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Urteil am Amtsgericht

Wohnmobil-Einbrecher müssen in den Knast

Ihnen war egal, ob in den Wohnmobilen, in die sie einstiegen, jemand schlief oder nicht. Für ihre dreisten Einbrüche müssen zwei Rumänen nun in den Knast.

Irschenberg/Holzkirchen – Für die Betroffenen muss es wie im Albtraum gewesen sein: Nachts, während die Passagiere nichts ahnend im Wohnmobil oder Wohnanhänger schlummerten, schlugen sie zu – unter anderem an den Autobahn-Rastanlagen in Irschenberg und Holzkirchen. Nun sind zwei Wohnmobil-Einbrecher vom Schöffengericht am Amtsgericht München zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das teilt das Amtsgericht jetzt mit.

Die beiden Rumänen im Alter von 32 und 26 Jahren hatten offenbar regelrechte Beutezüge nach Deutschland unternommen und waren dafür jeweils eigens eingereist. Eine ganze Serie an Einbrüchen wurde ihnen zur Last gelegt, wobei sie Beute im Wert von insgesamt mehr als 7900 Euro machten – unter anderem im Landkreis Miesbach (wir berichteten): In der Nacht zum 10. September 2018 brachen sie in drei an den Rastanlagen Holzkirchen, Irschenberg und Samerberg-Süd geparkte Wohnmobile ein und entwendeten jeweils Bargeld in Höhe von 220, 530 und 190 Euro. Handtaschen, Geldbeutel mit Papieren oder Hosen, in denen das Geld verwahrt worden war, wurden jeweils in der Nähe zurückgelassen. In der Nacht zum 22. September 2018 suchte das Duo unter anderem nochmals die Rastanlage am Irschenberg auf und erbeuteten allein dort 1100 Euro. In allen Fällen waren die Opfer in ihrem Wohnmobil oder Wohnanhänger, einige gerieten in Panik, als sie die Einbrecher bemerkten, stellte das Gericht fest.

Der ermittelnde Polizeibeamte schilderte in seiner Zeugenaussage, wie es im Zuge der Ermittlungen gelungen war, eine Telefonüberwachung einzurichten, aus der sich die Bewegungen der beiden Männer verfolgen ließen. Das führte schließlich dazu, dass das Duo festgenommen werden konnte, als es in der Nacht zum 5. November 2018 an den Rastanlagen Greding-Ost und Holledau aus zuvor aufgebrochenen Wohnmobilen 120 Euro und 750 Euro erbeutet hatte, wobei sie am Ende durch die Schreie der jeweils erwachten Frauen vertrieben worden waren, wie das Gericht mitteilt.

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Seit der Festnahme saßen die beiden Rumänen, die strafrechtlich bislang noch nicht in Erscheinung getreten waren, in Untersuchungshaft. Die Taten haben sie vollumfänglich eingeräumt. Der ältere hatte über seine Familie 8000 Euro zur Schadenswiedergutmachung bei seinem Anwalt hinterlegen lassen und übergab für jeden Geschädigten ein schriftliches Schuldanerkenntnis.

Wegen Wohnungseinbruchdiebstahls in zehn Fällen und wegen eines weiteren versuchten Falls verurteilte das Gericht sie zu einer Freiheitsstrafe von je zwei Jahren und vier Monaten. 

Dieser Prozess sorgt für Aufsehen: Dramatischer Prozess neigt sich dem Ende Mutter tötet Baby: Zwölf Jahre Haft gefordert

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