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Gasthof zum Moar in Wilparting: Gemeinde will sanieren, Brauerei soll übernehmen

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Von: Dieter Dorby

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Gastro-Juwel im Dornröschenschlaf: Seit Ende November 2017 ist der Gasthof zum Moar zugesperrt. Die Gemeinde muss sanieren, ein Teilabriss steht zur Diskussion. © Thomas Plettenberg (Archiv)

Im neuen Jahr will die Gemeinde Irschenberg ihren Gasthof zum Moar in Wilparting sanieren. Voraussetzung ist jedoch, dass eine Brauerei das derzeit stillgelegte Gasthaus pachtet.

Irschenberg – Zum neuen Jahr will die Gemeinde Irschenberg eine Großbaustelle anpacken: die Sanierung des Gasthofs zum Moar im Ortsteil Wilparting. In der Januar-Sitzung des Gemeinderats soll das Thema diskutiert werden. Gewissermaßen der Startschuss.

Seit über einem Jahr ist der Betrieb im Gasthof zum Moar im Irschenberger Ortsteil Wilparting eingestellt. Das Wirtspaar Anian Köll und Marion Münchmeyer hatte Ende November 2017 zugesperrt. Grund war die Unklarheit über das Ausmaß der geplanten Sanierung, die heuer eigentlich hätte beginnen sollen. Doch passiert ist bislang nichts, weil sich die Idee, direkt an einen neuen Wirt zu verpachten, für die Gemeinde als Eigentümerin als zu gefährlich erwiesen hatte. Wie berichtet, wollte die Kommune, die im Rahmen einer Bürgschaft an das Anwesen gekommen war, direkt an einen Wirt verpachten und in Absprache mit jenem sanieren und umbauen. „Aber das Risiko war zu groß“, erklärt Bürgermeister Hans Schönauer. Was wäre, wenn der Wirt scheitern würde?

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Deshalb habe man sich im Gemeinderat entschlossen, an eine Brauerei zu verpachten. Derzeit laufen laut Schönauer entsprechende Gespräche. Der aktuelle Stand soll im Januar im Gremium erörtert werden. Zu klären ist auch, in welchem Maß abgerissen werden muss.

Ziel ist es, das Ensemble in direkter Nachbarschaft zur Kirche St. Marinus und der Vituskapelle – sie zählen zu den in Deutschland am meisten fotografierten Gotteshäusern – zu erhalten. Schönauer schwebt eine bayerische Pilgerwirtschaft mit moderaten Preisen vor, die für Einheimische ebenso ein Anziehungspunkt sein soll wie für Gäste von außerhalb. Offen ist allerdings, ob auch Gästezimmer vorgesehen werden. „Das muss der Gemeinderat entscheiden“, sagt der Rathauschef. Er selbst halte das für sinnvoll: „Mit Zimmern wäre die Auslastung besser. Wir haben ja auch viele Hochzeiten in Wilparting, und da wird oft nach Zimmern gefragt.“ An die 50 Trauungen seien es im Jahr 2018 gewesen.

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Dagegen sei ein Umbau der Tenne in Tagungsräume oder Zimmer aktuell kein Thema mehr. Dies könne man zu einem späteren Zeitpunkt immer noch machen, sagt Schönauer. Da noch nicht klar ist, wie sich die Sanierung konkret gestaltet, lässt sich auch noch nicht beziffern, wie teuer der Umbau werden wird. Anfangs war von drei Millionen Euro die Rede gewesen. Jedoch gelte es auch den Brandschutz und die Statik zu berücksichtigen, und da komme es aufs Detail an.

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Für Schönauer ist es das Ziel, dass sich die Wirtschaft selbst tragen kann. „Die Gemeinde ist schuldenfrei, und das soll auch so bleiben.“ Eine Beeinträchtigung des Kramerwirts und des Wirts in Loiderding befürchtet der Bürgermeister nicht: „Durch die Nähe zur Autobahn verträgt der Ort eine dritte Wirtschaft.“

ddy

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