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Endet im Verkehr: Dem neuen Radweg an der B 472 in Schwaig bei Irschenberg fehlt die Anbindung.

An B472 - fängt im Nichts an - und hört wieder auf

Radweg mitten im Nirgendwo: Hatte der Staat zuviel Geld?

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Der neue Geh- und Radweg an der B 472 in Schwaig bei Irschenberg stößt auf Unverständnis bei den Radlern. Kein Wunder, endet er doch in beiden Richtungen im Niemandsland.

Irschenberg – Er ist zweieinhalb Meter breit, 700 Meter lang – und natürlich frei von Autos. Der neue Radweg an der B472 bei Schwaig zwischen Miesbach und Irschenberg hat alle Eigenschaften, um bei City- und Tourenbike-Fahrern auf Begeisterung zu stoßen. Wenn er denn vernünftig angebunden wäre. Momentan nämlich endet das neue Asphaltband in beiden Richtungen im Niemandsland. Eine Fortführung über den Jedlinger Berg sowie nach Riedgasteig fehlt, der Radweg hängt damit quasi in der Luft. Den Bikern bleibt damit nichts anderes übrig, als weite Umwege über das Hinterland in Kauf zu nehmen – oder an der viel befahrenen Bundesstraße zu radeln. In jedem Fall aber rätseln sie über den Sinn des neuen Wegs: Die einen vermuten einen Schildbürgerstreich, die anderen fragen sich, ob das Staatliche Bauamt beim Ausbau der B472 einfach zu viel Geld hatte.

Keines von beidem ist der Fall, betont Stefan Hoppe vom Straßenbauamt, auf Nachfrage unserer Zeitung. „Es gibt Gedanken, den Geh- und Radweg in beiden Richtungen fortzuführen“, sagt Hoppe. Zum Zeitpunkt der Planungsphase für den Umbau der B472 in Schwaig seien diese aber noch nicht reif für eine Entscheidung gewesen. Daran habe sich bis jetzt auch nichts geändert. Das Problem ist die komplizierte Trassenfindung. „Wir müssen erst mal eine Linie ermitteln“, erklärt Hoppe.

Sowohl am Jedlinger Berg wie auch am Anstieg vor der Abzweigung nach Riedgasteig fehlt an der Bundesstraße schlicht der Platz für einen Geh- und Radweg. Im ersteren Fall schwebt dem Straßenbauamt aktuell vor, den Weg auf der Nordseite der B 472 fortzusetzen. Dafür müsste der Berg abgegraben und mit einer Stützmauer befestigt werden.

Richtung Riedgasteig gibt es bereits eine Stützmauer. „Die ist hier aber unser Hauptproblem“, erklärt Hoppe. Um diese zu umgehen, müsse man den Radweg entweder direkt nordseitig an der Mauer vorbeiziehen, oder weiter oben über Riedgasteig um die Engstelle herumführen. Auch für die Überquerung der Leitzach in Schwaig müsse man sich eine Lösung überlegen. Möglicherweise wird hier sogar ein separates Brückenbauwerk für den Geh- und Radweg fällig.

In jedem Fall aber ist das Bauamt auf Privatgrund angewiesen – und damit auf die Mithilfe der Gemeinde bei der Kontaktaufnahme für mögliche Verhandlungen. Im Rathaus jedenfalls stehen die Türen offen, wie Geschäftsleiter Josef Bögl betont. „Wir haben schon vor der jetzigen Maßnahme gefragt, wie es mit einer Fortführung des Radwegs aussieht.“ Eine zeitnahe Umsetzung hält Bögl allerdings für wenig wahrscheinlich. „Da sprechen wir noch von der ferneren Zukunft.“

Auch Hoppe will derzeit noch keinen Zeitplan nennen. Dass das Straßenbauamt trotzdem bereits den Abschnitt in Schwaig fertiggestellt hat, habe mehrere Gründe. Zum einen hätte es sich wegen des ohnehin für die Linksabbiegespur getätigten Grunderwerbs angeboten, auch gleich die Fläche für den Radweg zu sichern. „Das war ein- und derselbe Eigentümer“, erklärt Hoppe. Zum anderen sei die Strecke im Programm für Bundes- und Staatsstraßen enthalten gewesen, das von Gemeinden und Tourismus-Organisationen fortlaufend bestückt wird. „Da schauen wir natürlich bei der Planung mit rein“, sagt Hoppe.

Zu guter Letzt sei das Straßenbauamt stets bemüht, bei Baumaßnahmen die Verkehrssicherheit zu verbessern. Bleibt für die Radler nur zu hoffen, dass das auch für die Planung der Anbindung des neuen Wegs gilt.

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