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Viele Freunde, Bekannte und Wegbegleiter kamen zum Gottesdienst in St. Nikolaus, um Hans Schönauer anschließend zu Grabe zu tragen.
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Mit Salutschüssen wurde Hans Schönauer in Niklasreuth feierlich beigesetzt.
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Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer beigesetzt

Vergelt’s Gott für einen Mann der Tat

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Mit einem feierlichen Aussegnungsgottesdienst wurde Irschenbergs verstorbener Bürgermeister Hans Schönauer heute Nachmittag in seinem Heimatort Niklasreuth zu Grabe getragen. Viele Wegbegleiter aus Politik, Handwerk und den Vereinen gaben dem 67-Jährigen ein letztes Geleit.

Wie viele Menschen gestern nach Niklasreuth gekommen waren, um Irschenbergs Bürgermeister Hans Schönauer die letzte Ehre zu erweisen, lässt sich nur vage sagen. Über 300 Leute fanden in der Kirche St. Nikolaus Platz, darunter die Fahnenabordnungen von Feuerwehren und Vereinen. Hinzu kamen an die 400 Leute, die im Freien über Lautsprecher den Aussegnungsgottesdienst verfolgten. Bei Sonnenschein, aber Eiseskälte. Angehörige, Freunde, Bekannte, Bürger und Wegbegleiter wie Bürgermeister, Kreisräte und die Gemeinderatsmitglieder nahmen Abschied zur Musik der Niklasreuther Musi und des Haushamer Bergwachtgsangs.

Die Unsicherheit beim Ansetzen des Bestattungstermins und das schlechte Wetter der vergangenen Tage griff Niklasreuths Pfarrer Michael Nagel auf, der zusammen mit Pfarrverbandsleiter Tadeusz Kmiec-Forstner, Irschenbergs ehemaligem Pfarrer Johannes Thiele und Dekan Michael Mannhardt den Aussegnungsgottesdienst zelebrierte. „Der Verstorbene mag nun auf einer Wolke sitzen und sagen: ,Kaum bin ich nicht mehr da, hakt es schon.‘“ Aber kaum sei er wieder in seinem Heimatort gewesen, wurde das Wetter schön.

Doch der Humor ist nur eine Seite von Schönauer, die der Geistliche in seiner Rede beleuchtete. Im März 1951 nebenan im Weiler Hofreuth geboren, absolvierte er seine Lehre zum Maschinenbauer in Miesbach und hatte im Alter von 23 Jahren in diesem Beruf als auch als Kunstschmied seinen Meisterbrief in der Tasche. Er baute als Berufsschullehrer die Kolping-Förderschule in München mit auf, fungierte ab 1994 als Arbeitnehmervertreter in der Vollversammlung der Handwerkskammer für München und Oberbayern und schaffte es dort sogar zum Vize-Präsidenten (2004 bis 2009).

Mit Salutschüssen wurde Hans Schönauer in Niklasreuth feierlich beigesetzt.

Was Schönauer laut Nagel ausgezeichnet hatte, zeigte sich gerade in der Arbeit mit den Lehrlingen: „Über 20 Jahre ist keiner seiner Schüler durchgefallen.“ Mit Einsatz, Hingabe und Einfühlungsvermögen wusste er viele auf den Weg zu bringen. Nagel: „Für viele ist er zum Ersatzvater geworden.“

Der Ruhepol in Schönauers bewegtem Leben sei die Familie gewesen. Eine Ehefrau – seine Kathi heiratete er 1973 –, fünf Töchter und dazu noch die Oma, „er hat gestöhnt über die Weiberschar, sie aber von ganzem Herzen geliebt“. Im Gemeinderat seit 1979, wurde der Ringer und Hochzeitslader 2002 zum Bürgermeister gewählt. Er packte viel für die Gemeinde an – auf seine Weise, wie es Frank Sinatras „My Way“ auf der Trompete musikalisch auf den Punkt brachte.

„Hans Schönauer“, so beschrieb ihn Nagel, „hat gern in Fülle gelebt. Er hatte ein großzügiges Herz.“ Oft sei er mit seinem Charme und feinsinnigen Humor, aber auch mit Offenheit und Toleranz der Mittelpunkt gewesen – so wie es nun sein Sarg sei. „Die Heiligen Marinus und Anianus von Wilparting, das er so geliebt hat, mögen Beistand und Fürsprecher sein, wenn er ans Himmelstor klopft.“

Nach der Kirche folgte der Zug durchs Dorf zum Grab. Dort wurde Schönauer mit Salutschüssen beigesetzt, und Anian Klingsbögl ließ dessen Präsenz in den Ortsvereinen Revue passieren. Beendet war der Tag, an dem nicht nur Irschenberg Abschied von Hans Schönauer nahm, damit noch nicht. Während die Familie in Niklasreuth blieb, traf sich der Rest zum Mahl im Trachtenheim Irschenberg. Zeit, um sich gemeinsam zu erinnern. Ganz so, wie es dem Verstorbenen gefallen hätte.

ddy


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Die Todesnachricht

Eine Gemeinde im Schockzustand

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