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Das Gewerbegebiet Salzuhub: die Erklärung der Ziffern gibt's im Kasten unten.

Die Kassen sind rappelvoll

Gemeinde nimmt doppelt so viel Steuern als geplant ein

Irschenberg – Die Ansiedlungspolitik trägt offenbar Früchte. Die Gewerbesteuer sprudelt wie nie. Inzwischen hat die Gemeinde alle Flächen im Gewerbegebiet Salzhub vermarket.

Die Geldquelle Gewerbesteuer sprudelt in Irschenberg heuer nicht nur, sie quillt schier über. Mit 4,7 Millionen Euro rechnet Geschäftsleiter Josef Bögl. Das sind glatt einmal 2,2 Millionen mehr als im Vorjahr. Und schon da waren die tatsächlichen Erträge doppelt so hoch wie der Haushaltansatz. Mit dem Geld kann Irschenberg einiges tun, muss aber auch eine Menge auf die hohe Kante packen. Die Zahlen stellte Bürgermeister Hans Schönauer (FWG Niklasreuth) zuletzt im Gemeinderat vor.

Gleichzeitig warnt Schönauer davor, dauerhaft mit seinem solchen Geldsegen zu rechnen. Der hohe Betrag bei der Gewerbesteuer sei Einmal-Effekten geschuldet, speziell Steuernachzahlungen. Für das nächste Jahr rechnet das Rathaus mit einem Niveau wie dem von 2015 – also 2,5 Millionen Euro. Zum Vergleich: Insgesamt rechnete Irschenberg heuer mit 6,5 Millionen Euro Einnahmen im laufenden Geschäft, also im Verwaltungshaushalt.

Schönauer sieht die Gemeinde damit auch für ihre Gewerbe-Ansiedlungspolitik belohnt. Vor gut zehn Jahren begann zu Bespiel die Erschließung des Gewerbegebiets Salzhub. Jetzt sind alle Flächen vermarktet (siehe Bild) „Wir haben darauf geachtet, dass wir Betriebe aus unterschiedlichen Branchen bekommen“, sagt der Bürgermeister. Somit brechen die Gewerbesteuer-Einnahmen nicht gleich komplett ein, wenn es zum Beispiel einmal der Automobil-Branche schlecht geht. Bei den in Irschenberg ansässigen Unternehmen lobt Schönauer die Steuerehrlichkeit. Zumindest in einem Fall hatte er in der Vergangeneheit allerdings Grund zur Klage gehabt. 2015 bei der Bürgerversammlung beklagt er, dass eine Firma ihre globalen Verflechtungen dazu nutzt, Gewinne ins Ausland umzuleiten. Ob just dieses Unternehmen jetzt zahlen musste, lässt der Bürgermeister auch auf Nachfrage offen. Datenschutz.

Komplett vermarktet: das Gewerbegebiet Salzhub in Irschenberg. Die Firmen in der Übersicht. Bebaute Grundstücke (rote Ziffern): 1) Baumgärtner Dragee-Herstellung, 2) Geiger Net-Solutions, 3) Maschinenring mit Pro Communo und MW Biomasse, 4) Scuderia Gran Tourismo, 5) TVI Maschinenbau 6) Irlbacher Gummiformartikel, Vulkanisierung, Sandstrahlen , 7) Güdel (Ex-Kainz) Intralogistics, 8) Krämer Pferdesport, 9) Dietrich Elektrotechnik.

Unbebaute Flächen (blaue Ziffern): 1) Erweiterung Baumgärtner I (Produktion), 2) Erweiterung Baumgärtner II (Entwicklungszentrum), 3) Schießkino, 4) Maschinenring (Maschinenhalle), 5) Hermith (Titanprodukte).

Das Gewerbegebiet Salzuhub: die Erklärung der Ziffern gibt's im Kasten unten.

Mit den zusätzlichen Millionen – einen Teil muss die Gemeinde als Umlage an Bund und Land weitergeben – möchte Irschenberg diverse Investitionen stemmen. Wie berichtet, möchte die Gemeinde einen neuen Kindergarten bauen, was den Haushalt mit schätzungsweise einer Millionen Euro belasten wird. Gerade vergeben hat der Gemeinderat Kanalbauarbeiten an der Loiderdinger Straße für knapp 500 000 Euro. Größere Posten in den nächsten Jahren sind die Sanierung der Kläranlage Irschenberg (500 000 Euro), die Anschaffung eines neuen Feuerwehrautos (370 000 Euro) und der Dauerbrenner Straßenbau. Ferner will Irschenberg seine Schulden zurückzahlen – komplett bis Ende dieses Jahres.

Einen guten Teil muss Irschenberg aber zurücklegen. Denn die gestiegene Steuerkraft 2016 wirkt sich einige Jahre auch auf die Kreisumlage aus. 2018 wird die Gemeinde 3,3 Millionen Euro an den Landkreis überweisen, zwei Millionen mehr als heuer.

Daniel Krehl

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