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Jagdidylle pur: Beim Blick aus einem Hochsitz bei Loiderding deutet nichts auf die Unruhe hin, für den die Neuvergabe der Reviere in Irschenberg gesorgt hat. 

Jagdgenossenschaft Irschenberg I

Vergabe-Chaos: Zwei Jäger verlieren ihr Revier - und keiner sagt, warum

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Vier Anläufe hat die Jagdgenossenschaft Irschenberg I gebraucht, um ihre Reviere neu zu vergeben. Eine nahezu beispiellose Angelegenheit, teilt das Landratsamt mit.

Irschenberg – Rein aus formaler Sicht ist die Sache erledigt. Die Reviere der Jagdgenossenschaft Irschenberg I sind für die kommenden neun Jahre vergeben. Im vierten Anlauf und unter der Aufsicht des Landratsamts auch tatsächlich wasserdicht (wir berichteten). „Unser Wunsch ist es, dass jetzt wieder Ruhe und Frieden einkehrt“, sagt Jagdvorsteher Franz Kirchberger auf Anfrage unserer Zeitung. Das sei auch sein Schlusssatz bei der Versammlung am Sonntag gewesen.

Hört man sich im Ort um, dürfte das noch ein bisschen dauern. Die Stimmung ist angespannt. Das liegt nicht zuletzt daran, dass mit Martin Weinzierl, Vorsitzender des Kreisjagdverbands, ein prominenter Jäger sein Revier verloren hat. Und Weinzierl ist nicht der einzige bekannte Name in Irschenberg, der bei der Neuvergabe leer ausgegangen ist. Wie unsere Zeitung erfahren hat, muss auch Martin Eberhard, Gemeinde- und Kreisrat der FDP, seinen Hochsitz räumen. Eberhard selbst möchte sich auf Anfrage nicht zu der Sache äußern, um die Atmosphäre nicht weiter aufzuheizen. Wie berichtet, hat Eberhard seit dem Streit über den Lärmschutz an der Autobahn auch im Gemeinderat einen schweren Stand (siehe unten). Ein Konflikt, der sich am Ende gar auf die Reviervergabe ausgewirkt hat?

Jagdvorsteher Kirchberger weist diese Vermutung klar zurück. Die Entscheidungen seien in einem demokratischen Prozess zustande gekommen. Für Eberhards und Weinzierls Revier hätten sich mehrere Bewerber gemeldet, die Mehrheit habe letztlich anderen Interessenten den Vorzug gegeben. Ihre Meinung hätten sich die Jagdgenossen bei zwei jährlichen Waldbegehungen und mithilfe von forstlichen Gutachten gebildet. Selbstständig und ohne Beeinflussung von außen.

Nichts anderes sehen die Regularien vor, teilt Landratsamtspressesprecher Birger Nemitz mit. Die Vergabe laufe in der Regel in zwei Stufen ab. In der ersten Versammlung werde über die Art der Vergabe (also Verpachtung oder Eigenbewirtschaftung) abgestimmt, in der zweiten über die Bewerber. Die Entscheidungen müssten immer doppelt, also mit Stimmenzahl- und Revierflächenmehrheit, fallen. Die untere Jagdbehörde am Landratsamt erhalte dann die Niederschriften und die Abstimmungsunterlagen zur Prüfung und müsse die Pachtverträge bestätigen. Eine Beratung im Vorfeld erfolge nur auf Wunsch der Jagdgenossenschaft.

Formfehler wie in Irschenberg, die nicht geheilt werden können und somit eine Beanstandung nach sich ziehen, kommen laut Nemitz so gut wie nie vor. „Es handelt sich hier schon um einen besonderen Vorgang.“ Ob es konkrete Gründe wie jagdliches Fehlverhalten von Weinzierl und Eberhard gab, die zur Entziehung ihrer Reviere beigetragen haben, könne die Behörde nicht beurteilen. „Wir haben hier lediglich das Verfahren begleitet und die Einhaltung der Regeln überwacht“, sagt Nemitz. Das „Innenverhältnis“ zwischen Jagdvorstand, Grundeigentümern und Jägern sei nicht Gegenstand der Aufsichtsfunktion. Neben der rechtlichen Komponente, meint der Sprecher, „spielen vermutlich noch andere Faktoren eine Rolle“.

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