt seit die Kaffeerösterei Dinzler ihren neuen Tagungsbereich eröffnet hat.

Aus finanzieller Sicht sei das Bauvorhaben kein Risiko, sagt der Bürgermeister: „Wir haben ja mit dem erneuerten Anwesen einen Gegenwert.“ Eine langjährige Partnerschaft mit einer Brauerei bedeute auch, dass diese Gastronomie einen guten Wirt bekomme. Und der sei von großer Bedeutung, wie Meixner sagt: „Wir wollen ja, dass auch die Irschenberger Bürger gerne nach Wilparting kommen, nicht nur Gäste.

ddy

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