Deutlich teurer werden in Irschenberg die Gebühren für Wasser und Abwasser.
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Deutlich teurer werden in Irschenberg die Gebühren für Wasser und Abwasser.

PREISANSTIEG - Weit weg von der Kostendeckung

Gemeinde Irschenberg erhöht Gebühren für Wasser und Abwasser massiv

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Irschenberg – Auf die Bürger der Gemeinde Irschenberg wartet eine satte Verteuerung. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die Gebühren für Wasser und Abwasser kräftig erhöht. Das Wasser verteuert sich dabei um 21,4 Prozent, die Abwasserentsorgung gar um 47,4 Prozent.

Wie Bürgermeister Klaus Meixner (CSU) im Gemeinderat erklärte, sei die Erhöhung längst überfällig. „Wir sind seit drei Jahren im Hintertreffen“, berichtete er. Das heißt: Die Gebührenhöhe ist schon seit einiger Zeit nicht mehr kostendeckend.

Generell gilt, die Gebühren bei Wasserversorgung und Abwasserentsorgung so zu gestalten, dass Kostendeckung erreicht wird. Kommunen sollen mit diesen beiden Pflichtaufgaben keine Gewinne erzielen, aber auch keine Verluste einfahren. Deshalb müssen die Gebühren nun korrigiert werden.

Bislang fallen je Kubikmeter Abwasser 1,90 Euro für die Entsorgung an. Dies wird auf 2,80 Euro erhöht. Dem liegt eine kompliziertere Berechnung zugrunde, wie Meixner erklärte. Denn eigentlich wäre Kostendeckung bei 2,72 Euro erreicht. „Aber durch die Erhöhung wird erfahrungsgemäß mehr aufs Wasser geschaut und gespart.“ Die Folge sei weniger Verbrauch und damit weniger Einnahmen und somit wieder keine Kostendeckung. Deshalb habe man die neue Gebühr etwas höher ansetzen müssen. „So“, betonte der Bürgermeister, „kommen wir mit null raus.“

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Beim Wasser fällt die Erhöhung nicht ganz so heftig aus. Hier verteuert sich der Preis von bislang 1,40 Euro brutto je Kubikmeter auf künftig 1,70 Euro. Der Nettobetrag liege dabei bei 1,59 Euro.

Aufwendige Verfahren

Wie Geschäftsleiterin Irmgard Dinges auf Anfrage unserer Zeitung erklärt, seien die Betriebskosten in den Bereichen Wasser und Abwasser seit Jahren gleichbleibend. Die letzte Änderung im Bereich Abwasser wurde im Jahr 2016 durchgeführt. Die Berechnungen für eine Kostendeckung lägen in den vergangenen Jahren zwischen 2,40 und drei Euro. „Hierbei werden keine außergewöhnlichen Kosten mit berücksichtigt“, sagt Dinges, „aber wir haben viele Pumpstationen im Einsatz, die aufwendig sind.“ Hinzu komme ein altes Leitungssystem und die neue Entwicklung bei der Klärschlammentsorgung mit Trocknen, Pressen und Abtransport. „Das treibt die Kosten in die Höhe.“

Kostendeckung zwingend

Auch bei der Wasserversorgung seien die Auflagen und Vorgaben gestiegen. „Mit der allgemeinen Teuerung ist auch hier keine Deckung mehr zu erreichen“, stellt Dinges fest. „Der Sprung zur letzten Erhöhung im Jahr 2018 ist zwar nicht so hoch, aber dennoch dringend notwendig. Die Bereiche Abwasser und Wasser müssen kostendeckend sein.“

Gelten sollen die neuen Gebühren zu Wasser und Abwasser erst ab 1. Oktober 2021. „Das ist ein sauberer Sprung, aber wir kommen dem nicht aus“, stellte der Bürgermeister fest. Dabei seien beim Wasser die Kosten für die Sanierung des Brunnens noch gar nicht eingerechnet, „sonst kommen wir wo ganz anders raus“.

Neues Klärwerk bedeutet nächste Erhöhung

Auch beim Abwasser sei das Ende der Kostenerhöhung noch nicht erreicht. Denn im Zuge des Neubaus der Kläranlage, der mit schätzungsweise rund 6,5 Millionen Euro zu Buche schlagen dürfte und auf die Verbraucher umgelegt werden muss, wird die Gebühr zusätzlich steigen. Dies sei aber ein anderes Thema, sagte Meixner: „Mit der neuen Kläranlage hat die jetzige Erhöhung absolut nichts zu tun.“

Diskussionsbedarf seitens der Ratsmitglieder gab es keinen. Sie segneten beide Gebührenerhöhungen einstimmig ab.

ddy

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