Zwei Jugendliche (15 und 18) klettern aus einem Lkw-Auflieger am Irschenberg.
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Zwei Jugendliche (15 und 18) klettern aus einem Lkw-Auflieger am Irschenberg.

Pause mit Folgen

Irschenberg: Lkw-Fahrer hörte ihr Klopfen ‒ Junge Männer klettern aus Anhänger

Kurz nach der Grenzüberquerung hat ein Lkw-Fahrer am Irschenberg eine Pause eingelegt. Da hörte er ein verdächtiges Klopfen aus dem Inneren seiner Ladung.

Irschenberg/Rosenheim ‒ Zwei Männer haben am Mittwoch, 14. April am Autobahnrastplatz Irschenberg an der A 8 in einem Lkw-Auflieger mit Klopfgeräuschen auf sich aufmerksam gemacht. Das berichtete die Bundespolizei Rosenheim in einer Pressemitteilung. Der Lkw-Fahrer versicherte den verständigten Beamten, nichts von den Menschen auf der Ladefläche gewusst zu haben. Die Bundespolizei in Rosenheim geht davon aus, dass kriminelle Schleuser für die extrem gefährliche Mitfahrt – zum Teil bei Minusgraden – gesorgt und auch abkassiert hatten.

A 8 am Irschenberg: Lkw-Fahrer hörte ihr Klopfen in seinem Auflieger

Den aktuellen Erkenntnissen zufolge startete der Lastkraftwagen in Bulgarien. Nach mehreren Tagen erreichte der Fahrer des Sattelzugs die deutsch-österreichische Grenze. Über die A 8 fuhr er die Rastanlage am Irschenberg an. Während der Pause hörte der 55-Jährige ein Klopfen, das von seinem Auflieger kam. Er verständigte sofort die Polizei. Im Beisein von mehreren Beamten wurde die Ladefläche geöffnet. Von der Ladung kletterten zwei junge Männer herunter. Eigenen Angaben zufolge sind sie afghanische Staatsangehörige.

A 8 am Irschenberg: Jugendliche klettern aus Lkw-Anhänger

Die Jugendlichen im Alter von 15 und 18 erklärten, dass Schleuser den Lkw-Auflieger für sie heimlich geöffnet und anschließend von außen wieder geschlossen hätten. Die Fahrt von Rumänien bis Deutschland sei die letzte der organisierten Etappen gewesen. Zuvor führte die bezahlte Schleusung von Afghanistan über den Iran in die Türkei. Von dort seien sie dann nach Griechenland gelangt. Eine Schleuserorganisation hätte pro Person über 6000 Euro kassiert.

Die Bundespolizisten nahmen die beiden Migranten in Gewahrsam und brachten sie in die Inspektion nach Rosenheim. Dort konnten beide versorgt und anschließend befragt werden. Während der Minderjährige der Obhut des Miesbacher Jugendamtes anvertraut werden konnte, wird sein volljähriger Begleiter das Land voraussichtlich wieder verlassen müssen. Wie sich herausstellte, war er bereits von rumänischen Behörden registriert worden. Der Lkw-Fahrer konnte nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen seine Fahrt fortsetzen. Er steht offenbar nicht im Verdacht, die Schleusung mitorganisiert zu haben.

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