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Auf dieser Wiese entsteht der neue Kindergarten. Im Haushalt ist der Neubau der größte Posten.

Haushalt 2017 in Irschenberg

Die fünf teuersten Investitionen der Gemeinde für 2017

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Irschenberg verabschiedet ein Etat mit rund zwölf Millionen Euro. Die Investitionen sind heuer komplett ohne Kredite möglich. Größter Posten im Haushalt: der Kindergarten

Irschenberg Ein gutes Jahr – finanziell gesehen – liegt hinter der Gemeinde Irschenberg. Ein unvorhergesehenes Plus durch die Gewerbesteuer ermöglicht auch heuer ein umfangreiches Investitionsprogramm, ohne dass sich Bürgermeister Hans Schönauer (FW) um die Finanzierung große Sorgen machen muss. Den auf Reha verweilenden Rathauschef vertritt derzeit Zweiter Bürgermeister Klaus Meixner (CSU). Der dankte im Gemeinderat vor allem Geschäftsleiter Josef Bögl, der den Haushalt dort vorstellte. Einwände gab es keine.

Breitband: Glasfasernetz wird ausgebaut

Ein dicker Posten im Haushalt ist mit 615 000 Euro das schnellere Internet im Gemeindegebiet. Ein Zuschuss von 450 000 Euro ist eingeplant. Am 13. März wird Finanzminister Markus Söder den Zuwendungsbescheid an den Bürgermeister überreichen, dann kann der Auftrag an die Telekom vergeben werden. Die hat dann ein Jahr Zeit, das Glasfasernetz so auszubauen, dass zwischen 50 und 100 MBit schnelles Internet möglich ist.

„Es läuft noch eine zweite Planung“, sagt Bögl auf Nachfrage. Die zielt darauf ab, dass 2018 weiße Flecken wie beispielsweise Niklasreuth versorgt werden. Der Gemeinderat bevollmächtigte zudem die Verwaltung, beim Straßenbau immer auch gleich Leerrohre für das Glasfasernetz zu verlegen.

Feuerwehren bekommen neue Fahrzeuge

Für die Feuerwehren Irschenberg und Niklasreuth hat die Gemeinde heuer 228 000 Euro im Haushalt eingeplant. Das Geld wird für drei neue Fahrzeuge hergenommen. Ein Mehrzweckfahrzeug für Irschenberg ist bereits bestellt, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) für Niklasreuth auch, das ist aber erst 2018 lieferbar. Irschenberg bekommt zudem einen Versorgungs-Lkw. Die Niklasreuther Wehr wird Geld sammeln und sich mit 27 500 Euro beteiligen. Irschenberg zahlt diesmal nicht mit. „Wir sammeln beim nächsten Mal wieder“, sagt Kommandant Tom Niggl.

Weil der TÜV das Löschfahrzeug der Irschenberger nicht mehr durchwinkte (wir berichteten), hat sich Niggl um ein gebrauchtes Fahrzeug bemüht, das als Überbrückung dienen soll. Weil das aber schon über 25 Jahre alt ist, musste die Gebührensatzung der Feuerwehr abgeändert werden. Zwar kann die Gemeinde bei Weitem nicht so viel Kostenerstattung bei Einsätzen anfordern, wie bei neuen Fahrzeugen, aber zumindest eine kleine Entschädigung.

Kindergarten wird bis Ende 2017 gebaut

Der Neubau des Kindergartens ist das Großprojekt heuer in Irschenberg. Ende 2017 soll er eröffnen, so der aktuelle Stand. Heuer sind 2,5 Millionen Euro für den Neubau eingeplant. Die Gemeinde hofft auf einen Fördersatz von 60 Prozent.

Kanalisation: Teich muss geleert werden

Zwischen 2016 und 2018 wird die Kanalisation keine Deckung erreichen. Einer der beiden Schönungsteiche Irschenbergs verursacht heuer 70 000 Euro Sonderkosten. Der Teich, der halb so groß ist wie ein Fußballfeld, soll Schlamm des Abwassers abfangen, bevor dieses in die Bäche fließt. Der Teich ist nun aber zu voll. Geplant ist, diesen im Mai oder Juni trockenzulegen und den Schlamm herauszuholen. Auch die Regenwasserkanalisation kostet die Gemeinde heuer Geld. Die bisherigen Rohre reichen nicht aus, deshalb werden welche mit einem Durchmesser von einem Meter bis 1,20 Meter verlegt, um das Regenwasser abzuleiten. Die Arbeiten sind bereits in Gange, die weitere Bauzeit wird auf drei Monate geschätzt. Eingeplant sind Ausgaben von 476 000 Euro und 120 000 Euro Zuschüsse.

Straßenausbau: ein teures Pflaster

Wie in jedem Jahr ist auch heuer der Straßenausbau ein teures Pflaster. Einige Straßen, beispielsweise von Loiderding nach Gasteig sind aber in schlechtem Zustand, die Oberfläche ist rissig. Diese Straße will die Gemeinde im Herbst ausbauen, wenn das Vorhaben einen Zuschuss durch das Straßenverbreiterungs-Programm bekommt. Für den Ausbau von Straßen sind insgesamt 410 7000 Euro eingerechnet, für die Straße bei Hofreuth 158 000 Euro und für die Straße bei Schwamham 184 000 Euro.

nip

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