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Ist jetzt Gesellschafter der Genussregion Irschenberg: Bürgermeister Hans Schönauer.

Genussregion Irschenberg

Bürgermeister bringt seine „Schmankerlkiste“ selber raus

Irschenberg – Lebensmittel aus der Region selbst vermarkten – mit dieser Intention wollte Bürgermeister Hans Schönauer für die Schmankerlkiste begeistern. Die Reaktionen waren verhalten. Jetzt setzt er die Idee als Privatmann um.

Honig, Marmelade, Käse, Wurst und Schnaps – vielerlei Lebensmittel werden in der Region erzeugt, auch in der Gemeinde Irschenberg. Warum diese Waren nicht in einen Korb oder eine Kiste packen und an Durchreisende verkaufen? Das war die Idee, mit der Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer (FWG) schon Mitte des Jahres seinen Gemeinderat davon überzeugen wollte, dass sich die Kommune am Vertrieb einer solchen „Irschenberger Schmankerlkiste“ beteiligen sollte. Die Mehrheit des Gremiums befürwortete sogar eine Beteiligung in Höhe von zehn Prozent. Das Interesse bei den Erzeugern war allerdings gering.

Seit dem 23. September gibt es die Genussregion Irschenberg nun als GmbH. Gesellschafter sind allerdings lediglich Schönauer als Privatmann und Stefan Drössler aus Adelzhausen. Letzterer ist im Handelsregister als Geschäftsführer eingetragen und außerdem Geschäftsführer der Munich Football Management GmbH.

Warum jetzt also die Genussregion Irschenberg ohne Beteiligung der Gemeinde? „Ich möchte die Gemeinde nicht mit reinziehen, so lange die Firma Schulden hat“, erklärt der Bürgermeister auf Nachfrage, nachdem die Genussregion im Gemeinderat auf der Tagesordnung stand – nur als Sachstandsbericht. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Schönauer. Einen solchen Vertrieb aufzubauen, sei eine Menge Arbeit und koste viel Geld.

Bis jetzt gibt es unter dem Markennamen Genussregion Irschenberg Schokolade, Schoko-Crunch und Schnaps zu kaufen. Die süßen Produkte werden in der Confiserie Dengel in Rott am Inn hergestellt mit Milch aus der Region Miesbach und Kakao aus fairem Handel. Die Schokoladentafeln sind in Papier mit einem Foto der Wallfahrtskirche Wilparting darauf gewickelt – vom Design also durchaus geeignet, um als Souvenir für Touristen attraktiv zu sein. 

Und das ist auch eines der langfristigen Ziele von Schönauer. Momentan gibt es die Schokolade in einigen Geschäften am Ort, aber irgendwann, so stellt sich Schönauer vor, könnte es eine autobahnnahe Verkaufsstelle geben, in der dann mehr Produkte der Genussregion angeboten werden. „Ich weiß, dass man damit nicht die Landwirtschaft retten kann“, sagt er. „Aber das soll auch ein symbolisches Zeichen sein.“ Eine Möglichkeit also, die Wertschöpfung in der Region zu halten.

Eine erste negative Erfahrung hat Schönauer allerdings schon machen müssen. Eine Charge Schokotafeln und Schokocrunch wurde mit dem Aufdruck „Exklusiv hergestellt für: Gemeinde Irschenberg“ ausgeliefert. Das stimme natürlich nicht, sagt der Bürgermeister, und er habe sich sehr geärgert. Richtig wäre gewesen: „für die Genussregion Irschenberg“. Darauf werde er künftig selbst achten.

Christine Merk

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