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Mit starken Schauspielleistungen bringt das Ensemble der engagierten Laienschauspieler die Spannungen zwischen den Protagonisten auf die Bühne – hier (v.l.) Sepp Kröll, Marcel Schmid und Hans Schrädler bei der Premiere im November 2014.

Irschenberger Theater 

Pikolas Weltkriegs-Drama kehrt auf die Bühne zurück

Ein Riesen-Erfolg für die Irschenberger Theatergruppe war Rudolf Pikolas Stück „...der werfe den ersten Stein!“. Jetzt geht es zwei Jahre später in die nächste Runde. Zwei Vorstellungen sind geplant.

Irschenberg – Ein Stoff nach einer wahren Begebenheit, der an Aktualität nichts eingebüßt hat, aus der Feder eines früheren Miesbacher Bürgermeisters, gespielt von einem mutigen, leidenschaftlich engagierten Ensemble: Mit diesen Eigenschaften geriet die Inszenierung von Rudolf Pikolas Stück „...der werfe den ersten Stein!“ der Irschenberger Theatergruppe vor gut zwei Jahren zu einem Riesen-Publikumserfolg. Eigentlich eine einmalige Angelegenheit. Für alle, die damals trotz mehrerer Zusatzvorstellungen keinen Platz mehr ergattern konnten oder das Stück nochmal sehen wollen, gibt es jetzt wieder die Gelegenheit: Die Theatergruppe Irschenberg zeigt den Fünfakter am Donnerstag und am Freitag, 9. und 10. März, jeweils ab 20 Uhr beim Wirt in Loiderding.

Das Stück sorgte für einen langen Nachhall. Das Laien-Ensemble inspirierte Nachahmer und wurde selbst nun zum wiederholten Mal für ein Gastspiel engagiert. „Das Stück mussten wir dafür sowieso wieder proben“, erklärt Spielleiter Sepp Grundbacher. Die Gelegenheit also, es auch dem heimischen Publikum nochmal zu zeigen.

Dass die Inszenierung ein solcher Erfolg wird, hätten Grundbacher und seine Mitstreiter nie gedacht. Dem Spielleiter war das Pikola-Stück schon jahrelang vorgeschwebt, doch er hatte Manschetten davor. Die Rollen des Dramas verlangen den Darstellern alles ab. „Das Stück nimmt einen schon jedes Mal wieder sehr mit“, sagt Grundbacher. Und auch das Publikum ist von der Handlung gefordert. Ein Umstand, der selbst bei noch so engagierten Inszenierungen oft genug nicht mit Nachfrage belohnt wird.

Dass die Inszenierung der Irschenberger trotzdem so einschlug, erklärt sich Grundbacher so: „Solche Stücke werden eben wenig gemacht.“ Und Pikolas Drama suche seinesgleichen – zumal es sich ja um eine wahre Geschichte handelt, die sich Ende des Zweiten Weltkriegs auf einem Hof bei Miesbach zutrug.

Mit „...der werfe den ersten Stein!“ thematisierte der Lehrer und Schriftsteller Pikola, von 1960 bis zu seinem Tod 1970 Bürgermeister von Miesbach, Nationalsozialismus, Flucht und Vertreibung, stellte zeitlose Fragen nach Schuld und Reue. Die Handlung spielt in einer Retrospektive aus Sicht des Leitnerbauern. Auf dessen Hof würfelt der Zweite Weltkrieg eine explosive Mischung aus Bewohnern zusammen. Neben der Familie mit Knecht und Magd wohnen dort eine Flüchtlingsfrau aus Ostpreußen, ein Führer-treuer Arbeitsdienstler und ein russischer Kriegsgefangener – eine Situation, wie sie auf vielen Höfen im Oberland in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs vorzufinden war. Die Spannungen zwischen den Hofbewohnern bringen eine Tragödie ins Rollen.

Auf der Bühne stehen wieder Sepp Kröll als Leitnerbauer, Gerti Reichenberger als Bäuerin, Maria Babl als Tochter Burgl, Hans Schrädler als Knecht Wastl, Anna Schmidt als Flüchtlingsfrau Frau Ravel, Andreas Nirschl jun. als Kriegsgefangener Nikolai, Marcel Schmid als Arbeitsdienstler Jupp und Katharina Grundbacher als Magd Leni. 

Karten für das Theaterstück

zu 14 Euro können unter 0 80 25 / 39 09 sowie per E-Mail an mail@irschenberger-theater.de reserviert werden. Einlass beim Wirt in Loiderding ist um 18 Uhr, es gibt keine Platzreservierung.

Katrin Hager

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