Dieses Tier soll regelmäßig nach Auerschmied gekommen und am Samstag abgeschossen worden sein.
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Dieses Tier soll regelmäßig nach Auerschmied gekommen und am Samstag abgeschossen worden sein.

Jäger will Männchen erlegt haben

Irschenberg: Muttertier erlegt? Debatte um Fuchs-Abschuss in Schutzzeit

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Ein Jäger will am Samstag in Auerschmied einen Fuchs geschossen haben. Anwohner sagen, es war eine Füchsin und eine Mutter - während der Schutzzeit. Sie sind erbost.

Irschenberg – Als Andrea Abels (55) am Samstagmorgen in Auerschmied Schüsse vom nahen Waldrand hört, vermutet sie Schlimmes. Kurz zuvor habe sie dort die Füchsin gesehen, die seit Monaten fast täglich durchs Dorf lief. Ein scheues Tier sei sie gewesen, die in Komposthaufen und Gärten Essen gesucht habe, aber vor Menschen weggerannt sei. Nach diesem Samstagmorgen sieht Abels das Tier nicht mehr. Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Miesbach-Newsletter.

Irschenberg: Muttertier erlegt? Debatte um Fuchs-Abschuss in Schutzzeit

Abels ist entsetzt. Die Füchsin sei sehr wahrscheinlich ein Muttertier gewesen, sagt sie. Ihr Gesäuge sei deutlich vergrößert gewesen. Stimmt das, wäre es verboten, das Tier in der derzeit geltenden Elternschutzzeit abzuschießen. „Ich habe nichts dagegen, wenn ein Jäger den Bestand pflegt. Aber man schießt kein Tiere, das Jungtiere aufzieht.“

Doch war das erschossene Tier wirklich eine Füchsin? Das Landratsamt bestätigt: Ein Jäger hat nahe des Wohngebiets einen Fuchs geschossen. Er habe aber von einem Männchen berichtet. Einen Fuchsbau oder gar Junge habe er nicht gefunden.

Irschenberg: Fuchs abgeschossen - war es ein Muttertier?

Außerdem: Das Tier habe an Räude gelitten. Eine Anwohnerin habe dies gemeldet, der Jäger die Erkrankung bestätigt, die Untere Jagdbehörde die Schießerlaubnis erteilt. Nicht ungewöhnlich, denn in dem Gebiet litten vermehrt Füchse an Fuchsräude. Sie hätten bereits Haustiere angesteckt und würden während der Schusszeit vermehrt entnommen.

Abels glaubt Jäger nicht, dass das Tier ein Männchen war. Auch die Krankheit sieht sie anders: An Räude habe es zwar gelitten. „Aber sie war auf dem Weg der Besserung.“ Der Schwanz sei wieder buschiger geworden, die Felllücken nach und nach zugewachsen.

Den Grund dafür erklärt Tatjana Piontek, eine Nachbarin Abels. Sie berichtet, sie habe dem Fuchs eine Tablette mit etwas Katzenfutter vermischt verfüttert – das einzige Mal, dass sie das Tier gefüttert habe. Danach sei es diesem besser gegangen. „Ich bin unfassbar enttäuscht“, sagt sie über den Abschuss. „Das Gesäuge war absolut deutlich sichtbar.“ Das belegten Fotos.

Irschenberg: Tierschutzverein erbost über Abschuss

Gesehen hat diese Fotos Johanna Ecker-Schotte, Vorsitzende des Tierschutzvereins Tegernseer Tal. Auch sie hält das Tier für eine Füchsin. Zwar könne es sich um ein älteres Tier handeln, dass bereits mehrere Würfe und deswegen ein auffälliges Gesäuge hatte. Wahrscheinlich sei sie aber derzeit Mutter gewesen. Ihre Kinder im Wald zu finden, sei fast unmöglich. Ob sie schon alleine überleben, sei ungewiss. „Wir finden überhaupt nicht gut, was da passiert ist.“

Eine hitzige Debatte will Ecker-Schotte nun aber vermeiden. Die Zusammenarbeit mit Jägern sei wichtig, sie glaube an einen Einzelfall. „Wir müssen jetzt die Wogen glätten und das Beste aus der Situation machen.“ Für die Zukunft bedeute das: besser miteinander reden. Anwohner sollten sich an den Tierschutzverein wenden, wenn sie kranke Tiere sehen. Dieser könne besser helfen und Probleme vermeiden. Und: „Der Jäger muss das jetzt mit sich selbst ausmachen.“

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Kommentare

Stopptdiejagd JägerneindankeAntwort
(0)(0)

Mit Tabletten kann Räude auch bei Füchsen problemlos geheilt werden.
Die Jäger haben vorallem eines: Die Mittel, die Rechte, die Macht und die Lust Lebewesen umzubringen.

Fuchs
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Mein gott.Was ist bloß mit der Menschheit los.Pervers und gelangweilt ???
Videos beweisen ,das Tier war krank und steht auf einem Meter von dir weg.
Das LRA hat angeordnet den Fuchs zu schießen da er Gefahr darstellt auch wenn kleine Kinder im Garten spielen.
Übrigens haben Männer auch Zitzen bzw Brustwarzen oder ????
Der Jäger hat wohl mehr Ahnung als irgend ein Leihe der die Gefahr gar nicht sieht.
Warum füttert man ein scheues Raubtier mit Tabletten und behauptet es sei wieder gesund.tut mir leid....das kann ich nicht verstehen.Tut man das dann auch bei einem Wolf oder Bär ??lach

Tierheim Rottach-EgernAntwort
(0)(0)

Sehr lustig....wirklich sehr lustig ):