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Abschied nehmen vom Wohnhaus: Der vordere Teil der Gaststätte zum Moar wird in diesem Sommer abgerissen. 2020 soll der Neubau fertig sein.

Gemeinde Irschenberg startet Bauverfahren für Gasthof zum Moar

Traditionswirtschaft wird neu gebaut - in alter Tradition

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Der Gasthof zum Moar soll neu erstrahlen – im wahrsten Sinn: Der Gemeinderat von Irschenberg hat am Montag grünes Licht gegeben, die Traditionswirtschaft in Wilparting abzureißen und im bisherigen Stil neu zu bauen. Die Pläne werden nun ins Baugenehmigungsverfahren geschickt.

In den Ortsteil Wilparting soll bald wieder Leben einkehren, nachdem der Gasthof zum Moar Ende 2017 geschlossen worden war. Die ersten Schritte dazu wurden nun gemacht. Der Gemeinderat Irschenberg hat in seiner Sitzung am Montagabend gegen die Stimmen von Martin Eberhard und Hans Maier (beide FDP/Aktive Bürger) grünes Licht gegeben, ins Baugenehmigungsverfahren einzusteigen. Maier hatte moniert, dass eine Wirtschaft „keine originäre Aufgabe der Gemeinde“ sei. Angesichts hoher Kaufangebote müsse man überlegen. Doch das war für das Gremium kein Thema.

Eigentlich wollte die Gemeinde, die über eine Bürgschaft Eigentümerin an dem geschichtsträchtigen Anwesen neben der Kirche St. Marinus und Anian geworden war, schon viel weiter sein, doch das Projekt verzögerte sich. War erst angedacht, direkt an einen Wirt zu verpachten und mit diesem den Neubau zu planen, wird nun an eine Brauerei vergeben, mit der gemeinsam nach einem geeigneten Wirt gesucht wird. Den Zuschlag soll Hacker-Pschorr mit der Miesbacher Brauerei Hopf bekommen, verkündete Zweiter Bürgermeister Klaus Meixner (CSU), der Rathauschef Hans Schönauer (Freie Wähler Niklasreuth) vertrat: „Wir haben ein Angebot vorliegen, mit dem wir unser Vorhaben umsetzen und auch finanziell stemmen können.“

Wie berichtet, soll das Wohnhaus samt Wirtschaft abgerissen und neu errichtet werden. „Was nützt ein neues Dach, wenn das Mauerwerk unten schlecht ist“, sagte Meixner. Der Neubau sei deutlich günstiger als eine Sanierung und bringe weniger Unwägbarkeiten.

Während Außenansicht und Baumaße erhalten bleiben, wurde im Innern umgeplant, wie Architekt Joachim Staudinger erklärte. So wird der Saal mit 180 Plätzen um einen bestehenden Gewölbeteil vergrößert und bekommt einen eigenen Eingang; der alte Haupteingang bleibt. Das Lokal wird aus drei Gasträumen bestehen und 144 Gästen Platz bieten. Auch die beliebte Marinistubn soll im Original wieder aufgebaut werden – obwohl das laut Staudinger in Richtung Restauration gehen könne. Und auf der Südseite bleibt der Biergarten mit 200 Plätzen.

Für den Übernachtungsbetrieb in den Obergeschossen sind zweimal sieben Zimmer mit 48 Betten geplant. Das Tennengebäude bleibt unverändert. Lediglich im Nordteil, dem Stadl, wird eine Wohnung eingebaut für die früheren Eigentümer.

Dass ein Abriss nicht zu vermeiden ist, betonte Regina Gruber (FW Irschenberg/Reichersdorf): „Die Fachleute sagen, dass zu viel nicht passt. Unser Anliegen ist es, alles möglichst gut hinzukriegen und den Flair, der Wilparting ausmacht, zu erhalten.“ Klaus Waldschütz (CSU) ergänzte, dass der Gemeindehaushalt die Kosten im vorliegenden Modell tragen könne.

Zu diesen wollte Meixner keine Angaben machen. „Das ist derzeit schwer zu sagen“, erklärte er auf Nachfrage unserer Zeitung und verwies auf den Neubau am Kindergarten, der sich deutlich verteuert hatte. „Deshalb warten wir erst die Angebote ab.“ Die Größenordnung dürfte schätzungsweise bei 3,5 Millionen Euro netto liegen – viel Geld für die Gemeinde, die das Prunkstück aber in eigener Hand behalten will.

ddy

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