Gemeinde sammelt Klärschlamm nicht mehr ein

Landratsamt rüffelt Irschenberg

Irschenberg - Nach einem Rüffel vom Landratsamt, lässt die Gemeinde Irschenberg die Satzung für die Abholung von Klärschlamm auslaufen. Die Hausbesitzer müssen Kleinkläranlagen aufrüsten.

Die Uhr tickt: Bis zum 1. Januar 2015 müssen Hausbesitzer ihre private Kleinkläranlagen aufrüsten. So verlangt es der Gesetzgeber. Um die Betroffenen zu entlasten, winkt dafür unter gewissen Voraussetzungen eine Förderung des Freistaats. Die Frist hierfür endet heuer am 31. Dezember.

Diese Änderung hat nun auch spezielle Auswirkungen auf die Gemeinde Irschenberg. „Bislang haben wir den Klärschlamm gesammelt alle zwei Jahre abholen lassen“, erklärte Geschäftsleiter Josef Bögl nun in der Gemeinderatssitzung. So steht es auch in der gemeindlichen Satzung. Dieses Vorgehen sei künftig allerdings nicht mehr möglich.

Da das Irschenberger Gemeindegebiet recht zerklüftet ist, gibt es Bögl zufolge neben den drei großen Kläranlagen in Irschenberg, Radthal und Niklasreuth gut 300 Kleinkläranlagen. Um die Kosten zu senken, quasi nach dem Prinzip des Mengenrabatts, hatte die Kommune bislang den Klärschlamm gesammelt in die Kläranlage nach Miesbach bringen lassen. „Die Leute haben das gerne angenommen, weil so der Tarif billiger für sie war“, meinte Bögl. Nicht so gerne sieht allerdings das Landratsamt Miesbach diese Vorgehensweise und verpasste den Irschenberger dafür sogar einen kleinen Rüffel. Die Behörde empfahl der Gemeinde, in Zukunft Abstand von der Satzung zu nehmen, die Bürger verpflichtet, ihren Klärschlamm auf diese Weise zu entsorgen.

„Das rentiert sich bald eh nicht mehr“, sagte Bögl auf Nachfrage. Da durch die obligatorische Nachrüstung der Anlagen der Klärschlamm voraussichtlich nur noch alle zehn Jahre abtransportiert werden müsse. Schließlich erhöhe diese Sanierungs-Maßnahme die Reinigungsleistung massiv. Daher beschloss der Gemeinderat am Ende, die besagte Satzung zum Jahresende auslaufen zu lassen. Außerdem appellierte Bögl an alle Bürger, ihre Anlagen aufrüsten zu lassen und empfahl ihnen, sich um die Förderung zu kümmern. Immerhin könnten Antragssteller dadurch bis zu 1500 Euro einstreichen. Bislang sei die Resonanz in Irschenberg nämlich eher mäßig gewesen.

Marlene Kadach

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