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Hier startet das Sanierungsprogramm: Die Straße von Irschenberg zum Ortsteil Kirchsteig ist die erste, die die Gemeinde heuer in Angriff nehmen will. 390 000 Euro Kosten sind dafür veranschlagt.

Haushalt 2016

Das Geld steckt in der Straße

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Irschenberg - Wirtschaftlich geht es Irschenberg gut, wären da nicht die Straßen. Insgesamt 40 Kilometer muss die Gemeinde in den kommenden Jahren erneuern – eine finanzielle Belastung, die das Rücklagen-Polster aufbrauchen wird. Steuererhöhungen soll es aber nicht geben.

2015 war ein gutes Jahr für Irschenberg. Die mit 1,3 Millionen Euro geplante Gewerbesteuer wurde aufgrund der guten Wirtschaftslage um 1,2 Millionen Euro übertroffen. 400 000 Euro verwendete die Gemeinde zur Kredittilgung, 780 000 Euro wanderten in die Rücklagen.

Auch vom Verwaltungshaushalt gibt es gute Nachrichten: Infolge der verringerten Steuereinnahmen aus dem Jahr 2014 gab es im Januar 2016 eine hohe Schlüsselzuweisung. Die Gemeinde erhält vom Freistaat Bayern 780 000 Euro. Gleichzeitig fällt die Kreisumlage mit 1,28 Millionen Euro heuer relativ niedrig aus.

Irschenberg darf sich somit über gute Überschüsse freuen, doch die sind bitter nötig, wie Bürgermeister Hans Schönauer am Montagabend im Gemeinderat erklärte. Zum einen, weil sich im kommenden Jahr die Umlage-Situation umkehre. „Dann wird die Schlüsselzuweisung sinken, während die Kreisumlage zunehmen wird.“

Hinzu kommt, dass auf die Gemeinde ein großes Sanierungsprogramm wartet. „Wir müssen unsere Straßen herrichten“, erklärte Schönauer. Dazu hat die Gemeinde eine Bestandsaufnahme durchgeführt. Das Ergebnis: In den kommenden fünf Jahren müsste pro Jahr zwei Millionen Euro investiert werden.

Denn nicht nur der Straßenbelag soll dabei erneuert werden – laut Schönauer müssen auch viele schmale Straßen verbreitert werden. „Die Fahrzeuge und Maschinen in der Landwirtschaft sind breiter geworden.“ Damit müsse auch der Unterbau angepasst werden. Steuererhöhungen sind im Zuge dessen allerdings nicht geplant. „Wir wollen es so schaffen.“

Trotz der guten Finanzlage kommt die Gemeinde nicht ohne weitere Darlehen aus. So werden für den Kauf des ehemaligen Grundstücks der Raiffeisenbank 321 000 Euro aufgenommen. Ein Investment für die Zukunft, sagt Schönauer, das durch das Zinstief begünstigt wird.

Ein großes, ebenfalls fremdfinanziertes Projekt ist die geplante Asyl-Unterkunft, die mit 810 000 Euro veranschlagt wird. Die Gemeinde will die Gebäude später gegebenenfalls selbst nutzen und errichtet sie deshalb auf eigene Kosten. Die Refinanzierung soll über Pacht oder Miete erfolgen.

In der Finanzplanung sind für 2017 bis 2019 keine Kreditaufnahmen vorgesehen. Der Schuldenstand wird zum Jahresende 1,5 Millionen Euro betragen – Ende 2019 soll er 744 000 Euro betragen.

Der Gemeinderat stimmte dem Zahlenwerk einhellig zu. Schönauer geht davon aus, dass die Gemeinde auch künftig dank der Gewerbe- und Einkommenssteuer gute Überschüsse erwirtschaften wird: „Die Gemeinde steht gut da.“

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