Bundesparteitag: SPD stimmt über sofortigen Austritt aus der GroKo ab - so lautet das Ergebnis

Bundesparteitag: SPD stimmt über sofortigen Austritt aus der GroKo ab - so lautet das Ergebnis
+
Weil der vordere Gasthof abgerissen und neu gebaut werden soll, wurde den Wirtsleuten gekündigt.

Tragische Szenen vor Gericht

Wilparting-Wirte verklagen Gemeinde - sie fordern 130.000 Euro

  • schließen

Der Gasthof zum Moar soll wieder das Schmuckstück von Wilparting werden. Die früheren Wirtsleute stehen derweil vor dem nichts. Jetzt verklagten sie die Gemeinde Irschenberg.

Irschenberg Die Forderungen belaufen sich auf 130 000 Euro für entgangenen Gewinn, getätigte Investitionen und die Anmietung einer neuen Wohnung. Der ehemaligen Wirtin liefen die Tränen über beide Backen. Sie verstand die Welt nicht mehr. Beim Gerichtstermin vor dem Landgericht München II hatte ihr die Richterin rasch klar gemacht, dass sie keine Vertragsverletzung seitens der Gemeinde Irschenberg erkennen konnte.

Auf den Prüfstand kam dort die Kündigung des Pachtvertrages für die Gaststätte, in die die 38-Jährige und ihr Mann (41) so viel Herzblut gesteckt hatten. Zum Juli 2017 war dem Wirts-Ehepaar gekündigt worden. Die Kündigung wurde mit notwendigen Sanierungsmaßnahmen begründet. Für die Wirtsleute kam das Ende ihres gut laufenden Betriebs völlig überraschend. Nur durch eine entsprechende Nutzungsvereinbarung konnten sie den Moar dann noch bis November 2017 führen und die gebuchten Hochzeiten abwickeln. Seitdem hat sich dort aber noch nichts gerührt.

Die Wirtsleute gehen davon aus, dass die Renovierungspläne nur vorgeschoben wurden und erhoben Klage gegen die Gemeinde, von der sie sich einst so gut betreut fühlten. Der Geschäftsleiter sei 2015 gekommen und hätte einen unbefristeten Pachtvertrag gebracht, „als Zeichen der Sicherheit für die junge Familie“. Damals ahnte das Paar nicht, dass nur ein auf viele Jahre befristeter Pachtvertrag wirkliche Sicherheit bringt. „Die haben unsere Existenz genommen“, klagte die 38-Jährige unter bitteren Tränen.

Wilparting-Wirtin über Gemeinde Irschenberg: „Die haben uns unsere Existenz genommen“

Das Schicksal hatte es mit ihr nach der Lokal-Schließung nicht gut gemeint. „Ein Jahr später lag ich schwanger mit Krebs im Krankenhaus“, berichtete sie. Die Richterin hörte ihr sichtlich bedrückt zu. „Dass es unschön gelaufen ist, verstehe ich schon“, sagte sie. Doch selbst wegen einer nicht eingehaltenen Kündigungsfrist konnte sie der zweifachen Mutter keine Hoffnung machen. Dadurch werde die Kündigung nicht unwirksam, sondern rücke nur etwas nach hinten, erklärte die Richterin und wandte sich an den juristischen Vertreter der Gemeinde Irschenberg: „Ist eine symbolische Zahlung möglich?“, fragte sie. „Wir können keinen Euro auf unrechtlicher Basis zahlen“, erwiderte der Anwalt. Er persönlich bedaure, was geschehen sei. Das belaste eine Familie. Die Klage hielt er aber für eindeutig unbegründet. „Wir streiten, ob die Gemeinde schadenersatzpflichtig ist, und das ist sie nicht“, erklärte er seine Sicht. Dennoch will er bei der Kommune vorfühlen, ob im Rahmen einer gütlichen Trennung nicht doch eine geringe Abschlagszahlung möglich ist.

Die Wirtsleute hatten stets auf den im Januar verstorbenen Bürgermeister Hans Schönauer gesetzt, der ihnen Langfristigkeit zugesagt haben soll. Im Sommer soll der vordere Teil der Gaststätte zum Moar abgerissen werden. Der Neubau soll im nächsten Jahr fertig gestellt sein.

Lesen Sie auch: Gasthof zum Moar in Wilparting: Gemeinde will sanieren, Brauerei soll übernehmen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Vandalismus am Kreisel: Unbekannte zerstören Weihnachtsbeleuchtung
Nicht mal einen einzigen Tag überstand die Weihnachtsbeleuchtung, die der Bauhof am neuen Kreisel in Agatharied aufgestellt hat. Noch in derselben Nacht schlugen …
Vandalismus am Kreisel: Unbekannte zerstören Weihnachtsbeleuchtung
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos
Bald weihnachtet es wieder sehr - von Otterfing bis Bayrischzell, von Irschenberg bis Bad Wiessee. Ein Überblick mit allen Christkindlmärkten im Landkreis Miesbach samt …
Weihnachtsmärkte im Landkreis: Alle Termine, alle Infos
Rabatte für Bedürftige: Landkreis Miesbach beschließt Sozialcard
Die Sozialcard kommt. Sozial schwächere Menschen im Landkreis können damit bald von Rabatten profitieren. Das Landratsamt wird sich nun um Unterstützer bemühen.
Rabatte für Bedürftige: Landkreis Miesbach beschließt Sozialcard
Geld für Bienen und Sportler: Fischbachau greift üppige Zuschüsse ab
Gleich für zwei Projekte hat die Gemeinde Fischbachau üppige Zuschüsse abgestaubt: für einen Bienenlehrpfad und für ein Pumptrack. Auch die Starttermine stehen fest.
Geld für Bienen und Sportler: Fischbachau greift üppige Zuschüsse ab

Kommentare